Samstag, 24. September 2011
Das tote Pferd
Wir sind neu hier in der Stadt und müssen uns erst zurechtfinden, jetzt wohnen wir hier. Selbstverständlich suchen wir unsere Glaubensgeschwister, um Gemeinschaft mit dem Leib zu haben. Was wir bekommen sind Gemeindeprogramme und Veranstaltungen zu denen wir eingeladen werden.
Wo gehörst du hin, werde ich zuerst gefragt – es genügt ihnen nicht, dass ich mich zu Jesus Christus und zur Gemeinde der Stadt bekenne. Ich muss mich zu einer der 8- 10 Denominationen der Stadt bekennen, sonst habe ich keine Chance dabei zu sein. Ich werde nachdenklich – sollte tatsächlich das konfessionelle Bekenntnis wichtiger sein, als das Bekenntnis zu Jesus.
Wir entschließen uns, in den nächsten Monaten möglichst vielen Gemeinden und Kirchen in der Stadt einen Besuch abzustatten, ihren Gottesdienst am Sonntag zu besuchen – schließlich sind dort unsere Geschwister. Schon nach drei Besuchen sind wir frustriert – kaum Möglichkeit für Gemeinschaft, das Gottesdienstprogramm dominiert alles, danach gehen die Leute nach Hause. Man müsste privat eingeladen werden, denke ich, aber es kostet einen großen Aufwand, ich müsste dauernd an ihren Programmen und Veranstaltungen teilnehmen, damit ich die Leute langsam besser kennen lerne. Uff, nein das kann ich nicht mehr, das habe ich hinter mir, das brauch ich nicht mehr.

Gestern war ich bei einem Gebetsabend, eine kleine Runde. Ein straffer Ablauf, es gab viel zu beten, für Bekannte, für die Stadt, für die Politiker, für die Menschen in den Hungergebieten, für die verfolgten Christen und mehr. Eigentlich will ich doch nur Gemeinschaft mit den Geschwistern, deshalb beuge ich mich dem Programm. Ich komme mir vor wie ein Heuchler – ich fasse den Entschluss, beim nächsten Mal diese Sache zu bekennen. Vielleicht ist die beste Möglichkeit, enge Gemeinschaft zu bekommen, wenn ich um ein Seelsorgegespräch bitte.
Ich besuche einen Gottesdienst, mit allem drum und dran dauert das Programm etwa 2 Stunden. Nach der Begrüßung und einem Gebet folgen die Bekanntmachungen, die zusätzlich mit einem Beamer an eine große Leinwand projiziert werden. Man kann erkennen, es ist eine sehr aktive Gemeinde, fast an jedem Wochentag ist eine Veranstaltung: Gebetsabend, Hauskreis, Frauenabend, Pfadfinder, Jugend ….
Die Lobpreisband beginnt jetzt, sie haben viele Instrumente, man merkt sie sind eingeübt und spielen schon länger miteinander. Man spürt den Musikstücken eine gewisse Professionalität ab, die technische Ausstattung ist auf dem neusten Stand. Das Equipment und die Lobpreisgruppe steht erhöht auf einem Podest, das fast die Breite des Gottesdienstraumes ausfüllt, es erinnert an eine Konzerthalle, die mit vielen Gästen gefüllt ist. Eine gute Darbietung, ein gutes Programm denke ich, und ein dankbares Publikum, obwohl keiner klatscht. Nach etwa 8 Musikstücken folgt die Predigt, unterstützt mit Text- und Bildeinblendungen auf der Leinwand. Eine geschliffene Rede, die der Prediger größtenteils von seinem Konzept abliest. Sicher hat er lange daran gearbeitet. Dann folgt ein Aufruf zum Gebet, um Dinge vor Gott fest zu machen. Danach ein Schlusslied, bei dem die Gottesdienstbesucher in ein Körbchen Geld einwerfen. Mir kommt ein ketzerischer Gedanke: Sollte das die Bezahlung für die Darbietung sein? Nein, das kann nur ein Teil davon sein - ich weiß ja, dass die meisten Dinge, der schöne Gottesdienstraum, das Equipment, der Pastor u. a. nur bezahlt werden kann, weil es viele in der Gemeinde gibt, die ihren Zehnten geben. Na, dafür bekommen sie aber auch ein professionelles Gemeindeprogramm von professionellen Leuten geboten. Ist das Gemeinde, frage ich mich.

Während der ganzen Zeit hatte ich nur Gemeinschaft mit den Hinterköpfen der Personen, die vor mir sitzen. Ich vertröste mich auf den Abschluss, denn danach gibt es Kaffee und die Möglichkeit zur Gemeinschaft. Doch ich habe nur etwa 30 Minuten zur Verfügung. Mit wem soll ich sprechen – mit nur einer oder zwei Personen intensiv, oder mit möglichst vielen nur oberflächlich. Ich komme ins schwitzen, ich merke, ich will eigentlich beides und schaffe es aber nicht. Ich werde ganz konfus und bete, um eine Lösung zu finden.

Der Pastor sagte, wir haben die Möglichkeit zur Gemeinschaft in den Hauskreisen. Im Gemeindeinfo stelle ich fest, dass nur etwa ein Drittel der Gemeindeglieder zu einem Hauskreis gehen. Sollten die anderen kein Interesse an Gemeinschaft haben? Vielleicht genügt ihnen die Teilnahme am Mittwochs- und am Sonntagsprogramm.

Ich besuche einen der Hauskreise, er beginnt pünktlich um 19.30 Uhr. Nach der Begrüßung singen vier Lieder und beten dann für den Abend. Wir folgen dem von der Gemeindeleitung vorgegebenem Thema und lesen dazu einen Bibeltext. Es folgt ein Gespräch, an dem sich nur etwa ein drittel der Leute beteiligt, es wird geleitet und dominiert von dem Hauskreisleiter. Es gibt Salzstängchen, dazu Tee und Wasser.
Die Fragen im Heft werden abgearbeitet, dann folgt eine Gebetszeit betreffs der Thematik. Punkt 21 Uhr endet der Abend, ich gehe nach Hause und frage mich, kann es Gemeinde ohne Gemeinschaft geben? Wenn ja, dann ist es ein totes Pferd, auf dem immer noch geritten wird.

Ric

... link (8 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 18. September 2011
Entwicklung der Kirchenhierarchie
Die christlichen Gemeinden des 1. Jahrhunderts waren junge wachsende Gemeinden, in denen sich Kirchenordnungen und Dogmen noch nicht entwickelt hatten. Weder Jesus noch seine Jünger hatten die Absicht ein bestimmtes Modell von Gemeinde und Leitungsstruktur zu propagieren. Die Gemeinde war der Leib Jesu, ein geistlicher Organismus, der in sich vollständig war und in seiner Struktur durch den Heiligen Geist geformt und gesteuert wurde. Aus den Briefen des Neuen Testaments können wir ableiten, dass neben den von Jesus ausgewählten Aposteln nur Älteste und Diakone beauftragt waren der Gemeinde als Verantwortungsträger zu dienen. Unter der Leitung des Heiligen Geistes hatte sich eine geistliche Ordnung mit einigen Grundpfeilern herauskristallisiert.
Kraft ihrer von Gott gegebenen Autorität hatten die ersten Apostel, Propheten und Lehrer diese Ordnung bestätigt und in vielen Gemeinden gelehrt. Tatsächlich gehören die Ausführungen über die Verantwortung der Ältesten und Diakone zu den Themenbereichen, die im Neuen Testament am gründlichsten beleuchtet werden.

Insgesamt war die Gemeindeordnung einem Wandel unterworfen. So gab es in den ersten Jahren keine Leitungsstruktur, die Gemeinde wurde ausschließlich von den Aposteln beaufsichtigt, die von Jesus berufen waren. Nach dem Ablauf von einigen Jahren wurden Diakone eingesetzt, um den gestiegenen Arbeitsaufwand besser bewältigen zu können und um eine Arbeitsteilung zu schaffen. Etwa 10 bis 15 Jahre später gab es auch Älteste, die mit den Aposteln in enger Zusammenarbeit standen, wenn es um die zukünftige Ausrichtung der Gemeinde ging (z.B. Apg.15).
Die Gemeinde des 1. Jahrhunderts kannte keine Leitungshierarchie und keine Aufteilung in Priester und Laien. Sie war durch und durch vom heiligen Geist geleitet und wurde von den geistlichen Gaben und Diensten ihrer Glieder unterstützt. Jesus selbst war das Haupt des Leibes und der oberste Hirte und Leiter seiner Nachfolger. Aus den Reihen der Jünger gab es eifrige und geistlich starke Männer und Frauen, die sich für die Belange der ganzen Gemeinde aufopferungsvoll hingaben. Sie wurden als Vorbilder angesehen, die im Laufe der Zeit eine natürliche Autorität entwickelten, die überzeugend war. Einige von ihnen wurden während des Aufbaus der Gemeinde als Älteste anerkannt und geehrt.

Wenn Petrus und Paulus sich in ihren Briefen an eine Gemeinde wandten, dann sprachen sie meistens auch die Ältesten an. Immer wurden diese in der Mehrzahl genannt, nie lesen wir von einer einzelnen Person, die als Gemeindeleiter oder Priester der Gemeinde angesprochen wurde. Sie verwendeten meist drei Begriffe, Älteste, Hirten und Aufseher synonym und kombinierten sie miteinander.
Siehe 1.Petr. 5,1-3, Beispiel aus Apg.20.17.28, Revidierte Elberfelder Übersetzung:
Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die Ältesten (griech. presbyteros) der Gemeinde herüber. …. (V.17)
(Er sprach zu ihnen …) „Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde (griech. poimnion), in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher (griech. episkopos) eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten (= hirten - griech. poimaino) (V. 28). Paulus benutzt hier die Worte Ältester, Aufseher und Hirte und meint doch dieselbe Person.

In der nachapostolischen Zeit gerieten die Ältesten und Verantwortlichen der Gemeinden immer mehr unter Druck. Die Autorität der Apostel stand nicht mehr zur Verfügung, Irrlehren und Schwärmertum breiteten sich aus und die Wiederkunft Jesu hatte sich noch immer nicht ereignet. Um die Gemeinden zu schützen und die nächsten Jahrzehnte abzusichern musste eine solide Gemeindeordnung geschaffen werden. Etwa um 100 n. Chr. gelang es Clemens von Rom und Ignatius von Antiochien, die Gemeinde davon zu überzeugen, dass es besser sei, einen Leiter unter den Ältesten zu haben, der als Bischof die Stellvertretung Gottes für die Gemeinde übernimmt.
Damit wurde eine entscheidende Weiche gestellt, durch welche die junge Gemeinde auf den Weg der Institution geführt wurde. Folge davon war die Ausbildung einer Kirchenhierarchie und das Entstehen des Kirchenrechts. Die kirchlichen Ämter waren entstanden – der erste Leiter der Gemeinde wurde Episkopos (Bischof, Aufseher) genannt, die ihm untergeordneten Ältesten waren die Presbyteros (Älteste, Presbyter  Priester), und danach kamen die Diakonos (Diakon = Diener, Bote). Der Bischof war zunächst der Leiter der Gemeinde, unterstützt wurde er von den Priestern und Diakonen. Aus dieser ersten dreistufigen Hierarchie entwickelte sich bis etwa 200 n. Chr. eine vier- , fünf- und sechsstufige: Die örtlichen Bischöfe übernahmen zunehmend die Aufsicht für andere Gemeinden, die aus ihnen entstanden waren, oder sich ihnen angeschlossen hatten. In solchen Fällen wurde eine Person aus der Gruppe der Presbyter als „Priester“ für die Gemeinde bestimmt, er wurde zum Vertreter des Bischofs in der Gemeinde. Der neue Bischoftyp war jetzt nicht mehr lokal tätig, er wurde zum Leiter eines größeren Verwaltungsbezirkes (= Bistum, Diözese). Dieser Bezirk war angepasst an die politische und soziale Struktur des Römischen Reiches, er umfasste meist eine größere Stadt und die umliegenden Dörfer. In jeder römischen Provinz gab es mehrere solcher Diözesen, die später in „Erzdiözesen“ zusammengefasst wurden und von ranghöheren Metropolitan- Bischof beaufsichtigt wurden. Am Anfang des 4. Jahrhunderts treten dann in Rom, Alexandria und Antiochia so genannte Patriarchen (Obermetropoliten) mit hoher Entscheidungskompetenz auf. Später kamen die Patriarchate in Jerusalem (451) und Konstantinopel dazu.


Richard Schutty

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 12. Juli 2011
Einfache Gemeinde, was ist das?
Dieser Artikel wurde in geistreich, einem Forum der EKD veröffentlicht.

Situation / Kontext

Einfache Gemeinde ist kein neues Gemeindemodell und keine neue Methode, christliche Gemeinde zu leben oder zu bauen. EG ist auch keine neue Erfindung unserer Zeit und auch keine neue Errungenschaft der Postmoderne. Aber sicher ist, dass in der postmodernen Gesellschaft, in der wir leben, viele Dinge anders geworden sind, was Kirche und Gemeinde betrifft. Die bekannten traditionellen Barrieren werden heute viel leichter überwunden, da vieles vorstellbar geworden ist und ohne Probleme toleriert wird. Das hat eine Atmosphäre des Aufbruchs und der Neuorientierung geschaffen, wo alte Gemeindestrukturen viel mehr hinterfragt werden und mehr und mehr aufweichen. Die Menschen zeigen immer mehr Reife und Selbständigkeit, wenn es darum geht verfestigte Organisationsstrukturen zu überwinden.
Ziele

Noch nie gab es so viele Christen, die ihrer angestammten Gemeinde den Rücken zuwenden und nach Alternativen suchen – nicht weil sie den Glauben verloren haben, sondern weil sie ihren Glauben nicht verlieren wollen. Bei mir melden sich ständig solche Christen, die diesbezüglich Rat und Hilfe suchen. Vor einigen Monaten war ich von zwei evangelischen Kirchenvorständen, die diese Situation erkannt haben, zu einer Klausurtagung als Referent eingeladen. Sie wollen sich auf die Kirche für Morgen vorbereiten und glauben, dass wir eine „einfache Gemeinde“ brauchen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Langsam aber stetig geht eine Veränderung vor sich, die bald noch mehr sichtbar werden wird.

Reflexion / Hintergrund

Die „Einfache Gemeinde“ ist keine neue Gemeinde- oder Kirchenorganisation und auch keine neue Denomination oder Konfession. Sie ist eine Bewegung, die am Anfang steht und gerade dabei ist, sich zu formieren. Sie bewegt sich zwischen und über den bekannten Konfessionen und hat keinen eigenen Frömmigkeitsstil und keine eigene Dogmatik. Wir kennen aus vielen anderen Teilen der Welt bereits

die so genannte Hauskirchenbewegung,
die Organische-Gemeinde-Bewegung oder auch
die Emerging-Church-Bewegung.

Was die einfache Gemeinde mit diesen dreien gemeinsam hat, ist das neue Gemeindebewusstsein, die Ahnung, dass Gemeinde mehr ist und dass sie anders ist als das, was in den vergangenen Jahrhunderten bei uns im Westen gelebt wurde. Man besinnt sich auf die frühen Tage des Christentums und stellt fest, dass diese frei waren von Kirchenhierarchien, von Klerus und von prächtigen Gebäuden.

Als bei dem ersten Pfingstfest, nach der Predigt des Petrus, 3000 Menschen zum Glauben kamen, da hieß es, „sie wurden (der Gemeinde) hinzugetan“. Frage ist, wo war damals die Gemeinde, zu der sie hinzugetan werden konnten? Sie war auf jeden Fall anders als heute und äußerlich nicht sichtbar. Es gab keine die Kirche oder die Gemeinde gegründeten Vereine, keine Organisationen und keine Konfessionen. Die Gläubigen wurden ganz einfach vom Heiligen Geist dem „geistlichen Leib Jesu hinzugetan“. Sie wurden hineingeboren in die neutestamentliche Gemeinde Gottes, die in Jerusalem entstanden war. Und wo trafen sie sich? Natürlich in vielen Häusern in der Stadt, in zahlreichen Familiengruppen und im Tempelgelände in größeren Versammlungen und überall, wo es möglich war. Dieser frühe organische „Zweitakt der Gemeinde“ war direkt von Gott kreiert und nicht von Menschen, das hatte seinen Grund, denn die Gemeinde ist einerseits Familie Gottes und andererseits Volk Gottes (Eph. 2,19).

Als die Gemeinde im dritten Jahrhundert komplett aus der Intimität der familiären Häuser auszog, um in schönen, von der Regierung gesponserten Kirchengebäuden ein religiöses Leben mit Priester und Liturgie zu führen, begann das uns bekannte „Kirchengebäudechristentum“. Diese postkonstantinische Kirchenmuster hat bis heute Bestand, es hat die Christenheit über die Jahrhunderte so sehr verändert, dass wir uns Gemeinde und Christsein kaum anders vorstellen können. Doch es war anders von Gott gedacht, wir müssen es wieder neu entdecken. Das bedeutet sicher nicht, dass wir das Modell der Gemeinde des 1. Jahrhunderts neu auflegen müssen, aber wir sollten es aus der Geschichte neu freilegen und schauen, was wir davon für heute lernen können.

Umsetzung

Genau hier knüpft die Bewegung einfacher Gemeinden an, sie möchte wegkommen von der von Menschen gemachten Gemeindeorganisation, hin zu dem organischen Leben der Gemeinde, dessen Urheber Gott selbst ist. Die Frage ist, was denn nun die besonderen Merkmale dieser Bewegung einfacher Gemeinden sind?

Ich will es mit einigen Punkten ganz kurz deutlich machen:

1. Einfache Gemeinden sind selbständig und nicht durch ein Kirchensystem und deren Klerus gelenkt.
2. Sie unterscheiden sich voneinander, wie individuelle „Persönlichkeiten“.
3. Sie haben eine geistliche DNA (Gemeinschaft, Jüngerschaft, Leidenschaft).
4. Sie sind miteinander vernetzt und erleben Korrektur und Leitung durch die Gemeinschaft untereinander und durch nichtklerikale Dienste aus Eph. 4,11
5. Sie entwickeln Balance in einem geistlichen Zweitakt („in der Säulenhalle Salomons und in den Häusern“)
6. Das Gemeindeleben findet seinen Ausdruck besonders auf zwei Ebenen: Der Gemeinde im Haus (ekklesia oikos) und der Gemeinde der Stadt, zu der alle Gläubige am Ort zählen, egal aus welcher Konfession sie kommen.
7. Das Gemeindewachstum geschieht in erster Linie durch Reproduktion ganzer einfacher Gemeinden.

Ric

Links
http://www.einfachegemeinde.de

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 18. Juni 2011
Die Gemeinde im Haus und die Gemeinde am Ort
Oft hatte ich in letzter Zeit interessante Diskussionen über Gemeinde. Dabei habe ich festgestellt, wir sind an das Bild der institutionellen Gemeinde gewöhnt und denken, es ist normal und nichts Verwerfliches an ihr. Damit meine ich all die konfessionsgebundenen Gemeinden, wie Baptisten, Mennoniten, Methodisten, Pfingstler, Brüdergemeinde, Evangelische und katholische Kirchengemeinden und Christen aus vielen anderen Organisationen mit anderen Benennungen. Weltweit gibt es davon 20-30000 verschiedene. Immer haben sie einen eigenen Namen und ein eigenes Bekenntnis neben der wichtigen Zentralbotschaft des Evangeliums. Ich meine keine Sekten damit.

Von diesen konfessionellen Gemeinden tummeln sich in unseren Großstädten oft bis zu hundert und mehr unterschiedlicher Art und täglich kommen mehr dazu. Jeder lebt da den christlichen Glauben nach seiner Art, abweichend zu den anderen, hier und da gibt es mehr oder weniger erfolgreiche Versuche auch zusammenzuarbeiten, aber es bleibt im Wesentlichen bei der Abgrenzung und bei dem Anspruch eigene Gemeinde zu sein und manchmal sogar einzig richtige Gemeinde zu sein. Hier müssen wir ganz klar feststellen, dass dieses Verhalten keine biblische Grundlage hat und sogar der Vernunft widerspricht, es sind menschliche Traditionen, die sich über die Jahrhunderte entwickelt haben und eigentlich nicht im Sinne Gottes sind. Es zeigt im Grunde die Zerrissenheit des Leibes Jesu und die Anfälligkeit der Menschen zur Spaltung.

Was sagt die Bibel dazu, das sollte auch in dieser Frage Autorität für uns sein?

1. Es gibt Gemeinde auf zwei wesentlichen Ebenen:

a) die Gemeinde im Haus (in der kleinen überschaubaren Gemeinschaft) z.B. „Aquila und Priscilla ….. und die Gemeinde in ihrem Hause“. (Röm.16,3- 5)

b) die Gemeinde in der Stadt, dazu gehören alle wahren Nachfolger Jesu, die in der Stadt leben.

2. Es gibt nur eine Gemeinde in der Stadt, am Ort. Die Gemeindebriefe des Paulus sind entweder an die Gemeinde der Stadt, oder an die Gemeinden einer Region mit vielen Städten/ Orten gerichtet. Hier ein Beispiel:
„Paulus, berufener Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen, und Sosthenes, der Bruder, an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist“.

3. In der Mehrzahl werden die Gemeinden nur dann genannt, wenn auch die Städte in der Mehrzahl sind, z.B.: „Paulus, Apostel, …. den Gemeinden von Galatien.“

In diesem Sinne befindet sich, aus meiner Sicht, jede einzelne konfessionelle Gemeinde auf der ersten Ebene, der Gemeinde im Haus. Zusammen, mit den Nachfolgern Jesu aus allen anderen konfessionellen Gemeinen und Hauskirchen bilden sie die Gemeinde der Stadt. Wo und wie kann das sichtbar werden?
Welche Konsequenzen müssten aus diesem bild folgen?

Ric

... link (2 Kommentare)   ... comment


Samstag, 28. Mai 2011
Ein verändertes Priestertum
Jesus hat ein für alle Mal das Monopol der levitischen Priesterschaft beendet und eine neue Priesterschaft eingeführt, die Priesterschaft aller Gläubigen. Jeder Nachfolger Christi wird zum königlichen Priester für die Nationen und steht selbständig vor Gott. Im Alten Bund konnte Gott nur durch das „Blut von Böcken und Stieren“ gnädig gestimmt werden. Der Priester stand dabei zwischen Gott und dem Menschen als Vermittler, und brachte das Opfer dar. Im neuen Bund hat Jesus sich selbst einmal als Opfer dargebracht und damit die Verbindung zu Gott für uns hergestellt.
Noch heute brauchen Juden und Heiden einen menschlichen Priester als Vermittler, nicht so die Christen. Jesus Christus ist unser Hohepriester, er hat die Verbindung zum Vater für uns hergestellt. Der Vorhang im Tempel zerriss und gab für uns das „Allerheiligste“ frei, als Jesus stellvertretend für unsere Sünde am Kreuz starb.

Nachdem das Christentum zur anerkannten Religion des Römischen Reiches wurde, waren nicht mehr Privathäuser, die Versammlungsorte der Gemeinde, wo das allgemeine Priestertum praktiziert wurde. Die Christen traten nun in die Öffentlichkeit und bezogen große Kirchenhäuser und Kathedralen, gleich wie Heiden und Juden den Tempel als heiligen Ort zur Ausübung ihrer Religion nutzten. Damit erwachte auch das alte Priestertum zu neuem Leben.
Das untermauerte die Hierarchiebildung und führte zur Aufteilung in Laien und Klerus. Die Teilnahme am allgemeinen Priestertum wurde verhindert und machte die Gläubigen zu faulen Laien und zu bloßen Konsumenten religiöser Güter und Segnungen, die nur der Priester vermitteln durfte, ähnlich wie im Judentum und im Heidentum.
Die Reformation brachte uns zwar die Erneuerung der grundlegenden Glaubensinhalte, doch das allgemeine Priestertum wurde nicht erneuert. Die Täuferbewegung traf sich damals in Privathäusern, um das allgemeine Priestertum zu praktizieren. Sie wurden von der Katholischen und auch von der Evangelischen Kirche bis aufs Blut verfolgt, weil sie sich weigerten, das alte Priestertum der Kirchentempelhierarchie anzunehmen.

Fest steht, in der Gemeinde des Neuen Testamentes gibt es keine menschliche Person mehr, die eine oberste Position zwischen Gott und der Gemeinde einnehmen darf. Es gibt keine oberste Chefzentrale mehr, weil Jesus allein das Haupt ist. Die Gemeinde kann man vergleichen mit einem Seestern, der ohne Kopf durch ein dezentralisiertes Nervensystem funktioniert. Jeder abgetrennte Arm hat die Fähigkeit einen komplett neuen Seestern zu bilden.



Da ist nicht einer, oder wenige, die dem Leib dienen, sondern der ganze Leib dient einander. Jedes Mitglied hat eine eigene Aufgabe für den ganzen Leib, wie es im Neuen Testament durch die verschiedenen Gaben erklärt wird. Das mag uns wie ein Durcheinander vorkommen, aber diese Art von Chaos ist fruchtbar und kreativ, anders als die organisierte und kontrollierte Hierarchie der traditionellen Kirchen und Gemeinden. Das ist das offensichtliche Prinzip des Neuen Bundes. Priesterschaft ist kein Amt oder Titel, sondern eine Funktion, die alle Gläubigen ausführen sollen. Jesus hat die Regeln verändert.

von Richard Schutty, angeregt durch einen Artikel von Victor Choudrie siehe http://www.simplechurchjournal.com/2011/05/choudhrie-on-doing-away-with-the-lazy-laity.html

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 10. Februar 2011
Eindringliche Warnung !!!
Heute habe ich folgendes gelesen und es hat mich erschüttert, sodass ich mich gedrängt fühle, einen Blogbeitrag zu schreiben:

„Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel.
Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn einer ist euer Meister, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.“


Das sagte Jesus vor langer, langer Zeit zu seinen Jüngern, nach einer Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Sadduzäern. Ich wundere mich, wie aktuell diese Worte auch heute noch sind. Es ist hilfreich, sie mal ins Heute zu übertragen/ übersetzen, dann versteht man, was ich meine. Ich formuliere mal frei die Worte Jesu so:

„Stellt euch vor anderen nicht als große Theologen oder als Apostel dar, wie es in den Kirchen und Denominationen getan wird. Denn nur ich, Christus, bin euer Lehrer und unterweise euch recht. Ihr untereinander seid gleiche Brüder und Schwestern, die alle Hilfe von Jesus brauchen.
Nennt auch niemanden Heiliger Vater, denn nur einer ist Gott und wahrer Vater, euer Vater im Himmel, dessen Name geheiligt ist.
Benutzt auch nicht den Titel Lehrer oder Pastor für euren Dienst, denn es gibt nur einen wahren Lehrer und Hirten, nämlich Christus.
Wer wirklich anderen als Leiter und Vorbild vorangehen will, der wird es nur tun können, wenn er mit Hingabe den anderen dient, wenn er sich selbst klein und niedrig macht vor seinen Glaubensgeschwistern.
Wer das nicht tut und stattdessen mehr Einfluss, Titel und Positionen anstrebt, der wird stürzen und sein Fall wird tief sein.“


Ric

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 15. November 2010
Jesus Christus im Römischen Reich
Im Antiquariat habe ich neulich ein Buch von Erich Schnepel aus dem Jahre 1939 entdeckt. "Jesus im Römerreich".
Es hat mich doch sehr gewundert, von einem evangelischen Pfarrer die selben Nachforschungen und Gedankenschlüsse zu finden, wie wir sie heute zum Beispiel in den Büchern von Frank Viola, Neil Cole, Richard Schutty ;-) oder anderen finden. Das Wissen um die Gemeinden im 1. und 2. Jahrhundert ist nicht in Vergessenheit geraten.


So schreibt Schnepel zum Beispiel über den Einfluss des griechischen Denkens auf die frühe Gemeinde:
„Das griechische Denken hatte auf der ganzen Linie gesiegt und den Weg der Gemeinde Jesu verdorben. Das schmerzliche Absinken des Lebens in der östlichen und westlichen Kirche war die notwendige Folge. Nur wo in den späteren Generationen bis heute dieser Einbruch des griechischen Denkens überwunden und die Kirche aus Christus selbst und nicht aus der Lehre über ihn aufgebaut wurde, gab es neues Leben und echte Gemeinde Jesu.
Darum gehört auch das berühmte Konzil von Nicäa, das Kaiser Konstantin im Jahre 325 einberief, um die gedankliche Aufspaltung der Christenheit zu überwinden, zu den schmerzlichen Erscheinungen der Geschichte der Gemeinde Jesu, denn auf diesem Konzil wurde der Sieg des griechischen Denkens offiziell in der Christenheit verankert....
Wir stehen nicht mehr bei dem schlichten Zeugnis der ersten Christen, sondern bei allem Reden von Christus steckt man doch mitten in einer Geistesrichtung, die nicht ihn selbst, sondern die eigene Gedankenarbeit über ihn zum Ausgangpunkt hat....
Die letzte Grundlage der Kirche ist nicht das, was wir über Jesus zu sagen versuchen, sondern er selbst, der lebendige Herr. Die letzte Wurzel echter Kirche ist nicht gedanklich, intellektuell verständlich darzulegen, weil sie in der verborgenen, geheimnisvollen Einwurzelung eines jeden einzelnen in Jesus selbst besteht."


Sehr treffend spricht er auf S. 128 auch über das Wesen der organischen Gemeinde, wie es Neil Cole nicht besser formuliert hat:
"Es kommt alles nur darauf an, dass die Organisationsformen dem eigentlichen Wesen der Gemeinde Jesu entsprechen und sich ihm so weit wie möglich nähern.
Solche Formen sind nur so weit gut, als sie das Leben der Gemeinde Jesu nicht einschnüren, sondern ihm weiten Raum machen. Sie sind nicht Selbstzweck, sondern haben die Aufgaben, für den Bau der Christusgemeinde Hilfestellung zu leisten. Das wird um so schwieriger sein, je massiver und starrer jene Organisationsformen sind. Darum ist es eine große Aufgabe, ihnen eine solch flüssige und leicht bewegliche Form zu geben, dass sie sich jederzeit den Bedürfnissen der wirklichen Gemeinde Jesu anpassen können. In der Geschichte ist es bis heute oft umgekehrt gewesen. Niemals dürfen diese Organisationen und ihre Formen heilig gesprochen werden. Sie haben nur dienende Funktionen von wechselnder Bedeutung....
Es war auch nicht das Schlimmste, dass die Gemeinden der Christen ihre Zusammenkünfte und Feierstunden köstlich und schön ausgestalteten, wenn sie nur nicht in dieser reichen Form der Ausgestaltung Wesentliches oder gar das Leben sahen, sondern all dies wohl zu entbehren vermochten und voll Freude dasselbe Leben aus Gott gewannen, wenn sie in dem armseligsten Raum ohne jede Feierlichkeit zusammenkamen, weil sie die Wirklichkeit des Wortes Jesu erlebten: „ Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, das bin ich mitten unter ihnen....
Diese Christusgemeinde besteht aus all denen, die mit Jesus als ihrem lebendigen Herrn in unmittelbare Lebensbeziehung gesetzt worden sind. Nie kann ein Mensch in diese Lebensbeziehung zu Jesus treten, ohne zugleich in diese organische Verbundenheit mit allen anderen gesetzt zu werden, die gleich ihm mit Jesus verbunden sind. Dort ist die Gemeinde Jesu ein wundervoller Organismus. Jesus ist das lebendige Haupt dieses Organismus.
In diesem Organismus der Christengemeinde entfaltet sich das Leben Jesu in Vergangenheit und Gegenwart. Diesen Lebensspuren des lebendigen Christus nachzugehen, war unser sonderliches Anliegen. Dieser Organismus der Gemeinde Jesu ist das neue Volk Gottes, das das eigentliche Ziel der Pläne Gottes ist. Diese Seine Schar zum Herrschaftsbereich Gottes zu machen ist die große Aufgabe des Christus."


Erich Schnepel: Jesus im Römerreich, Christliche Verlagsgesellschaft Tabor, S.109 - 111; 128; 129; 131)

Erich Schnepel (1893- 1986); Offizier im 1. u. 2. Weltkrieg: 1918 Missionsinspektor bei der Berliner Stadtmission; 1945 – 1955 Pfarrer in Großalmerode bei Kassel

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 12. Oktober 2010
Einfache Gemeinde - eine Definition von Floyd McClung
Was ist einfache Gemeinde? Es ist
Gemeinde, reduziert auf seine
grundlegendsten biblischen Bestandteile:
Ein paar Menschen bauen Gemeinschaft,
in dem sie Jesus gehorchen, sein Wort studieren
und sich da versammeln wo sie können,
während sie wachsen,
in ihrer Liebe für Jesus
und in ihrem Wunsch,
anderen von Ihm zu erzählen.

von Floyd McClung

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 3. September 2010
Eine Gegenüberstellung, IG - EG
Um deutlich herauszustellen, wie anders der Weg ist, den wir beschreiten, wenn wir uns entscheiden einfache Gemeinde zu leben, ist eine Gegegnüberstellung, bzw. ein Vergleich sehr hilfreich. Ich habe in dem folgenden Artikel in der Community die wesentlichen Unterschiede herausgearbeitet. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie zeigt die wichtigsten Merkmale auf, die ich in den vergangenen Jahren herausgefunden habe.

Hier die Gegenüberstellung



Ric

... link (4 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 8. Juli 2010
Basisgemeinde und Stadtgemeinde
Ekklesia oikos und ekklesia polis

Je länger ich mich mit einfacher Gemeinde beschäftige, desto mehr sehe ich auch klar die unterschiedlichen Ebenen der Gemeinde. Zunächst gehören wir als wiedergeborene Nachfolger Jesu alle zum Leib Christi. Das ist unsere erste und neue Zugehörigkeit, wenn wir durch den Heiligen Geist in das Volk Gottes hineingeboren werden. Wir sind Glieder des einen Leibes, von dem wir in der Bibel lesen, dass alle Erretteten dazu gehören, weltweit, durch die vergangenen Jahrhunderte, bis hin in die Zukunft. Diese Gemeinde erfüllt und durchdringt alles und verkündet die mannigfaltige Weisheit Gottes. (Eph.3,10). Paulus sagt in Eph.1,22-23: "Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt."

So wichtig es zunächst ist, Teil dieser universellen, alles durchdringenden Gemeinde zu sein, so notwendig ist es auch, dass wir ganz konkret auf der Basisebene unseres Lebens dieser Zugehörigkeit Ausdruck verleihen. Es ist nicht genug, wenn unsere Nachfolge nur darin besteht, dass wir uns zur unsichtbaren Gemeinde halten. Nur auf der sichtbaren und elemenaren Ebene unseres persönlichen Lebens und in der gelebten Gemeinschaft mit anderen erhält unsere Nachfolge die praktische Relevanz. Dort zeigt sich das Leben der Basisgemeinde, der Ekklesia Oikos - sie ist Ausgangspunkt für unsere Wirksam- keit in der Welt und Rückzugsort, wo wir die nötige Rückendeckung und Strärkung erfahren. Wie in einer natürlichen Familie bekommen wir hier die nötige Nestwärme zur Entwicklung und das Training als Jünger Jesu.
Gleichzeitig hat Jesus ihr die Vollmacht zugesprochen, die wir als Jünger in dieser Welt praktizieren sollen. In Mt.18,19-20 sagt Jesus dazu: "Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte."
Alle größeren Zusammenkünfte basieren auf diesen kleinen Kerneinheiten, sie sind die Basis, auf die Jesus seine Gemeinde bauen will. Wenn diese Kerngemeinden nicht funktionieren, bzw. echte Einheit im Geist praktizieren, so wird auch die größere Zusammenkunft in der geistlichen Welt nicht mehr bewirken können. Wenn im neuen Testament von Gemeinde gesprochen wird, dann beziehen sich die Schreiber mehr als 30 mal auf diese Basisgemeinde, z.B. in Römer 16, 3.5 "... Aquiala und Priscilla ... und die Gemeinde in ihrem Hause (ekklesia oikos)."

Der aufmerksame Bibelleser wird feststellen, dass die Gemeinde aber auch in einem größeren Zusammenhang mehrmals genannt wird, nämlich als Gemeinde der Stadt, ich nenne sie hier die Ekklesia Polis. Immerhin acht seiner Briefe richtet Paulus an die Gemeinde der Stadt (Römer, Korinther, Epheser, Philipper, Kolosser, Thessalonicher). Dabei setzt er die Stadt gleich mit der gesamten Gemeinde. Offensichtlich gab es nur eine Gemeinde in der Stadt. Nun wissen wir, dass es aber in jeder dieser Städte viele kleine Gemeindeversammlungen in Privathäusern gab - an anderer Stelle habe ich das einmal genauer in der Bibel und in außerbiblischen Quellen recherchiert. Dagegen gibt es keine Hinweise, dass sich alle Christen bzw. alle Hausversammlungen regelmäßig und schwerpunktmäßig in einem großen Kirchenraum trafen. Gebäude dieser Art waren in den ersten drei Jahrhunderten nicht erlaubt. Man kann aber vermuten, dass es trotzdem Treffen gab, wo diese Stadtgemeinde in einer großen Versammlung zusammenkam. Das könnte hier und da im Freien gewesen sein, oder im Amphietheater in Ephesus, oder in den Katakomben in Rom. Die Zusammenkunft als Volk Gottes im großen Stil gehört mit zum selbstverständlichen Ausdruck der Gemeinde inn dieser Welt. Ich denke dabei an das Gleichnis Jesu von der Stadt auf dem Berg, die weit sichtbar ist.

Basisgemeinde und Stadtgemeinde erinnern an den "Zweitakt der Gemeinde" von der Wolfgang Simson sprach: "In den Häusern und in der Säulenhalle Salomons."

Ric

... link (0 Kommentare)   ... comment