Montag, 9. Juli 2012
Forum Einfache Gemeinde 2012
Zeit: 28. September 2012 um 18:00 bis 30. September 2012 um 14:00
Ort: Bad Gandersheim
Website: http://leben.einfachegemeinde.de

Das Forum für Einfache Gemeinde 2012, im Diakonissenhaus in Bad Gandersheim.
Mehr Infos auf dem Flyer unten oder in der Community.
Anmeldungen unter info@taube-lebensdienst.de

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Freitag, 30. April 2010
Mein neues Buch "Einfach(e) Gemeinde leben" erscheint Mitte Mai - hier ein Auszug


Ein Netzwerk braucht Ausgewogenheit

Auf die Entwicklung unseres Gemeindelebens wirken immer verschiedene Kräfte, die wir oft nicht erkennen und die erst nach langer Zeit von einigen Gemeindegliedern erkannt und von anderen womöglich gar nicht wahrgenommen werden. Traditionen und Gewohnheiten können zum Beispiel solche Kräfte sein. Oft ist es auch Machtstreben einzelner Gemeindeglieder oder Methoden, die aus der Welt adaptiert werden. Wir wissen, dass wir in einem Kampf mit unsichtbaren Kräften stehen und die Aufgabe haben geistliches Land zu erobern. Wenn wir aber stillstehen, werden wir verlieren. Manchmal sind es ganz normale Dinge, ja ich würde sagen „Naturgesetze“, die, weil wir sie nicht beachten und nicht richtig nutzen, einen negativen Effekt ausüben. So ist es auch mit den zwei Kräften, die ich im Folgenden beschreiben will.

Die Zentripetalkraft und die Zentrifugalkraft

Ein starkes „Gemeindezentrum“ erzeugt eine große Anziehungskraft, weil es über viele verschiedene Gaben, Fähigkeiten, finanzielle Kräfte und zahlreiche Angebote verfügt. Für die meisten Menschen bzw. Christen ist das attraktiver als eine kleine einfache Gemeinde, die nur begrenzte Möglichkeiten hat. Wenn sich aber die gemeindlichen Aktivitäten der Gläubigen zu stark auf ein solches Zentrum ausrichten, kann es gefährlich werden, denn die meisten vorhandenen Ressourcen, die es in der Umgebung gibt, werden in diesen lokalen Mittelpunkt hineingezogen. Es entsteht eine Art Zentripetalkraft, die eine Sogwirkung ausübt. Die Wirkungsweise ist vergleichbar mit den schwarzen Löchern, die man im Universum beobachten kann. Planeten, die einem schwarzen Loch zu nahe kommen, werden unweigerlich von ihm aufgesogen, die Anziehungskraft ist so stark, dass sie ihre Bahn nicht mehr halten können und in ihnen verschwinden. Auch innerhalb unserer Gemeindestrukturen lassen sich ähnliche Wirkungen beobachten. Gläubige, die einem solchen Zentrum nahe kommen, werden unweigerlich von dessen Attraktivität wie magnetisch angezogen. Anfangs ist das sicher bereichernd und wertvoll und gehört mit zu den positiven Glaubenserfahrungen. Die Beobachtung, die ich aber leider mehrfach machen musste, zeigte dann aber doch einen negativen Trend. Das System des Gemeindezentrums prägte die Mitglieder so stark, dass sich eine Abgrenzung nach Außen entwickelte und ein elitärer Geist sichtbar wurde. Die Freiheit und Individualität der einzelnen Gemeindemitglieder wurde dem großen System einverleibt, an ihre Stelle trat Einheit durch Uniformität.

Durch die starke Anziehungskraft richtet sich alles auf das Zentrum aus und ballt sich an einem Ort zusammen. Kräfte, Gaben und Berufungen werden gebunden und dem Reich Gottes entzogen. Ich habe erlebt, wie in solchen Gemeindezentren berufene und begabte Jünger durch den organisatorischen und programmorientierten Ablauf des Gemeindesystems vereinnahmt wurden, um die „Show am Laufen zu halten“, anstatt für ihren eigentlichen Dienst freigesetzt zu werden. Wertvolle Ressourcen lagen viele Jahre brach und wurden fragwürdigen Events und gottesdienstlichen Programmen geopfert. Viele dieser Leute hatten ehrliche Absichten und wollten der Gemeindleitung gehorsam sein, obwohl sie den Drang zum „Dienst nach Draußen“ tief in sich spürten. In vielen Fällen wurden dadurch auch Gemeindespaltungen ausgelöst.

Auch der Versuch des Gemeindezentrums einer zentripetalen Entwicklung entgegenzuwirken, z.B. durch die Einrichtung einer breitflächigen Zellstruktur, hat keine Chance gegen die starke Kraft, die nach innen zieht, wenn das Zentrum und seine Programme die Priorität bleiben. Ich habe es mehrmals erlebt, wie ein starkes Gemeindezentrum, in dem ich zu Hause war, das selbständige, dezentrale Leben, an der Peripherie auf die Dauer erstickte, bzw. in sich aufsog, aus Angst, die Kontrolle zu verlieren. Eine Multiplikation von Diensten und Gemeinden kann da nicht entstehen und steht meist auch nicht auf der Gemeindeagenda.

Andererseits gibt es auch eine große Gefahr, wenn wir uns zu sehr auf Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Individualität einlassen. Dadurch wird eine starke Zentrifugalkraft ausgelöst, die zu einer Falle werden kann. Bei Hausgemeinden oder einfachen Gemeinden kann das zu einer Bedrohung werden, die wir nicht unterschätzen sollten. Zum echten Problem wird es dann, wenn einzelne Hausgemeinden gegen Vernetzung sind, ein Zentrum und eine gemeinsame Ausrichtung prinzipiell ablehnen und sich weigern eine gemeinsame Identität als Gemeinschaft mit anderen einfachen Gemeinden zu suchen. Sie haben Angst ihre eigene Identität als Gemeinde zu verlieren und wollen sich lieber weiter unabhängig entwickeln. Dadurch kommen sie nicht in den Genuss der Gaben vieler anderer und sind nicht angeschlossen an den regelmäßigen Einfluss der Dienste. Sie verlieren leicht die Objektivität und können in extreme Richtungen abgleiten. Wenn diese Entwicklung kommt, dann wird eine starke Fliehkraft entstehen, die dazu führt, dass sich die Hausgemeinden immer weiter voneinander entfernen, bald ganz zerstreut sind und „auseinander fliegen“.

Einfache Gemeinden brauchen die Anbindung an ein Netzwerk und an eine gemeinsame Vision, um nicht in Unverbindlichkeit und Unbedeutsamkeit unterzugehen. Dazu gehören gemeinsame, zentrale Feiergottesdienste, Lehrveranstaltungen und andere Events, an denen die einzelnen Hausgemeinden teilnehmen können. Offenheit und Aufnahme der mobilen Dienste aus Eph. 4.11, die ihre Einsicht und Gaben in die Hausgemeinden bringen, ist hier wichtig, um ein Gleichgewicht herzustellen. Damit sich ein Netzwerk von Hausgemeinden gesund zwischen beiden Extremen entwickeln kann, muss eine Ausgewogenheit zwischen Anziehungs- und Fliehkraft herrschen. Der Heilige Geist will diese Balance herstellen, bei der beide Kräfte in ein Gleichgewicht kommen und die unterschiedlichen Tendenzen gut aufeinander abgestimmt werden. Das zeigt sich in der Struktur eines Netzwerkes, wo sich die Verteilung der verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten entsprechend einpendelt. Auch hier müssen wir weniger machen, planen und organisieren, als vielmehr beobachten und erkennen, in welche Richtung uns der Heilige Geist führen möchte. Da gibt es keine Schablonen, die auf alle Netzwerke gleich anzulegen sind, sondern es entstehen immer individuelle Strukturen, die vom Charakter der Personen, der Hausgemeinden, der Orte und den Bedingungen und Gegebenheiten abhängen. Die Ausbreitung der Gemeinden im 1. Jahrhundert geschah offensichtlich ohne Schwierigkeiten in ausbalancierten Netzwerkstrukturen, weil die Dienste, die Paulus in Epheser 4,11 erwähnt, ungehindert wirken konnten. Als sie später blockiert wurden, veränderten sich die Strukturen und führten zum Kirchensystem, das wir heute noch haben.

VORBESTELLUNGEN FÜR DAS BUCH NEHME ICH GERNE ENTGEGEN

Richard Schutty

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Donnerstag, 8. April 2010
Die Krüge die Fackeln und die Hörner
"Und er (Gideon) teilte die dreihundert Mann in drei Abteilungen und gab ihnen allen Hörner in die Hand und leere Krüge, und in den Krügen waren Fackeln.... Da stießen die drei Abteilungen in die Hörner und zerbrachen die Krüge. Und sie ergriffen mit ihrer linken Hand die Fackeln und mit ihrer rechten Hand die Hörner zum Blasen und riefen: Schwert für den HERRN und für Gideon! .... Und sie blieben stehen, jeder an seiner Stelle, rings um das Heerlager (der Feinde). Da lief das ganze Heerlager durcheinander, und sie schrieen laut und flohen" Richter 3,16-21

Dieser Text hat mich heute morgen stark angesprochen, als ich für die Situation der einfachen Gemeinden in unserer Region gebetet habe. Viele einfache Gemeinden gibt es ja nicht bei uns - doch es gibt mittlerweile viele, die ihre institutionelln Gemeinden verlassen haben und sie nicht mehr besuchen. Viele von ihnen sind alleine, aber sie gehören trotzdem zum Volk Gottes in dieser Region und beklagen die schwierige geistliche Situation die hier herrscht.

In der Geschichte ruft Gideon 32000 Mann zum Kampf gegen das Heerlager Midians auf, das die ganze Region, in der die Israeliten lebten, unter Druck hielt. Von den rekrutierten Freiwilligen bleiben gerade 300 übrig, also weniger als ein Prozent. Gott wollte mit wenigen eine Wende herbeiführen, das ist auch heute noch seine Vorgehensweie, davon bin ich überzeugt.

Vielleicht gibt es in der Rhein- Ruhr- Region 5000 Christen, dann wären das im Vergleich weniger als 50 Leute. Wenn sie entschieden sind, für den Herrn zu leben und zu sterben, dann macht das einen großen Unterschied in einer Region, die unter einer dunklen Druckwolke lebt. (So meine Gedanken beim Gebet.)

Die Dreihundert kämpften nicht mit dem Schwert und mit menschlicher Stärke. Stattdessen brachten sie in der Nacht tönerne Krüge mit und stellten ihre Fackeln hinein, sodass der Lichtschein nicht nach Außen dringen konnte. In der Dunkelheit zerbrachen sie plötzlich ihre Gefässe und bliesen die Hörner wie zu einem Angriff. Die Machtverhältnisse änderten sich daraufhin schlagartig.

Da denke ich daran, dass es doch 30- 50 einfache, schwache (tönerne) Gläubige in der Region geben könnte, die wie diese Krüge, das starke Brennen des Geistes, das lodernde Licht Gottes in sich verborgen halten. Was wäre, wenn sie in zerbrochenem Zustand zusammenkommen, damit ihr Licht plötzlich hell in der Nacht leuchtet und mit den anderen zusammen zu einem großen Schein wird, bzw. zu einem großen Lichtermeer wird.

Die Dreihundert hatten in der einen Hand die brennende Fackel und in der Hand hielten sie eine Posaune und bliesen diese kräftig, sodass ein lauter Schall im ganzen Tal ertönte. Das gehört mit dazu, dass die Zusammenkommenden ihre Stimme, ihre Instrumente erschallen lassen, damit die Finsternis erschüttert wird.

Ich weiß, es hat schon viele solcher, oder ähnlicher Visionen im Ruhrgebiet gegeben, die alle mehr oder minder im Sande verlaufen waren. Trotzdem, so glaube ich, ist Gott mit dieser Vision noch nicht am Ende. Drei Dinge könnten dabei enscheidend sein:

1. Die Zerbrochenheit der einzelnen Jünger, damit das Licht in die Öffentlichkeit dringen kann.
2. Die Bereitschaft uneigennützig, über konfessionelle Schranken hinweg, mit anderen zusammenzukommen, um zum richtigen Zeitpunkt mit gebündelter Lichtenrergie zu scheinen.
3. Das Verlangen, unsere Stimmen und Instrumente zur Ehre Gottes zu erheben.

Ric

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Mittwoch, 7. April 2010
Focus Jesus - Kräfte bündeln - neue Ufer erreichen
Ich denke, es ist nicht im Interesse Jesu, wenn wir als seine Jünger, als gläubige Nachfolger, uns nicht versammeln und isoliert versuchen, unser Glaubensleben zu leben.

Richtig, viele von uns haben schmerzliche Erfahrungen, z.T. sogar Missbrauch in institutionellen Gemeinden erlebt und sind froh, dass sie einen Weg aus den falschen Gemeindesystemen gefunden haben. Doch darf das nicht dahin führen, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit anderen Gläubigen haben.
Jesu Anliegen ist, dass seine Gemeinde in dieser Welt sichtbar und präsent ist, sie hat einen großen Auftrag, dazu müssen wir zusammen kommen und uns einander dienen und uns gegenseitig ergänzen. Dann erst wird die Power Jesu in unserer Umwelt aktiviert und die Welt kann erkennen, das wir seine Jünger sind. Ja ich glaube, dass dadurch ein doppelter Synergieeffekt in der unsichtbaren Welt freigesetzt wird, der unbedingt notwendig ist, die Kraft des Heiligen Geistes und die Kraft der Gemeinschaft.

Wenn wir das nicht tun, dann bleiben wir auf unserer einsamen Insel, weitab vom Festland und konservieren unser geistliches Leben, was eigentlich nicht geht. Geistliches Leben braucht die Erweiterung und die Aktion im Verbund mit anderen. Deshalb, so meine ich, ist es wichtig, dass wir uns zusammenfinden, wo immer es möglich ist, gemeinsam beten, das Wort hören, Beziehungen leben, Gott feiern und seine Taten verkündigen.

Ich bete und wünsche, dass Gott uns hilft, besonders hier in unserer Region, dem Ruhrgebiet, das in den nächsten Jahren mehr zu verwirklichen. Wie auch aus anderen Ballungsräumen bekannt, gibt es mittlerweile viele Christen, die versuchen, ausserhalb der "Gemeindemauern" ihr Christsein zu leben. Das ist zunächst eine verständliche Entwicklung, die ernst zu nehmen ist. Doch muss daraus auch etwas Neues entstehen, was Gemeinde und Reich Gottes zum Inhalt hat. Wenn wir uns fragen, was das Neue ist, das entstehen soll, dann kommen wir wieder zu den altbekannten Werten. Intensive Gemeinschaft, Jüngerschaft und missionarische Kraft.

Der Focus bleibt bei Jesus und am besten können wir uns in der Gemeinschaft dazu ermutigen. Den Ruf zur Jüngerschaft können wir auch nur dann nachgehen, wenn wir uns mit dem Bruder und der Schwester auseinandersetzen und den gemeinsamen Auftrag erkennen. Das setzt letztlich die Kraft frei, die sich Bahn machen will, die frohe botschaft auch zu denen zu bringen, die sie noch nicht kennen.

Wer macht mit?

Ric

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Dienstag, 21. Oktober 2008
Gott der große Netzwerker
Klar, Netzwerke sind nix Neues, gabs schon immer, ihre Bedeutung wird aber in der postmodernen Gesellschaft erst richtig klar.
Der Erfinder ist natürlich unser Schöpfer. In allem was er erschaffen hat existiert dieses Grundmuster des Lebens.
Z.B. ist der menschliche Körper ist ein Netzwerk - was da alles an Funktionen zusammen kommen und koordiniert werden, ist erstaunlich.
Das Skelett z.b. funktioniert wie ein Netzwerk - verschiedene Glieder sind miteindander verbunden und stehen in einem gemeinsam koordinierten Ablauf zueinander, verbunden und bewegt durch Muskeln und Sehnen. Das Skelett wiederrum ist verbunden mit dem gesamten Nervensystem, was vom Gehirn aus gesteurt wird und den ganzen Körper durchzieht - ein weiteres Netzwerk. Auch der Blutkreislauf mit seinen Verzweigungen ist wie ein Netzwerksystem im Körper.
Ein weiters Beispiel ist das ganze ökologische System unserer Erde, es ist ein Netzwerk, indem die gesamten Ressourcen so aufeinander abgestimmt sind, dass eine Ballance entsteht - eins greift in das andere.
Und natürlich der Leib Jesu, von Gott geplant und gedacht als Netzwerk, wie es in den 3 Gabenlisten der Bibel erklärt wird.

Gleiches Merkmal bei allen Netzwerken ist, dass ein Teil das andere braucht und nicht auf Alleinexistenz ausgelegt ist. Und, anders als beim hierarchischen Organisaitonsmodel hat ein Netzwerk eine andere flache Struktur und verfügt über andere Steuermechanismen, so wie es auch bei Organischen Lebenformen ist.
Grade fällt mir dabei der Sardinenschwarm ein, oder auch große Vogelschwärme in Afrika deren Gesamtbwegung total gleichmäßig koordiniert ist - ihre einheitlichen Bewegungen werden nicht durch ein hierarchisches System gesteuert, sondern durch einen Steuermechanismus, der aus der Vielzahl der miteinander in Beziehung stehenden Einzeltiere besteht. Es sieht fantstisch aus, wie sie sich gemeinsam, ohne dass da erkennbar ist, woher der Impuls kommt. Sie bewegen sich wie ein Wesen, wie ein Organismus.
So ist es auch mit dem Leib Jesu, der aus vielen Einzelmenschen (Leibern) besteht. In der Apg heißt es, sie waren wie ein Mann. Der geheime Steurmechanismus dieses Netzwerkes muss wohl durch den Heiligen Geist erfolgt sein.

Ric

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Donnerstag, 12. Juni 2008
Netzwerk, neuer Begriff für Konfession?
Ich möchte das Thema Netzwerk, Vernetzung nochmal aufgreifen, weil ich denke, dass es noch nicht genügend erklärt und diskutiert wurde.

Sind Netzwerke die alten organisierten Daverbände mit neuem Namen? Sind die einfachen Gemeinden auf dem alten Weg, mit einem neuen Gewand eine neue Konfession zu errichten. Jemand sagte , dass die einfachen Gemeinden nicht auf einem Weg zu einer Denomination sind, weil sie verschieden und selbstständig sind. Gibt es aber eine überörtliche "Organisation", führt das nicht unweigerlich dazu, dass diese Selbstständigkeit und Individualität verloren geht, weil sie sich automatisch alle angleichen?

Ich denke die entscheidende Sache ist die Frage nach dem Chrakter von Beziehung. Als sich die ersten Gemeinden im 1. u. 2. Jahrhundert entwickelten, breiteten sie sich über die natürlichen Beziehungen von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, von Haus zu Haus, von Ort zu Ort aus, entlang der Straßen des römischen Reiches, die zuerst von den Soldaten, später von den Kaufleuten und dann sogar von Touristen benutzt wurden. Die Ausbreitung der Gemeinde geschah zwar in vorbereiteten weltlichen Infrastrukturen, doch nicht bewußt organisiert - es geschah einfach. Und es geschah, so sagte es Kirchenvater Cyprian, wie eine "Genealogie von Gemeinden", also multiplikativ, wie Familien wachsen und sich vermehren, wie soziale Beziehungsgeflechte entstehen, wie sich Menschen zusammentun und immer wieder neue Leute "angesteckt" werden, wie ein Grippevirus, der sich unter einer bestimmten Gruppierung von Menschen ausbreitet. Um beim Beispiel der Vermehrung von Familien zu bleiben, wissen wir, dass jede neue Familie anders ist. Jede neue Familie wird zwar in vielen Dingen bestimmte Werte aus zwei Herkunftsfamilien mitnehmen, doch wird sie unweigerlich eine ganz neue Familienitdentität entwickeln, mit ähnlichen Werten, aber auch mit modifizierten und ganz neuen Werten. Trotzdem bleibt die Grundstruktur der "sozialen Organisation" und des "geistlichen Organismus", die DNS der einfachen Gemeinde erhalten.
Was durch diese Verbreitungsart entsteht, ist eine organisches Netzwerk von lebendigen Beziehungen der Gemeinden untereinander, wie in einer Sippe oder in einem Clan. Das kann man fördern, indem man bewußt auf andere zugeht oder es blockieren, indem man sich abwendet und nichts gemeinsam unternimmt. Vernetzung kann also auch mit Überlegung und Planung einhergehen. Die Beziehungen die dann entstehen, sind aber nur sinnvoll, wenn sie von Gott gestiftet, bzw. eingefädelt werden. Beides ist notwendig, göttliche Lenkung und Vorsehung, aber auch menschliche Initiative.

Leiter sind "Netzwerker" - nur wer ein Netzwerk von Beziehungen pflegt, kann Dinge bewegen. Reich Gottes heißt, dass wir als Christen etwas Positives in Bewegung setzen. Nicht nur Apostel, sondern alle 5 Dienste aus Eph. 4.11 müssen Netzwerker sein, um ihren Dienst tun zu können. Die Netzwerke sind nämlich die Infrastrukturen, in denen die mobilen Dienste sich von Gemeinde zu Gemeinde bewegen - sie sind der Blutkreislauf (das koranale Netzwerk) und die Nervenbahnen (das neuronale Netzwerk) des Leibes, in denen die Nahrung und die Impulse Gottes für seine Kinder fliessen.

Die Art von Beziehungen unter den Netzwerken einfacher Gemeinden basieren darauf, dass die einzelnen freiwillig, weil sie es wollen und brauchen, Beziehungen suchen und pflegen und nicht weil sie es müssen, weil sie kontrolliert und von anderen organisiert werden. Auf dieser Basis kann ein loser Zusammenschluß von Gemeinden in einem bzw. in mehreren Netzwerken entstehen, wodurch ein großer Ressourcenpool für alle nutzbar gemacht wird.
ric

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Freitag, 29. Februar 2008
Professor Kruse über Kreativität - anwendbar auf Einfache Gemeinde

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Samstag, 19. Mai 2007
In den Häusern II
Am 4. Tag machten wir uns mit einigen Verantwortlichen einer örtlichen Gemeinde auf den Weg nach Sfintu Gheorghe, der größten Stadt im Bezirk Covasna, etwa 120 km südlich von Gheorghieni. Dort erwartete uns der verantwortliche Älteste einer größeren Hausgemeinde, die mit einer anderen Hausgemeinde zusammenarbeitet.
Etwa ein Monat vor unserer Reise erfuhr ich über eine andere Person in Deutschland, dass es dort eine Hausgemeinde gibt. Ich wußte nicht, dass die Gemeinde in G. mich dorthin führen würde. Ja, Gott knüpft die Beziehungen - halleluja. Da setzte der Herr am Abend "noch eins drauf", als wir erfuhren, dass in der zweiten Hausgemeinde eine Frau ist, dessen Bruder in Deutschland lebt, er gehört zu einer Hausgemeinde in Gunzenhausen, die Keith Smith vor einigen Wochen besucht hatte. Preis dem Herrrn, die Welt ist klein.

ric

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Freitag, 30. März 2007
Gedanken über Hauskirchen und eine kommende Ausgießung des Heiligen Geistes
von Maurice Smith

Zunächst führt der Autor aus, wie in den letzten drei Jahrhunderten Gott immer wieder Ausgießungen des Heiligen Geistes gab, um die Gemeinden zu erneuern. Immer hatte es zu tun mit einer Hilflosigkeit der Christen und einer Bewegung der Buße.
Er meint, dass wir uns in der westlichen Welt wieder an einem solchen Punkt befinden. Es sei notwendig, die eigenen Gemeindeprogramme zu beenden und in bußfertiger Haltung Gottes Agenda für uns anzunehmen.

Abschließend betont er besonders:
“Es ist gut, wenn wir in all dem die Bedeutung der Hauskirchen- Netzwerke erkennen. Die kommende Ausgießung des Heiligen Geistes ist eine Bewegung des Geistes Gottes, die von „Haus zu Haus“ geht, so wie es in Apostelgeschichte 2-4 zu lesen ist. Die Frage ist, bewegen wir uns schon von Haus zu Haus? Vernetzen wir uns und erzählen den anderen Hausgemeinden was Gott bei uns tut, damit sie informiert und ermutigt werden?
Warum ist das wichtig? Weil es möglich ist, dass viele Leute und viele Hausgemeinden die kommende Bewegung Gottes wegen Isolation und Unbußfertigkeit verpassen könnten.
Wie sieht es bei dir aus? Einer meiner prophetisch begabten Freunde, der schon seit mehreren Jahren intensiv betet, um sich vorzubereiten, hörte direkt vom Herrn: „Viele werden berührt, aber nur wenige werden voll hineinsteigen“.
Das macht mir Angst, denn das könnte auch bei uns in der Hauskirchenbewegung so geschehen. Eine andere prophetische Person der ich vertraue, hatte einen Traum, wo sie und ihr Ehemann in einem Flughafen versuchten ein Flugzeug zu bekommen. Sie wurden auf einen falschen Weg geführt und kamen in Verwirrung. Als sie endlich den Abflugbereich erreichten, startete das Flugzeug ohne sie. Mit Tränen in den Augen erwachte sie.
Die Botschaft war deutlich, eine Warnung für sie und für alle, die Ohren zum Hören haben. Es ist möglich, die kommende Bewegung zu verpassen. Was können wir dann als Entschuldigung bringen. Ich hoffe, du wirst nicht gegen Vernetzung mit anderen Hausgemeinden sein, um den Fluß zu erleben, der von Hausgemeinde zu Hausgemeinde fließen wird.

übertragen von house2house und übersetzt von Richard Schutty
Originally Published in the Parousia Weekly Update Letter For The Week of March 16, 2007 – by Maurice Smith newsletter@parousianetwork.org

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Donnerstag, 8. März 2007
Stimmt das - oder hat er keine Ahnung?
Kanzleramtschef warnt vor virtueller Religion
Von: Evangelische Nachrichtenagentur idea

L e i p z i g (idea) – Vor einer virtuellen Religion ohne persönlichen Kontakt zu Gemeinden und Kirchen hat der Chef des Bundeskanzleramts, Thomas de Maizière (CDU), gewarnt. Der Minister sprach am 7. März in Leipzig bei einem Festakt des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zu „15 Jahre Kirche im MDR“.

Wie er sagte, etablieren sich immer mehr virtuelle und multimediale religiöse Angebote. Als ein Beispiel nannte er die Internetplattform „Second Life“ (Zweites Leben), wo man ein virtuelles Leben im weltweiten Datennetz führen und auch Gottesdienste besuchen kann. Im Unterschied zu solchen Entwicklungen muss die kirchliche Medienarbeit laut de Maiziere Lust machen auf authentische Begegnungen. Gemeinschaft mit Christen sei etwas anderes als eine virtuelle Religiosität. „Kommunion und Abendmahl gibt es nun einmal nur in einer realen und nicht in einer virtuellen Gemeinde.“ De Maizière würdigte die Rundfunk- und Fernsehgottesdienste. Für viele Patienten seien sie die einzige Möglichkeit, einen Gottesdienst zu erleben.

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