Samstag, 7. September 2013
Apostolische Tradition, Teil 2
Wenn wir Jesus nachfolgen, dann richten wir unser persönliches Leben an dem Vorbild Jesu aus. Er ist der neue Mensch, der Adam abgelöst hat, er ist der lebendigmachende Geist in uns, der uns es ermöglicht komplett neu zu beginnen und ein Leben entsprechend des Willens Gottes zu führen. Was wir aus dem Gesetz niemals hätten schaffen können, den alten Adam zu verändern, daß schafft Jesus in uns, eine neue Schöpfung, einen erneuerten Menschen, dem es möglich ist, wie Jesus zu leben. Diese Basis unseres Glaubenslebens dürfen wir nicht verlassen, sie ist das Fundament für den Bau unseres Lebens.

In seiner kurzen Wirksamkeit auf Erden hat uns Jesus dieses Fundament gegeben, wir brauchen es nicht selbst kreieren und bauen, wir können es einfach als Geschenk annehmen. Das ist großartig. Die ersten Jünger Jesu erwarteten Seine Wiederkunft noch in ihrem Leben und sahen keine Veranlassung etwas aufzubauen, was wir heute Gemeinde nennen. Sie waren einfach der Leib Jesu und jeder der zum lebendigen Glauben kam wurde in übernatürlicher Weise zu dieser, in Organisationsstrukturen nicht sichtbaren Gemeinde hinzugetan, so lesen wir es im 2. Kapitel der Apostelgeschichte. Niemand kam auf die Idee eine spezielle Organisation zu gründen oder spezielle Räume für eine große Mega- Gemeinde anzuschaffen. Sie gaben ihren Besitz füreinander und lebten in Frieden, Liebe und Eintracht zusammen.
In der Apostelgeschichte lesen wir, daß sie sich hin und her in den Häusern der Gläubigen trafen und auch im „Tempel“. Genauer gesagt, war es das offene Gelände der Säulenhalle Salomons, vor dem eigentlichen Tempelgebäude, der Vorhof der Heiden, zu dem jeder freien Zugang hatte, auch die Heiden. Im Prinzip führten die Jünger die Gewohnheiten Jesu fort, der sich einerseits immer wieder im privaten Bereich hier und da in den Häusern mit Menschen und Nachfolgern traf, um zu essen und sich zu untererden und andererseits auch unter freiem Himmel die Menge zu seinen Predigten versammelte oder im Tempelgelände zu den Menschen sprach. Man könnte sagen, daß das eine ursprüngliche „Tradition“ war, die von den Jüngern übernommen wurde und zur einer ersten „Basis - Gemeindestruktur“ wurde. Was den Inhalt ihrer Treffen und der gemeinschaftlichen Handlungen betrifft, lehnten sie sich traditionell an das an, was Jesus ihnen gesagt hatte: Das Brechen des Brotes als ständige Erinnerung, die sie in den Häusern fortführten und die Taufe, auf den Namen Jesu, die sie als weitere Tradition einführten, angelehnt an dem Beispiel der Johannestaufe.

Tatsache ist, daß das Neue Testament nur zwei Beispiele zeigt, wo Jesus über die Gemeinde als solche redete. Demgegenüber sprach er aber mehr als hundert Mal über das Reich Gottes und auch viele Male über Jüngerschaft. Es war ihm wichtiger, diese beiden Dinge intensiv zu lehren, weil es hier mehr um die Grundhaltung der Jünger für die Zukunft ging.
Nichtsdestotrotz waren diese beiden Erwähnungen wegweisend für die Apostelgeschichte. So heißt es in Mt. 16, 18: „Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.“
Jeder fundierte Bibellehrer und Linguist weiß, daß mit „auf dieseM Felsen“ nicht Petrus gemeint ist, sondern Jesus selbst, den wir als Fels aus dem AT (5.Mose 32,15) und als Fels aus dem NT (Mt.7,24-25) kennen. Der Fels ist das Fundament, von dem ich Eingangs sprach. Dieses Fundament kann nur dann in einem Menschen gelegt werden, wenn dieser eine Offenbarung Gottes darüber hat, daß Jesus der Christus ist. Damit endet die Geschichte nicht, denn Jesus sagt, daß er auf diesem Fundament der Jesusoffenbarung seine Gemeinde bauen will. Damit weist er auf die Zukunft hin, wo er sich als Baumeister und Handelnder ausgibt, was die Gemeinde und deren Strukturen betrifft. Nicht der Mensch baut diese Gemeinde, sondern Jesus selbst: „und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“.
Damit gibt Jesus klar den Hinweis, daß er nach seinem Fortgehen etwas bauen will, was er Gemeinde nennt. Und weil es von ihm gebaut wird, hat keine Macht der Finsternis die Möglichkeit das zu zerstören. Für mich bedeutet das, daß es ein zweites Entwicklungskapitel geben muss, was die Existenz der Gemeinde betrifft.

In der zweiten Bibelstelle erwähnt Jesus den Charakter dieser seiner Gemeinde. Es wird eine Gemeinschaft von Gläubigen sein, die die Autorität Gottes in dieser Welt repräsentieren werden: Was sie binden und lösen auf Erden, daß wird auch im Himmel gebunden und gelöst sein und um was sie in Einheit bitten, das wird ihnen vom Vater im Himmel gegeben werden. (Mt.18,18-20)

Ich fasse zusammen. Jesus hat seinen Jüngern für die Zukunft drei Traditionen hinterlassen:
1. Eine grobe äußere Struktur von Versammlungen in den Häusern und in der Öffentlichkeit.
2. Das Brechen des Brotes zu Seinem Gedächtnis.
3. Die Taufe im Wasser als Bekenntnis des persönlichen Glaubens.

Dann hat Jesus an zwei Stellen einen Hinweis auf den Charakter der zukünftigen Gemeinde gegeben:
1. Sie ist auf dem Felsen echter Jesus Christus- Offenbarung aufgebaut und wird so stark sein, daß niemand sie überwältigen kann.
2. Sie repräsentiert in ihrer Versammlung die Autorität Gottes auf Erden und im Reich Gottes

Ich für meinen Teil fühle mich verpflichtet, diesen drei Traditionen die Jesus uns hinterlassen hat zu folgen und habe Respekt vor dem zweifachen Charakter der Gemeinde.

Ric

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Apostolische Tradition, Teil 1
Nachdem ich jetzt mit vielen von euch mehr als 10 Jahre „hausgemeindemäßig“ unterwegs bin, habe ich in letzter Zeit mehrfach zurückgeblickt, um zu verstehen, was da abgelaufen war. Es gab Zeiten, die mehr ein Experiment waren, Zeiten, in denen man Dinge aus der Vergangenheit aufgearbeitet hat, Zeiten in denen viel passiert ist und solche, in denen wenig passiert ist. Jetzt denke ich, sind wir in einer Zeit wo Gott eine neue Wegstrecke öffnet und ich hoffe, daß ich nicht der einzige bin, der das so sehen kann.
Ich verstehe heute viel klarer und deutlicher, dass es drei verschiedene Arten gibt, Gemeinde zu leben oder zu sein. Erstens gibt es da die uns allen bekannte institutionelle Gemeinde, die neben dem Glauben an Jesus Christus auch noch ihre deominationellen Traditionen lebt. Zweitens gibt es viele Hauskirchen oder einfache Gemeinden, die sich entschieden haben, so weit wie möglich ohne jede Tradition zu leben. Und dann gibt es noch einen dritten Weg, in dem wir die apostolischen Traditionen aus dem ersten Jahrhundert in unser Gemeindeleben integrieren. Ich habe mich für den dritten Weg entschieden, weil ich glaube, daß er der richtige Weg ist, der uns zu einer Reformation der Gemeinde führen kann.
Apostolische Traditionen sind z.B. das Brotbrechen, integriert in ein volles Mahl, die apostolische Lehre, die Gemeinschaft im Haus und Treffen im "Tempel", die Ältesten, die Dienste aus Eph.4,11 und die Glaubenstaufe.
Noch längst nicht haben wir diese Punkte herausgearbeitet, um sie in unser Gemeindeleben zu inte- grieren. Da bleibt noch einiges zu tun. Ich möchte in nächster Zeit mit dazu beitragen, daß wir in diesem Sinne weiter kommen.

Ric

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Montag, 29. Juli 2013
Apostolische Emigration und apostolische Migration
Artikel vom 29.6.2013

Auswanderung - Einwanderung

Seit einigen Tagen spüre ich innerlich etwas, was ich als Ansprache Gottes bewerte. Verschiedene Zeichen und Begebenheit deuten diese Richtung an:

Ich meine, und ich glaube, wir stehen vor einer neuen Sache. Gott will ein neues Kapitel in seinem Buch über die Gemeinde schreiben. Es ist eine innere Ahnung, die ich habe, ob es stimmt, werden wir spätestens im nächsten Jahr sehen und feststellen können. Es muss natürlich geprüft werden.

Der Auszug der Christen aus den institutionellen Gemeinden ist voll im Gange. Durch meine breite Internetrpäsenz und durch viele Reisen durch Deutschland, meine ich einen Überblick bekommen zu haben. Kontinuierlich erreichen mich Christen, persönlich, per e-mail, in der Community und in Facebook, die "unterwegs sind", sie sind im Auszug begriffen. Ja, der Strom der Auswanderer reißt nicht ab und das beobachte ich schon etwa seit dem Jahr 2002.

Mittlerweile ist viel geschehen - nicht wenige einzelne Personen und Gruppen von Christen sind damals auf die "Hauskirchenwelle", die ins Land schwappte aufgesprungen und sind nach einigen Jahren entäuscht wieder auf dem harten Boden gemeindlicher Realität gelandet, sie haben sich abgewandt. Doch neue sind stetig dazu gekommen, auch sind etliche Hardliner von damals übrigegeblieben, die weitergemacht haben. Es waren solche, die von Gott ganz klar gehört hatten, dass sie weiter den Weg außerhalb der Institution als Gemeinde gehen sollen. Für sie gab und gibt es kein Zurück.

Mittlerweile gibt es zwei große Gruppen im Land. Solche, die schon mehr als 7 Jahre dabei sind und in ihrer Haltung und Ausrichtung eine beachtliche Festigkeit erlangt haben. Sie wollen nicht wieder zurück, sondern den unbekannten Weg mit Jesus weiter gehen und sie wissen noch nicht, was kommen wird. Einzelne sind, wie Elia in der Wüste, in einem Tal der Entleerung zu neuen Kräften und zu neuen Visionen gekommen und wagen sich an den steilen Aufstieg. Sie gehen nicht wieder zurück, auf den "Berg Sinai", von dem sie gekommen sind, sondern peilen den neuen Berg an, den "Berg Zion".

Und da ist eine andere Gruppe derer, die neu dazugekommen sind. Sie sind noch damit beschäftigt, ihre Gemeindevergangenheit aufzuarbeiten. Sie ruhen sich aus und versuchen sich zu entspannen.
Damit aus beiden eine geschlossene große Gruppe werden kann, mussten und müssen die, die den Vorsprung haben auf die anderen Neuankömmlinge warten. Das geht mittlerweile schon so seit mehreren Jahren so. Bei Netzwerktreffen, Foren und anderen Gelgenheiten wurde für alle immer wieder neu zurückgeblickt und neu Aufarbeitung betrieben. Eine neue Formierung und Konzentration war nicht möglich.
Diese Wartezeit geht jetzt allmählich zu Ende. Die Auswanderer der ersten Gruppe setzen sich wieder in Bewegung und wagen sich langsam an den beschwerlichen Aufstieg ins Neue, Unbekannte, was doch schon dagewesen war. Gott blättert die Seiten des Buches um und es erscheint ein neues Kapitel, machen wir uns gemeinsam auf den Weg!?

Ric

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Mittwoch, 29. Mai 2013
Ekklesia Oikos, was ist das?
EKKLESIA ist das griechische Wort für Gemeinde. Wörtlich "Herausgerufene" (Versammlung der freien Bürger einer Stadt). Es sind diejenigen gläubigen Christen, die Gott aus der Welt herausgerufen hat, um sein Volk, seine Familie zu sein.
OIKOS ist das griechische Wort für Haus. Gemeint ist der Ort, der Raum, oder das soziale Umfeld in dem eine (erweiterte) Familie zusammen kommt und das Leben miteinander teilt.
EKKLESIA OIKOS als Wortzusammensetzung im erweiterten Sinn finden wir mehr als 30 mal im NT. Konkret genannt wird es in folgenden Bibelstellen:
1. "Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus .... und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos)." (Rev. Elberf. Ü., Römer 16, 3.5)
2. "Grüßt die Brüder in Laodizea und Nympha und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos). (Rev. Elberf. Ü., Kol 4,15)
3. "Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter .... und der Gemeinde, die in deinem Haus ist." (Rev. Elberf. Ü., Philemon 1 u. 2)

In diesem Sinne ist die "EKKLESIA OIKOS" die herausgerufene Versammlung der gläubigen Jünger in einem (mehreren) sozialen Umfeld (Raum), egal ob Haus, Wohnung, Cafe, freier Platz oder Internet.

[Definition frei nach Richard Schutty]

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Dienstag, 7. Mai 2013
Das Lernen in der Hausgemeinde I
"Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht." (Apg. 20,7, Luther 1984)

Da könnte man denken, kein Wunder dass der junge Eutychus vom Fenster gefallen ist, wenn er bis Mitternacht der Predigt des Paulus zuhören musste. Soll das ein Vorbild für uns Christen sein, wie einer die anderen vollpredigt bis zum geht nicht mehr?
Die Frage für mich ist, ob Paulus wirklich solange gepredigt, bzw. gelehrt hat. Das passt doch gar nicht in unser Konzept von einfache Gemeinde, oder? Hat Paulus etwa so lange geredet, um die Gelegenheit zu nutzen, alles zu sagen, was er den jungen Christen noch sagen wollte. Oder hat sich etwa keiner getraut zu sagen, dass es nun reicht. Vielleicht war auch der Hunger nach Gottes Wort so groß, was heute eher selten ist. Wir sollten immer an die Situation denken. Einfache Gemeinden sollten eigentlich kein Konzept haben, also könnte es doch passen.
Wir wissen auch nicht worüber Paulus da im einzelnen gelehrt hatte, vielleicht brauchte es dieses Wunder des Paulus als Ergänzung für die lange Predigt, damit Leben in die Bude kam.
Vielleicht war es aber doch eher ein angeregter Lehrdialog und keine Mammutpredigt. Was war wohl das Thema, das wäre doch interessant herauszufinden. Jedenfalls waren die Leute glücklich, dass dieser Mann wieder am Leben war!

Bei genauer Sicht des Textes fällt einiges auf. Paulus und seine 7 Begleiter hatten viel erlebt, sie waren sozusagen ein erweitertes apostolisches Team - unterwegs für den Herrn. Sie hatten also bestimmt einen ausfühlichen Reisebericht mitgebracht. Und anhand der Erfahrungen die sie gemacht hatten gab es immer wieder Fragen und Erklärungen. Die Begleiter war zum größten Teil Jünger von Paulus, also waren sie in einem ganz praktischen Lehrnprozess und die Gemeinde durfte davon profitieren.
Ich denke, dass sie sich über die Totenauferweckung nicht lange unterhalten haben. Es gab bestimmt eine Menge anderer Themen und Fragen. Paulus kam mit 7 Begleitern und 6 waren schon vorher angereist und sie verweilten dann noch 6 Tage, bis dann, am letzen Tag vor seiner Abreise dieses Treffen mit Brotbrechen einbraumt wurde. Vielleicht war es ein regelmäßges Treffen an diesem Tage, und jetzt waren alle aus der Gemeinde anwesend. Ich kann mir vorstellen, dass alles, was es noch zu besprechen gab, an diesem Abend noch zu erfolgen hatte.
Paulus wollte am nächsten Tage früh morgens aufbrechen, es war ihm scheinbar egal, die ganze Nacht vorher noch mit der Gemeinde zusammen zu sein.

Guido Erlinger sagte in der Community Folgendes zu dem Text:
"Das griechische Wort, das hier verwendet wird, ist "διαλέγομαι" (dialegomai).
Siehe auch: https://www.bibletools.org/index.cfm/fuseaction/Lexicon.show/ID/G125... und https://studybible.info/strongs/G1256
Das griechische Wort wird im NT 13x verwendet:
Mark 9:34, Acts 17:2, Acts 17:17, Acts 18:4, Acts 18:19, Acts 19:8, Acts 19:9, Acts 20:7, Acts 20:9, Acts 24:12, Acts 24:25,Hebrews 12:5, Jude 1:9
Übersetzungsmöglichkeiten laut Strongs sind so:
1) sich unterreden
2) sich mit jmdm. unterhalten; sich mit jmdm. auseinandersetzen über ... ; etw. besprechen, diskutieren; argumentieren, ein Streitgespräch führen.
3) auch allg.: reden, predigen, sprechen (mit Zwischenfragen?);
eine Ansprache halten.
Meiner Ansicht nach ging es keinesfalls um ein schulmäßiges lehren oder anpredigen, sondern um einen aktiven Dialog zwischen Paulus und den Anwesenden!
Zur Länge des Treffens:
Wenn ich an so manche Zeiten denke, wo ich mit Freunden bis in die Nacht hinein saß und wo miteinander diskutiert und ausgetauschtwurde, dann kann ich mir das gut vorstellen. Aber das ist ja nicht als Prinzip oder allgemeiner Zustand zu verstehen, dass das Zusammenkommen von Geschwistern so lange dauert. Auch hier im Chat wird es ja ab und zu etwas später ;-) ... aber das ist ja nicht die Regel.
Dass es an jenem Abend zusammen mit Paulus so lange wurde, sollten wir nicht überbewerten! Einen Widerspruch zu gelebter Gemeinde sehe ich nicht.
Wenn ein Freund zu Besuch käme, den ich lange nicht gesehen habe oder lange nicht mehr sehen würde, dann kann (nicht muss) es schon sein, dass wir bis in den frühen Morgen sitzen und miteinander sprechen."

Das möchte ich unterstreichen.

Lektion 1: Eine Art des Lehrens/ Lernens in der einfachen Gemeinde geschieht durch Gespräch, Diskussion - siehe das griechische Wort "dialegomai".
Wobei es sinnvoll erscheint, dass jemand da ist, der den Überblick hat und die Fäden zusammenhalten kann. (Siehe Jakobus beim ersten Konzil in Antiochien)

Ric

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Sonntag, 17. März 2013
Einfache Gemeinde, in 2 min. erklärt auf einer Serviette


Gott lieben - den anderen lieben - Jünger machen

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Sonntag, 3. Februar 2013
10 Jahre Leben in einfachen Gemeindestrukturen
Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, Teil oder Mitglied einer institutionellen (Kirche-) Gemeinde zu sein (IG). Wenn ich in einem Gottesdienst einer IG bin, was doch hin und wieder mal vorkommt, dann merke ich wie fremd und wie anders mir dieses Umfeld geworden ist.
Einige Prozesse liegen hinter mir: Zunächst hatt ich meine guten Gründe, das System der Gemeinde/ Kirche zu verlassen - es war relativ einfach, ich ging einfach nicht mehr hin. Viel langwieriger war es aber, das System aus meinem Herzen herauszubekommen. Zum ersten Mal war mir aufgefallen, wie sehr mein Denken geprägt war von einer bestimmten Interpretion des Glaubens und von bestimmten Handlungen, Maßstäben und Werten.
Zunächst ging es da natürlich um Vergebung, weil es sonst keinen Sinn gemacht hätte, einen neuen Weg einzuschlagen. Loslassen hieß die Devise, ohne Bitterkeit, all die Dinge, die sich als Verletzung festgesetzt hatten, an Jesus abzugeben und sie am Kreuz zu lassen. Denn ich bin auch nicht besser als diejenigen, die ich in den IG- Strukturen verlassen hatte. Nicht daß du meinst, ich bin gegangen, weil ich mich als etwas besseres gefühlt hatte – nein, es ging einfach darum, nach meinem Gewissen und nach besserem Wissen zu handeln, genau wie damals, als ich aus guten Gründen den Wehrdienst mit der Waffe verweigert hatte.
Wie nie zuvor wurde mir deutlich, daß die Gemeinde der Leib Jesu ist und nicht eine von Menschen gebildete Organisation, die sich als Verein hat eintragen lassen. Weder den Gottesdienst am Sonntag erkannte ich mehr an als Gemeinde, noch die zahlreichen Aktivitäten, die von den dazugehörenden Christen ausgübt werden. Nein, die Gemeinde, das war mir klar geworden, das sind die einzelnen Jünger Jesu, die sich um Jesus versammeln, egal wo und egal wieviele. Wir hatten uns entschlossen das, was sich Gemeinde Jesu nennt freizulegen, freizuschaufeln, unter all dem, was in den Jahrhunderten durch die verschiedenen Konfessionen und Denominationen aufgeschichtet wurde – eine große Aufgabe. Nahezu zwei Jahre waren wir (ca. 10 Personen) damit beschäftigt, herauszufinden, was die Gemeinde Jesu ist. Zuerst mussten wir frei werden von den angestammten Prägungen, um dann neu zu definieren, was wir aus der Bibel und aus unseren Erfahrungen ableiten konnten. Natürlich waren wir uns auch der Führung des Heligen Geistes bewußt. Dann, am Ende dieses Prozesses, nach etwa 3 Jahren Bestehen der Gemeinschaft, stellten wir uns die Frage: Wollen wir diese Gemeinde Jesu sein? Alle bejahten diese Frage und wir schlossen einen feierlichen Bund, wir wollten füreinander und für Gott da sein, wir wollten Gemeinde sein.

Dann kam eine Entwicklung, die man als Entstehen einer Gemeinschaft der Herzen bezeichnen kann. In dieser Zeit wurde uns deutlich, was Koinonia ist – das Miteinander, das Füreinander mit der Unterstützung des Heiligen Geistes. Einander wirklich kennenzulernen wie man ist und dann den anderen so anzunehmen, wie er ist. Das war gar nicht so einfach und oft war es schmerzlich, aber auch freudig und ging nicht ohne Tränen ab. Dann sollten wir verstehen, wie wir miteinander ein Ganzes und Neues werden.

Auch der Blick über den eigenen Tellerand kam unweigerlich. Zu erkennen, daß in der Welt Menschen sind, zu denen wir gesandt sind, um ihnen die frohe Botschaft zu bringen. Aber auch der Blick zur anderen Hausgemeinde sollte kommen und das Verständnis darüber, daß wir uns einander brauchen, auch außerhalb und zusammen ein Netzwerk einfacher Gemeinden bilden können.

Ric

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Montag, 3. Dezember 2012
Gemeindegründung
Vor einigen Jahren war ich Teilnehmer eines Seminars mit Neil Cole zu dem Thema „Organische Gemeinde“. Er prägte damals eine Aussage, die bis heute fest in meiner Erinnerung blieb. Er sagte:
„Wir müssen den Level für Gemeinde so tief ansetzen wie nur möglich und gleichzeitig den Level für Jüngerschaft so hoch es geht setzen.“

Wenn ich diese Aussage als Grundlage für das Thema Gemeindegründung nehme, hat das für mich tiefgreifende Konsequenzen. Als ich das zum ersten Mal richtig verstehen konnte, war es eine große Erleichterung. Eine schwere Last war von meinen Schultern genommen, denn das Thema war für mich immer wichtig und ich wollte mich der Herausforderung der Gemeindegründung stellen.

Es lohnt sich, daraus einige klare Statements für eine Strategie abzuleiten:

1. Immer wieder werden Überlegungen angestellt, wieviel Gläubige notwendig sind, um eine Gemeinde gründen zu können. Jesus sagt in Mt.18,20:
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“
Es geht hier um die Gegenwart Gottes, das war schon in der alttestamentlichen Gemeinde eine entscheidende Frage. Deshalb sollte Mose die Stiftshütte bauen, mit der Bundeslade in ihrer Mitte. Als sie fertig war zog Gott dort ein, nun hatte das Volk Israel durch das Zelt der Begegnung die Gegenwart Gottes in ihrer Mitte. Dasselbe geschah später im Tempel. Entsprechend dem hat die neuttestamentliche Gemeinde die Gegenwart Gottes in ihrer Mitte, wenn zwei oder drei im Namen Jesus versammelt sind. Das ist nicht schwer zu machen, es genügt also mit zwei oder drei Jüngern zusammenzukommen, um Gemeinde zu sein und Gemeinde zu leben. Halleluja.

2. Für zwei oder drei, bzw. für eine kleine Gruppe, brauchen wir keinen extra Raum, kein spezielles Gebäude, um die Grundlage für Gemeinde zu schaffen. Ein privater Raum, den eine Person für die Treffen zur Verfügung stellt ist ausreichend. Die ersten Gemeinden in Jerusalem und später auch in Ephesus trafen sich privat, in den Häusern der Familien. Das setzte sich zumindest bis ins dritte Jahrhundert so fort. Diese Hürde brauchen wir also auch nicht nehmen, denn eigene Gemeinderäumlichkeiten sind immer mit Kosten verbunden.

3. Desweiteren ist keine bestimmte Person, wie ein Pastor oder ein Gemeindegründer notwendig, um Gemeinde zu sein. Nach der ersten Verfolgung in Jerusalem wurden die hellenistischen Gläubigen im ganzen Land zerstreut und überall, wo sie hinkamen verkündigten sie das Reich Gottes. Es enstanden viele neue Gemeinden durch ganz "normale Gemeindeleute". Zwar gründeten auch Petrus und Johannes als Apostel neue Gemeinden, doch das war nicht die einzige Strategie die der Heilige Geist benutzte. Auch heute will er dich und mich, die wir keine theologische Ausbildung haben in diesen Dienst berufen. Viele neue Gemeindegründungsbewegungen der Geschichte waren Laienbewegungen.

4. In der Gemeinde des Neuen Testaments gibt es keinen speziellen Gottesdienstritus, der eingehalten werden muss. Wir sind frei, unsere Treffen so zu gestalten, wie es der Situation angemessen ist. Wenn wir uns die Regel aus Apg.2,42 aneignen, dann ist es ausreichend. Da heißt es:
„Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“
Es ist nicht schwer sich an diesen 4 Punkten auszurichten und es muss nicht alles an einem Tag geschehen. Wir können mehrmals in der Woche zusammenkommen, um dieses ausgewogene Gemeindeleben zu praktizieren. Hier sollte auch noch die Taufe erwähnt werden, die wir untereinander als einfache Gläubige vollziehen dürfen.

Andererseites wird die Gemeinde im Neuen Testament immer den versammelten Jüngern gleichgesetzt. Jüngerschaft ist ein Lebensstil und ein Lernprozess, in den ein Gläubiger einsteigen muss, um in der Heiligung zu wachsen, dann wird er zu einem gesunden Gemeindeglied. Nicht jeder Gläubige ist auch ein Jünger. Jesus selbst hat an den Jünger hohe Anforderungen formuliert, die ich hier in meinen Worten wiedergeben will:

1. Die Aufgabe des eigenen Lebens.
„Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst …“
Die meisten Christen kennen die Bedeutung dieser Aussage nur in Bezug auf ihre Bekehrung. Sie haben ihr altes Leben ohne Gott hinter sich gelassen und leben jetzt mit Gott. Er ist jetzt in ihr Leben mit einbezogen, sie haben verstanden und akzeptiert, daß es einen Gott gibt, der über ihrem Leben steht.
Jesus meinte aber mehr damit, ihm ging es um das Recht auf Selbstbestimmung für das ganze weitere Leben. Er erwartet, daß wir diese Recht komplett an Ihn abtreten und uns hinfort von seinen Plänen und seinen Gedanken für unser Leben leiten lassen, wenn wir seine Jünger werden wollen.

2. Das eigene Kreuz tragen.
„… und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!“
Jesu Kreuz war es, für uns zu sterben. Da er auch wahrer Mensch war, wollte er das eigentlich nicht. Im Garten Gethsemane bestand er seinen größten Kampf, indem er sich entschied, den Gang zum Kreuz aus Gehorsam zu seinem Vater zu tun.
Nach diesem Vorbild wird auch ein echter Jünger sich dafür entscheiden, Gott zu gehorchen. Er wird den Willen Gottes für alle seine Lebensbereiche erfahren wollen und ihn auch durch den Heiligen Geist erfahren. Jeden Tag wird er die Wahl treffen, nicht seinem eigenen Willen und Wünschen zu folgen, sondern sich dem Willen Gottes unterzuordnen.

Eine wahre Gemeinde besteht aus solchen wahren Jüngern, egal wieviel sich versammeln, wo sie sich versammeln und wie ihre Treffen ablaufen. Sie ordnen sich Gott und einander unter in Liebe und lassen sich vom heiligen Geist leiten.

Paulus fand 12 suchende Jünger vor Ephesus, die noch nicht Gemeinde waren. Er brachte ihnen die entscheidende apostolische Lehre über Gemeinde. Sie liesen sich auf den Namen Jesus taufen und empfingen den Heiligen Geist, eine neue Gemeinde war entstanden.

Ich wünsche mir für das kommende Jahr viele solcher Jünger, die dem Aufruf Jesu ganzheitlich folgen und bereit sind, sich als Gemeinde zu versammeln.

Ric

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Sonntag, 28. Oktober 2012
Das Hausgemeinde- Netzwerk im Lycostal
Im ersten Jahrhundert nach Christus gab es in der römischen Provinz Kleinasien viele blühende christliche Hausgemeinden. Einige davon bildeten ein Beziehungsnetzwerk in den Städten Laodizea, Kolossä und Hierapolis im Tal des Flusses Lycos im alten Phrygien. Das liegt in der heutigen Türkei in Westanatolien, etwa 160 km östlich der antiken Stadt Ephesus und ca. 200 km vom Ägäischen Meer entfernt. Die drei Orte lagen nahe beieinander in einem Umkreis von etwa 30 km in dem Flusstal. Im Norden war das höher gelegene Hierapolis, das mit seinen heißen Quellen, als Heilbad bekannt war. Auf der anderen Seite des Flusses lag Kolossä direkt an einer der wichtigsten Handelstrassen des Landes. Am selben Ufer, etwa 10 km flussaufwärts, war die wohlhabende Stadt Laodizea, bekannt durch die Herstellung purpurner Stoffe und einer guten Augensalbe. Hier lag auch das finanzielle und politische Zentrum dieser Gegend. Zur Zeit der frühen Gemeinde lebten viele tausend Juden in der Region, die einen großen Anteil an Wohlstand und Bildung hatten.

Paulus stand in einer engen Verbindung zu diesem Hausgemeinde- Netzwerk. Gegründet wurden die Gemeinden aber nicht von ihm, sondern höchstwahrscheinlich von Epaphras, einem engen Mitarbeiter des Paulus (Phil. 2, 25- 30; Kol.4, 12). Es ist anzunehmen, dass dieser aus Kolossä kam, denn im Kolosserbrief bezeichnete Paulus ihn als einer von ihnen. Die Gemeinden dort wurden wegen ihres Glaubens verfolgt und hatten untereinander eine enge Verbindung. Paulus schrieb aus der Gefangenschaft in Rom (oder in Ephesus) drei Briefe an sie, den Kolosserbrief, den Philemonbrief und einen Brief an die Gemeinde in Laodizea, der nicht mehr erhalten ist. Onesimus, der entlaufene Sklave des Philemon und Tychikus, zwei Jünger des Paulus, überbrachten die Briefe (Kol 4,7-9). Beide Briefe sollten wechselweise an beiden Orten vorgelesen werden (Kol. 4.16).

Paulus und seine apostolischen Mitarbeiter
In den Grüßen des Kolosserbriefes erwähnt Paulus neun Personen, die als seine Mitarbeiter (Mitstreiter, Mitwerker) bezeichnet werden können: Tychikus, Onesimus, Aristarch, Markus, Justus, Epaphras, Lukas, Demas und Archippus. Sie alle standen in einer direkten Beziehung zu Paulus und arbeiteten mit ihm zusammen in dem Werk, das Gott ihm aufgetragen hatte. Dazu gehörte auch die apostolische Betreuung des Netzwerkes im Lycostal.

Die Gemeinde im Haus des Philemon und die Gemeinde in Kolossä
Philemon hatte offensichtlich einen großen Hausstand mit Familienangehörigen und Sklaven, ein geeigneter Ort für die Versammlung einer Gemeinde. Das war in der Stadt Kolossä oder in deren Nähe. Der Philemonbrief richtete sich nicht an die Gemeinde einer Stadt, sondern an eine Gemeinde in einem Privathaus. Da gab es dann ja auch den Kolosserbrief, der alle Christen der Stadt mit einschloss. Daraus kann man entnehmen, dass es in Kolossä noch mehr Versammlungen in Häusern gab. Auch Archippus, ein Mitarbeiter des Paulus lebte in Kolossä (Philemon 1,2/ Kol.4,17).

Die Gemeinde in Nymphas Haus und die Gemeinde in Laodizea
Neben dem Brief an die Kolosser schrieb Paulus auch einen Brief an die Laodizeer, der nicht mehr erhalten ist (Kol.4, 17). Am Ende des Kolosserbriefes sendet Paulus Grüße an eine Person namens Nympha(s) und an die Gemeinde in seinem (ihrem) Hause (Kol. 4,15). Aus den biblischen und geschichtlichen Hinweisen kann man entnehmen, dass die Gemeinde in Nymphas Haus zu Laodizea gehörte. Das war eine wohlhabende Stadt (Offb.3,17) und man kann mit Recht vermuten, dass das Haus, in dem sich die Gemeinde traf, über ausreichend Raum und Möglichkeiten verfügte. Es fällt auf, dass Paulus extra noch die Brüder in Laodizea grüßt, woraus man schließen kann, dass sich die Gemeinde des Ortes auch noch in anderen Häusern traf.

Die Gemeinde in Hierapolis erwähnt Paulus nur kurz im Kolosserbrief, wo er sagt, dass Epaphras "viel Mühe um sie und um die in Laodizea hatte". Erst in der nachapostolischen Zeit wird sie wieder erwähnt in den Schriften des apostolischen Vaters Papias von Hierapolis, der 140 n. Chr. starb.

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Montag, 3. September 2012
Einheit und Spaltung in der Gemeinde
Die Bibel kennt nur eine Gemeinde und diese Gemeinde ist der Leib Christi. Dieser Leib ist nicht zerteilt in verschiedene Gemeinden unterschiedlicher Benennung an einem Ort, sondern es ist nur einer. Paulus spricht über diese Problematik in 1. Kor.1, 10.12.13b:
„Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seiet. …. Ich meine aber dies, dass jeder von euch sagt: ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi. Ist der Christus zerteilt?“

Wenn wir in der Apostelgeschichte über die Christen in Jerusalem lesen, dann ist dort nie die Rede von verschiedenen Gemeinden bzw. Benennungen in einer Stadt, sondern von einer Gemeinde in Jersusalem. Diese Gemeinde umfasste nach einigen Jahren schätzungsweise bis zu 20000 Personen. Es gab keine Halle und kein Zelt, in der sich diese eine Gemeinde traf. Stattdessen versammelten sie sich in vielen verschiedenen Häusern der Stadt gleichzeitig oder auch zu unterschiedlichen Zeiten, um das Brot zu brechen und Gemeinschaft zu haben. Sie kamen auch zusammen, um sich in die Lehre der Apostel zu vertiefen, oder um zu beten. (s. Apg. 2, 42.46) Als Petrus im Gefängnis war, kamen viele Gläubige der Gemeinde zum Gebet im Haus der Maria, der Mutter des Johannes Markus zusammen. Keiner kam auf die Idee, aus der einen Gemeinde mehrere Gemeinden unterschiedlicher Benennung oder Ausrichtung zu formieren. Die Apostel und Propheten taten ihren Dienst, in dem sie bei den unterschiedlichen Versammlungen dieser einen Gemeinde so oft wie möglich anwesend waren. Sie lehrten und taten vieles anderes, was den Zusammenhalt förderte.
So geschah es auch in Korinth, in Ephesus, in Rom und anderswo. Es gab zwar immer verschiedene Versammlungen in vielen Häusern des jeweiligen Ortes, aber es war nur eine Gemeinde mit einer gemeinsamen Identität.

Was Paulus in Korinth kritisierte, war die Aufteilung dieser einen Gemeinde in verschiedene Gruppen oder Parteien mit verschiedenen Benennungen. In Korinth nannten sich einige „kephisch“, nach ihrem Vorbild Kephas (Petrus), andere nannten sich „apollisch“, ihr Vorbild war Apollos. Wieder andere richteten sich nach Paulus aus, sie waren „paulinisch“ und zu guter letzt gab es auch solche, die sich nur nach Christus ausrichten wollten und sich damit von den anderen abgrenzten. Paulus nannte das Spaltung und Zerteilung.
In diesem Sinne ist die lokale Gemeinde heute in allen Orten und Städten eine gespaltene Gemeinde, zerteilt in viele verschiedene Parteien an einem Ort. In jeder großen Stadt gibt es heute Katholische, Orthodoxe, Evangelische, Lutherische, Alt- Katholische, Methodistische, Adventistische, Baptistische, andere Freikirchen unterschiedlicher Benennung und viele neue Gruppen, die eine mehr individuelle Ausrichtung haben. In einer Stadt wie Berlin gibt es mehr als tausend Gemeinden unterschiedlicher Benennung. Wir sprechen hier von Konfessionen oder von Denominationen, von denen es weltweit mehr als 20000 verschiedene gibt. Das Wort Konfession (lat. confessio = „Geständnis, Bekenntnis“) stellt mehr das eigene Bekenntnis der Gruppierung in der Vordergrund. Immer ist es das christliche Glaubensbekenntnis, aber mit einer zusätzlichen Lehre bzw. dogmatischen Ausrichtung. Das Wort Denomination (lat. denominatio = „(nähere) Benennung, Bezeichnung“) betont mehr den eigenen Namen, die Benennung. Diese ist in der Regel von einer oder von mehreren Personen der Geschichte und deren Offenbarung und Erkenntnis abgeleitet, um die herum sich die neue Gruppierung formierte. Zum Beispiel die Baptistengemeinde, sie betont die Glaubenstaufe (gr. baptizo = taufen, untertauchen) oder die Pfingstgemeinde, sie betont das Pfinsterlebnis (gr. pentekostē = Pfingsten).

In den meisten westlichen Ländern ist heute die „Zeit des kalten Krieges“ zwischen den Konfessionen und Denominationen vorbei. Man steht sich nicht mehr kriegerisch gegenüber in einer verhärteten Haltung, bei der die eigene Überzeugung als einzig wahre gilt, sondern reicht sich die Hand über die Mauer der eigenen Benennung hinweg. Das ist sicherlich zu begrüßen, doch ich wage die Vermutung, dass dies entsprechend des Zeitgeistes ist, der Toleranz und Pluralismus propagiert. Es ist in unserer Zeit einfach nicht mehr schicklich, so „verbohrt“ an seiner eigenen Meinung festzuhalten und andere zu negieren. Der moderne Mensch ist aufgeschlossen und betont Individualismus und Vielfalt. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo es als Katholischer kaum möglich war eine Evangelische zu heiraten und wo der Baptist der Meinung war, dass die eigene Glaubenspraxis die einzig richtige ist.
Ich denke, dass diese falsche und dogmatische Haltung langsam überwunden wurde.
Einhergehend mit dieser Entwicklung in den letzten 50 Jahren war aber auch eine stärker werdende Verweltlichung der konfessionellen Gemeinden zu erkennen. An vielen Glaubensdogmen, auch an guten, wurde nicht mehr akribisch festgehalten, sondern man öffnete sich mehr und mehr auch für andere Einflüsse von außen, welche die festumrissenen Bekenntnisse relativierten. Natürlich haben die Bestrebungen der Ökumene und die Evangelische Allianz auch ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.

Früher habe ich geglaubt, dass die Aufteilung in verschiedene Konfessionen und Denominationen im positiven Sinne die Vielfalt der Gemeinde Jesu zeigt. Zwar blieben die Christen nicht zusammen in dieser Vielfalt und bildeten verschiedene Gruppen, doch für Gott sei es kein Problem diese alle wieder durch ein großes Band der Liebe locker zusammenzuhalten. Denn Gott kann auch auf den
„krummen Wegen des Menschen gerade schreiben“. Das ist auch die Grundlage der ökumenischen Bestrebungen im Großen und es ist auch das Anliegen der Evangelischen Allianz im kleinen und im evangelikalen Bereich. Heute betrachte ich das allerdings mit anderen und schärferen Augen und komme zu einem anderen Ergebnis.

In Epheser 4,3.4 erwähnt Paulus: „Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist… ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller.“
Heute gibt es diese Einheit der lokalen Gemeinde nicht mehr, wir haben sie verloren durch die Zerteilung in verschiedene Denominationen und Konfessionen. Sie existiert nur theoretisch auf der Agenda der Allianzen und ökumenischen Treffen als einzelne Feierstunden und einige Aktivitäten im Geist der Einheit. Doch praktisch und im Alltag wird sie nicht gelebt, weil jeder an seiner Konfession oder Denomination festhält und nicht bereit ist sie ganz aufzugeben. Zwar will man sich regelmäßig in Toleranz begegnen, doch keiner ist in der Lage seine konfessionelle Identität loszulassen. So wird eine Einheit in den ökumenischen Treffen und Allianzveranstaltungen zelebriert, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Der Leib Jesu bleibt weiterhin zerteilt in unterschiedliche Bekenntnisse, das wird auch nicht durch Veranstaltungen geändert. Zwar kommen sie zusammen und einigen sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ihrer verschiedenen Bekenntnisse, doch halten sie im Prinzip an ihrer Tradition fest und möchten sie nicht aufgeben. Ein paar Mal im Jahr treten sie heraus aus den Mauern ihrer eigenen Konfession und begrüßen freundlich diejenigen, die hinter anderen Mauern leben.
Immer wenn ich an einem solchen Treffen in der Stadt teilnahm, wurde ich gefragt „Wo kommen Sie her“, oder „zu welcher Gemeinde gehören sie“? Wenn ich dann mit diesen Worten geantwortet habe: „Welch eine Frage, natürlich gehöre ich zur Gemeinde der Stadt …. und wir versammeln uns in der .….. straße“. Begegnete mir großes Unverständnis und sogar direkte Ablehnung.

Wenn es wirklich möglich wäre, diese Einheit vor der Wiederkunft Jesu wiederherzustellen, dann nur wenn wir konsequent alle denominationellen Schranken abschaffen und entschlossen alle konfessio- nellen Mauern zerstören, um uns neu als die eine Gemeinde der Stadt begegnen zu können, als ein Leib, der nicht zerteilt ist. Das wäre aber nur möglich, wenn wir die unterschiedlichen Erkenntnisse, Dogmen und Theologien, die unsere eigene gemeindliche Identität ausmachen, sterben lassen. Unsere „Gemeindefestplatte“ müsste komplett gelöscht und neu formatiert werden. Wir könnten dann eine neue Gemeindeidentität annehmen, nämlich die alte bzw. erste, die wir aus dem neuen Testament kennen, ein unzerteilter Leib und viele unterschiedliche Glieder.

Ric

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Freitag, 10. August 2012
Die unterschiedliche Berufung und Begabung der Heiligen
1. Der würdige Wandel in der Berufung

„Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid …“ (Eph.4,1)

Jeder Jünger soll in seiner eigenen Berufung so leben, dass es Recht ist vor Gott und den Menschen. Dazu gehört es, bestimmte Punkte zu beachten. In den nachfolgenden Versen sagt Paulus, dass wir die Einheit des Geistes festhalten sollen. Ich füge hinzu, dass es auch wichtig ist, die Berufung des anderen zu achten, in dem Bewusstsein, dass wir unterschiedlich sind. Dazu ist es notwendig, die eigene Berufung (Begabung) zu kennen und zu akzeptieren, genauso wie die Berufung des anderen zu erkennen und zu achten. Nur wenn wir da die Einheit, die Christus uns gegeben hat festhalten, können wir uns in der Unterschiedlichkeit achten und ehren. Die nachfolgenden Punkte gehen auf diese Sache näher ein.

2. Gott hat uns unterschiedliche Anteile an seiner Gnade gegeben

„Jedem einzelnen von uns aber ist die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi gegeben worden. (Eph.4,7) Nach der NGÜ lautet das so:
„Jedem Einzelnen von uns hat Christus einen Anteil an den Gaben gegeben, die er in seiner Gnade schenkt; jedem hat er seine Gnade in einem bestimmten Maß zugeteilt.“
Das volle Maß der Gabe Christi ist alles was Gott geschaffen hat und allen Menschen zur Verfügung stellt. Dazu gehört für die Nachfolger Jesu auch die Fülle der geistlichen Güter (Gaben, Kräfte und Wirkungen). Es ist die umfassende Gnade Gottes, die „charis“. Nur in Jesus Christus ist die Fülle der gesamten Gnade Gottes enthalten. („Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade.“ Joh. 1,16)
Aus der Fülle der Gnade Gottes gibt Jesus jedem von uns individuelle Anteile, über die wir verfügen dürfen. Jeder Gläubige bekommt ein bestimmtes Maß der Gnade. Es ist eine spezielle Maßeinheit, eine bestimmte Menge, eine spezielle Größe oder eine bestimmte Art. Das griechische Wort „metron“, das hier im Urtext steht, ist Grundlage für unser Längenmaß, das wir mit „Meter“ bezeichnen.
Gott stellt dem Einzelnen zu Beginn nicht die ganze Fülle der Gnade Gottes zur Verfügung, sondern lediglich einen bestimmten Anteil an der ganzen Gnadenfülle.
An verschiedenen Stellen in der Bibel begegnet uns dieses Maß wieder. Es macht die Sache deutlich.

Das erste Beispiel:
Die anvertrauten Talente
„Denn es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe übergab und einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit, und reiste außer Landes.“ (Mt.25,14,15)
Ist Gott gerecht, mögen manche da fragen, dem einen nur eins und dem anderen fünf zu geben? Wir Menschen sind auf Chancengleichheit ausgerichtet und die sehen wir in der gerechten Verteilung in gleichen Anteilen verwirklicht. Das ist kommunistisch denke ich, bei Gott ist es anders. Es scheint, dass Gott bewusst Unterschiede macht. Es geht ihm nicht um die Menge und nicht um die Bewertung der verschiedenen Dinge, die er austeilt. Es geht ihm mehr darum, zu sehen, wie jeder mit dem, was er hat treu ist. Er fordert uns dabei auf, nicht neidisch und eifersüchtig auf andere zu sehen, sondern mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Wie anders als Menschen ist doch Gott.
Okay, ich freue mich dann, dass ich meiner Meinung nach viel von Gott anvertraut bekommen habe und ich habe jede Menge zu tun, um es richtig einzusetzen, damit zu arbeiten und es zu vermehren. Wenn ich mich mit denen vergleiche, die weniger haben als ich, fühle ich mich reich und besonders gesegnet. Aber da gibt es sehr, sehr viele Menschen, die haben viel, viel mehr als ich von Gott anvertraut bekommen, da könnte ich dann doch neidisch werden. Aber es macht keinen Sinn sich zu vergleichen, weder mit denen die weniger haben, noch mit denen die mehr haben. Entscheidend ist nicht die Menge oder das, was es ist, entnehme ich dem Gleichnis. Entscheidend ist nur, ob ich das was ich habe anerkenne und einsetze zur Ehre des Herrn. Ob und wie ich das tue, das entscheidet über mein Lob, das ich einmal von Gott bekommen werde. Ich schaue also auf das meine und versuche es treu zu verwalten und einzusetzen, das ist meine Aufgabe. Ich denke an das Bibelwort, „er steht oder fällt vor seinem Herrn“ (Röm.14,4), oder auch an das Wort von Paulus aus Gal 6,4:
„Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen.“

Ein zweiter Hinweis zu dem unterschiedlichen Maß finden wir im Römerbrief, wo es um den Leib geht und um
die Motivationsgaben
„Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. (Röm.12,3)
Ich verwende diesen Text immer, wenn ich über die Motivationsgaben lehre und versuche dabei herauszustellen, dass es hier um die richtige Selbsteinschätzung geht. Das setzt voraus, dass meine Augen geöffnet sind, zu erkennen, was und wie viel mir Gott anvertraut hat. Wir sollen erkennen, was in unserem natürlichen Erbe steckt. Und dann, im zweiten Schritt geht es darum, dieses individuelle Maß, das ich von Gott bekommen habe, anzunehmen und damit zu wirken. Die realistische Einschätzung der eigenen Begabungen und Fähigkeiten ist leider unter Gläubigen nicht selbstverständlich. Viel Schaden und Leid geschieht im Leib Christi, weil da noch zu viel Unreife ist.

Eine dritte, unmissverständliche Stelle lesen wir in 1.Kor.12,11, da geht es um die
die Gaben des Heiligen Geistes
„Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.“
Nach der NGÜ:
„Das alles ist das Werk ein und desselben Geistes, und es ist seine freie Entscheidung, welche Gabe er jedem Einzelnen zuteilt“.
Was für die Motivationsgaben zutrifft, ist ähnlich auf die Geistesgaben anzuwenden. Hier finden wir die deutliche Aussage, dass der Heilige Geist willkürlich seine Gaben austeilt und das kann sehr unterschiedlich sein. In unterschiedlicher Menge und in unterschiedlicher Art. Niemand kann sich also willkürlich die Gaben nehmen, wie er es möchte, sondern muss akzeptieren, dass der Geist Gottes die Verteilung übernimmt. Er ist der Koordinator, der den ganzen Leib in ein harmonisches Miteinander bringen will, wie bei einem großen Orchester, bei dem es verschiedene Instrumente gibt. Jeder Spieler kennt und akzeptiert seine Zuteilung in dem Ganzen, er versucht darin gut zu sein.

Und schlussendlich ein vierter Hinweis ist in Eph. 4,8.11.16 zu lesen und betrifft die Zusammenarbeit von
Gaben und Dienste für die Gemeinde
„Darum …
Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer …
Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung dienende Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils.“
Nach der NGÜ der Vers 16b:
„Mit Hilfe all der verschiedenen Gelenke ist er (der Leib) zusammengefügt, durch sie wird er (der Leib) zusammengehalten und gestützt, und jeder einzelne Körperteil leistet seinen Beitrag entsprechend der ihm zugewiesenen Aufgabe.“
Da ist die Rede von einer Aufgabenteilung im Leib. Die einen Teile sind dafür da, den ganzen Leib zu verbinden, in dem sie die einzelnen Teile zusammenhalten, zurüsten und stärken. Damit sind die fünf Dienste gemeint, von denen einige Verse vorher Paulus in diesem Kapitel spricht. Die verschiedenen Körperteile werden durch die Dienste verbunden und gestärkt. Sie üben andere Handlungen aus, entsprechend der ihnen zugewiesenen Aufgabe. Das bringt den ganzen Körper in seine Bestimmung. Jeder Körperteil hat hier von Gott ein bestimmtes (Wirkungs-)Maß zugewiesen bekommen und soll in diesem Maß und der eigenen Art funktionieren und mit den anderen zusammenarbeiten.

3. Nicht Hierarchie und Position, sondern Ordnung und Reihenfolge

Der Leib kann seine Bestimmung nur dann erfüllen, wenn er in einen koordinierten Bewegungsablauf kommt, bei dem jedes einzelne Teil seine zugewiesene Aufgabe übernimmt. Wer einen menschlichen Körper beim Gehen beobachtet (Skelett, Muskulatur, Sehen etc.), der wird feststellen, dass dieser in der Lage ist, sehr harmonische Bewegungsabläufe zu erzeugen. Das ist nur möglich, weil der gesamte Körperbau mit seinen einzelnen Teilen genau aufeinander abgestimmt ist und einer durchdachten Ordnung folgt. Der Körper wird vom Gehirn (Haupt) in seinen Bewegungsabläufen gesteuert. Die gesetzten Impulse folgen der Reihe nach einer koordinierten Abfolge, bis sie das Ende der „Kette“, das einzelne Glied erreichen, von dem dann eine spezielle Aufgabe getan werden kann. Wie von unsichtbarer Hand ausgeführt, erfolgt die Koordination der gesamten Abläufe der einzelnen Teile entsprechend der innewohnenden Ordnung. Der gesamte Bewegungsablauf des Körpers zeigt sich in einer göttlichen Harmonie.
Wenn Jesus und Paulus die Gemeinde mit einem funktionierenden Leib verglichen haben, dann muss es doch möglich sein, dass auch wir als Nachfolger Jesu zusammen in diese Harmonie kommen. - Doch da ist eine Sache, die bei uns anders ist, als in dem Bild der Anatomie: Die einzelnen Glieder des Leibes haben einen freien Willen. Sie können sich frei entscheiden, ob sie sich in die von Gott gegebene Ordnung einfügen wollen, oder nicht. Viel Leid, Not und Streitigkeiten ensteht, weil einzelne Glieder am Leib sich da nicht einfügen wollen, oder können. Viele können das auch nicht so erkennen, sie brauchen zunächst vom Heiligen Geist geöffnete Augen, um zu sehen, welchen Anteil (welche Berufung) sie an und in dem Leib Jesu haben, darum heißt es in Eph. 1,18:
„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen.“

(Alle Bibeltexte, wenn nicht anders vermerkt, wurden der Revidierten Elberfelder Übersetzung entnommen.)


Ric

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