Donnerstag, 8. Januar 2009
Sind Hausgemeinden in Mittel- und Westeuropa nicht ebenso eine exotische Ausnahme wie die großen Gemeinden jenseits der 200er Grenze und daher als Modell für alle wenig tauglich?
Bei dem ersten Teil der Frage gebe ich dir recht. Ja, die Hausgemeinden sind in Europa, so wie die größeren Gemeinden, immer noch rar gesät. Tatsächlich sind laut Statistiken die meisten Gemeinden in unseren Breitengraden zwischen 20 und 50 Personen stark, damit überschreiten sie die erträgliche Grenze einer Hausgemeinde, die ich bei max. 12-15 sehe, je nach Zusammensetzung.
Die kleinen, familiären Hausgemeinden sind immer noch in geringer Zahl, man kann von keiner rapiden Ausbreitung reden, wie das zum Beipiel in Ländern ist, in denen es Verfolgung gibt. Das wohl wird daran liegen, dass die kleine Hausgemeinde genügend Intimität und Schutz bietet. Das ist auch der Grund zu suchen, warum sich die meisten Christen mehr nach größeren Gemeinden orientieren, die sichtbar äußere Struktur erscheint ihnen attraktiver. Aber auch deswegen, weil in den Köpfen die Vorstellung fest verankert ist, dass eine Gemeinde erst dann eine richtige Gemeinde ist, wenn sie eine bestimmte Größer erreicht hat (man hört immer wieder die Zahl 30), einen öffentlichen Raum hat und einen Pastor hat, bzw. auf der Suche nach einem Pastor ist.

Da komm ich dann auch schon zum zweiten Teil der Frage. Es geht nicht um das richtige Gemeinmodell, sondern um das richtige Gemeindeverständnis. Die Erfahrung, Gemeinde im Alltag und überall zu LEBEN, das ist wichtig. Für verschiedene Gemeindebedrüfnisse gibt es dann in einer Stadt verschiedene Strukturen, mit denen man bestimmte Ziele besser erreichen kann. Z.B. wenn man ein Ereignis haben will, wo man Nichtgläubige einladen kann, dann bietet sich eine Evangelisationsveranstaltung, ein "Celebrationgottesdienst" oder ein Musikevent an. Wenn man in einem Seminar Christen schulen möchte, dann bietet sich am besten eine kleine Tischrunde an, wo man auch ins Gepsräch kommen. Wenn man intensive Gemeinschaft leben will, was doch das Zentrum des Gemeindelebens ist, dann ist eine Hausgemeindestruktur am besten, usw.
Wenn ich an einem Sonntag in einen Gottesdienst einer 400- "Personen- Gemeinde" gehe, dann ist das für mich nicht Gemeinde, sondern eine Großveranstaltung, in der Gemeinde zusammenkommt und zwar auf einer weniger persönlichen Ebene, weil man keine nahen Kontakte zu allen haben kann.
Wenn ich dagegen in eine Hausgemeinde gehe, in der 10 Personen zusammenkommen, dann kann ich das, was die Bibel unter Gemeinschaft versteht, wirklich erleben. Alles hat eben seinen Platz und ist nicht falsch. Falsch ist allerdings das, was wir unter Gemeinde verstehen. Wem die oberflächliche Veranstaltungsstruktur, oder die Arbeitsgruppen in dem Gemeindeverein, was ja nur EIN Ausdruck von Gemeinde ist, genügt, der will sich gar nicht regelmäßig in die intime Struktur einer Hausgemeinde einbringen. Wer aber einmal verinnerlicht hat, dass das Zentrum der Gemeinde die tiefen Herzensbeziehungen zu Einzelnen in einer überschaubaren Gruppe, sprich Hausgemeinde sind, für den beginnt das andere an Bedeutung zu verlieren. Es geht also nicht um verschiedene Gemeidnemodelle, sondern darum, dass wir innerhalb der Gemeinde (in der Stadt z.b.) Dingen auch die richtige Priorität geben. Es geht auch nicht darum, dass wir die verschiedenen Strukturäußerungen der Gemeinde gegeneinander ausspielen.

ric

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Freitag, 26. Dezember 2008
Wie finden Christen und Neubekehrte zusammen? Sind die Bedürfnisse nicht zu unterschiedlich für eine Gruppe?
Natürlich sind die Bedürfnisse von Nichtgläubigen und Gläubigen unterschiedlich. Ich denke, dem müssen wir auch Rechnung tragen, wenn es um die Gestaltung unserer Treffen geht.
In Ausnahmefällen kann es gelingen, in einem gleich bleibenden Gemeindetreffen beiden Bedürfnissen gut entgegenzukommen. Gott ist souverän, er kann für jeden das richtige parat haben, doch wenn wir darüber wissen, ist es vernünftig, sich auch Gedanken zu machen, wie beiden Ansprüchen genügend entgegengekommen werden kann.

Es kann gut sein, dass eine Gemeinschaft von Gläubigen eine Zeit braucht, wo sie „unter sich sein kann, ohne sich mit den Fragen Suchender auseinandersetzten zu müssen. Wir hatten das in unserer Hausgemeinde eine längere Zeit, von etwa 2 Jahren, wo kein „Neuer“, der noch nicht gläubig war, dazu kam. In dieser Zeit konnten wir viel tun, um unsere Gemeinschaft zu stärken, um Konflikte zu bewältigen und um geistlich mehr zu wachsen. Wir beteten viel und beschäftigten uns mit lehrmäßigen Dingen, die nicht zu den Grundlehren des Glaubens gehörten. Wir brauchten diese Konzentration auf uns selbst, um gemeinsam mit dem Herrn tiefer in Seine Pläne mit uns hineinzuwachsen. Nichtgläubige wären mit dem ganzen Ablauf in dieser Zeit überfordert gewesen – es war gut, dass sie nicht dabei waren.

Dann kam eine Zeit, wo immer wieder Nichtgläubige zu unseren Treffen dazukamen. Die Folge davon war, dass wir eine stärkere Ausrichtung auf evangelistische Gespräche hatten, um den „Neuen“ zu helfen. Es war auch eine wichtige Zeit, da Einzelne unter uns mehr lernten auf die Bedürfnisse von Suchenden einzugehen.
Parallel dazu entstanden auch zwei Initiativen, wo sich zwei bis drei Leute von uns nur mit Nichtgläubigen außerhalb der Hausgemeinde in Gruppen trafen, um diese von Jesus zu erzählen. Auch diese Treffen hatten äußerlich den Charakter von Hausgemeindetreffen, doch waren sie von der Zielrichtung ausschließlich auf die Erreichung von Nichtgläubigen ausgerichtet. Unser Ziel war, mit den zum Glaubenkommenden der evangelistischen Gruppen eine neue Hausgemeinde zu formieren, was uns aber nicht gelang. Stattdessen konnten Einzelne, die da zum Glauben kamen ohne Probleme in unsere Gemeinschaft integriert werden und wurden so ein Teil der Gemeinde.

Ich denke, wir müssen in den Hausgemeinden offen sein für beide Bedürfnisse. Der Heilige Geist wird uns zur richtigen Zeit zeigen, wie wir evangelistisch wirken können, ohne die Bedürfnisse der Gläubigen zu vernachlässigen. Ebenso wird er uns auch zeigen, wie wir uns um die Anliegen der Gläubigen in entsprechenden Treffen kümmern, ohne zu vergessen Nichtgläubige mit entsprechenden Angeboten zu erreichen. Da sollten wir flexibel sein.

Ric

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Donnerstag, 11. Dezember 2008
Besteht nicht auch in Hauskirchen durch den fünffältigen Dienst die Gefahr, Konsumchristen zu züchten?
Die Dienste aus Eph.4.11, ich denke, dass die gemeint sind, sind nicht da, um die Gläubigen der Gemeinde zu unterhalten, geschweige denn um eine Show abzuziehen. Vielmehr ist ihre Aufgabe die Gläubigen auszubilden und sie für die Praxis reif zu machen. Wörtlich heißt das in dem Bibeltext so:
"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi."
Die Dienste sind also keine Entertainer, Comediens oder Schauspieler, sondern hart arbeitende Trainer, Coaches bzw. Ausbilder. Ihr Ziel ist, dass die "einfachen Christen" nicht Zuschauer und Gäste in der Gemeinde bleiben, sondern fähig werden, Teil des gesamten Leibes zu werden und den Dienst selbst zu tun. Die Dienste dürfen nicht die Arbeit und die Verantwortung der Gläubigen übernehmen - sie lehren und geben ihr Vorbild zuerst und führen dann die Jünger der Gemeinde zur Selbständigkeit und gehen weiter.
In Eph.1,19-20 heißt es:
"So seid ihr nun nicht mehr Fremde (Gäste) und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist."

Als "Mitbürger und Gottes Hausgenossen" haben alle Gläubige Mitverantwortung an der Gemeinde, mit Rechten und Pflichten, sich zu beteiligen und die verschiedenen Bereiche aktiv mitzugestalten. Gerade die kleine und überschaubare Gruppe einer einfachen Gemeinde bietet ein ideales Umfeld, alle können sich hier am Leben und am Dienst beteiligen. Die Dienste helfen den Einzelnen, ihren Platz entsprechend der Gaben und Fähigkeiten einzunehmen, um aktiv mitwirken zu können. Jeder hat seine spezifische Aufgabe, das ist der kooperative Leib Christi.
Nicht zu verwecheseln mit einer "Veranstaltung" bei denen es Akteure und Zuschauer gibt, wie im Theater.

Ric

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Sonntag, 30. November 2008
Viele Hauskreise drehen sich um sich selbst und genießen vor allem ihr Beisammensein - warum sollten Hauskirchen dynamischer und missionarischer sein als solche Kuschelclubs?
1. Zunächstmal möchte ich mal die christliche Redewendung "vom negativen Kuschelclub" in Frage stellen, denn ein solches Kuscheln ist nicht gleich negativ. In Hausgemeinden sammeln sich derzeit oft Christen, die das Kuscheln brauchen, weil sie es in ihrer "Gemeinde, wie wir sie kennen" einfach nicht hatten - meiner Meinung nach darf das sein.
Um als Gemeinde im positiven Sinne missionarisch und dynamisch sein zu können, muss sie mit Liebe aufgesättigt sein - nicht nur mit der Liebe unseres Vaters, sondern auch mit der Liebe der Geschwister. Es ist ein Gebot, dass uns Jesus gegeben hat, dass wir einander lieben sollen. Gute, intensive Gemeinschaft untereinander gehört zu den unverzichtbaren Grundelementen einer intakten einfachen Gemeinde.
Die erste Gemeinde, die sich "hin und her" in den einzelnen Häusern in Jerusalem
traf hatte ein gutes Zeignis in der ganzen Stadt, weil sie für ihre Liebe, die sie untereinander hatten, bekannt war. Jesus selbst sagte: "Daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr Liebe untereinander habt."

2. Die Herausforderung bleiben die selben, ob man Mitglied einer einfachen Gemeinde ist, oder man Teilnehmer eines Hauskreises ist, der einer größeren Gemeinde untergeordnet ist. Sogar die erste Gemeinde in den Häusern Jerusalems hatte damals schon die selbe Herausforderung: Nach einer bestimmten Zeit drehte sie sich um sich selbst und versäumte es, ihren missionarischen Auftrag, in alle Welt zu gehen, umzusezten.
Der heilige Geist übernahm das jedoch, zum richtigen Zeitpunkt: Es begann eine Verfolgung nach der Steinigung des Stefanus und die griechischen Gläubigen wurden in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Dort, in der Zerstreuung begannen sie, überall das Evangelium zu verkündigen und es entstanden neue Gemeinden.

Ich glaube, dass auch heute einer "Kuschelclub- Gemeinde" vergleichbares, in anderer Art widerfahren wird, wenn es ihnen wirklich um Jesus und um die Liebe zu den Geschwistern geht. Und, noch dazu habe ich ähnliches bereits selbst erlebt.

Ric

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Mittwoch, 19. November 2008
Schottland: Kneipe wird zur Kirche
L o c h m a d d y (idea) – Dass Kirchen zu Kneipen umfunktioniert werden, kommt häufiger vor – auf einer kleinen schottischen Insel geschieht jetzt genau das Umgekehrte.

Die Stammgäste des Carinish Inn auf der Insel North Uist der Äußeren Hebriden halten am 14. Und 15. November ihre Abschiedsparty. Nachdem die bier- und whisky-seeligen Gesänge verstummt sind, soll das Lob Gottes an der Theke erschallen und die Gasträume füllen. ....

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Montag, 10. November 2008
Neil Cole: Organische Gemeinde
Wenn sich das Reich Gottes ganz natürlich ausbreitet

Wie wäre es, wenn Gemeinden auf organische Weise entstünden, wie kleine geistliche Familien, aus dem Boden der Verlorenheit geboren, weil hier der Same Gottes ausgesät wurde? Diese Gemeinden könnten sich reproduzieren, wie es alle lebendigen und organischen Dinge tun.

Genau dies erlebte Neil Cole, nachdem er angefangen hatte umzusetzen, was Jesus selbst zum Thema Gemeinde gelehrt hat. Innerhalb von sechs Jahren entstanden 800 Gemeinden in 32 Ländern. Diese Gemeinden treffen sich in Privathäusern, Restaurants, Cafés, Büros oder Parks, an Hochschulen, Schulen oder Stränden.


In diesem Buch fasst er seine Erkenntnisse zusammen:
· Welche Sicht hatte Jesus selbst von der Gemeinde
· Die organische Natur des Reiches Gottes
· Der genetische Aufbau des Leibes Christi
· Jesu Strategie, sein Reich auszubreiten
· Unsere hohe Berufung, an Gottes Plan mitzuwirken

Dieses Buch ist ein Aufruf, zu unseren Wurzeln zurückzukehren. Die Gemeinde soll lebendig, organisch und mitten im Leben sein. Sie soll dort hervorkommen, wo sie am meisten gebraucht wird. Sie soll fruchtbar sein, sich vermehren und die Erde füllen, wie es Jesus beabsichtigt hat, als er dafür bezahlte.

Mehr über Buch und Autor bei GloryWorld Medien Organische Gemeinde

Ric

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Die Suche nach dem persönlichen prophetischen Wort
Gott hat seinen Jüngern unter anderem die prophetische Gabe gegeben – nicht allen aber doch auch nicht wenigen. Das tat er aus guten Gründen. Nach meiner Überzeugung ist Gott auch heute noch in dieser Art in seinem Leib aktiv. Und ich stimme dem Wort zu:
1 Thessalonicher 5:19 Den Geist löscht nicht aus! 20 Weissagungen verachtet nicht, 21 prüft aber alles, das Gute haltet fest! (rev. Eelb.)

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Sonntag, 2. November 2008
Lehrer, Propheten und Evangelisten in einfachen Gemeinden
Eine Frage, die mich schon etwas länger beschäftigt ist, wie und wo ist der Dienst der Lehrer, der Propheten und der Evangelisten in unseren Hausgemeinden, bzw. Netzwerken vertreten und zu sehen?
Man hört viel vom Apostolischen Dienst, der neus Gebiet einnimmt und das Fundament für Gemeinden, bzw. für die Gründung von neuen Gemeinden legt und von der Wichtigkeit seines Dienstes. Ebenso haben wir uns indirekt auch viel mit dem Hirtendienst beschäftigt, wie das aussehen kann für die Gemeinde.
Aber die anderen Dienste wurden m. E. bisher wenig betrachtet und erläutert. Es besteht da evtl. ein Klärungs- und Nachholbedarf. Anzumerken ist, dass Christen die in einfachen Gemeinden die Schrift betrachten und sie gut auslegen können, deswegen nicht automatisch mit Lehrer aus Eph.4.11 gleichzusetzen sind - auch solche, die in den Gemeindetreffen oft prophetisch reden sind für mich deswegen nicht gleich Propheten und andere, die eine stark evangelistische Gesinnung haben sind deshalb nicht gleich nicht mit Evanglisten im Sinne von Eph.4,11 zu vergleichen. Nein, diese Dinge sollen wir doch alle, als allgemeine Priesterschaft tun. Die Dienste, die ich hier anspreche, bewegen sich noch viel stäker in einer speziellen Autorität für die jeweiligen Bereiche und nicht viele sind von Gott dazu berufen. Ich frage mich, wo sie im Bereich der einfachen Gemeinden sich versteckt haben. Oder gibt es sie etwa gar nicht?

ric

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Sonntag, 26. Oktober 2008
Zwei Arten von einfachen Gemeinden!
Die Transfergemeinde und die Pioniergemeinde.

Transfergemeinden entstehen und wachsen zum größten Teil durch Transferwachstum. Zwar gibt es auch "Neubekehrte" unter ihnen, doch sie sind die große Ausnahme. Meist sind es gläubige Christen in einer Stadt, an einem Ort, aus einer bestimmten Gemeinde, die seit langem mit der Stituation ihrer Gemeinde unzufrieden sind, ihre Gemeinde verlassen und sich einer anderen anschließen. In unserem Fall einer einfachen Gemeinde (Hausgemeinde, Hauskirche), oder "günden" sogar mit Gleichgesinnten eine Gemeinde.
In der Regel sind die meisten dieser neuen "Gemeindeglieder" schon länger unterwegs oder leben schon längere Zeit ohne Gemeinde und sind auf der Suche. Sie fühlen sich oft enttäuscht und verletzt von der "Gemeinde, wie wir sie kennen". Oft wissen sie nicht genau, was sie suchen, aber sie wissen genau, was sie nicht mehr wollen, nämlich zu einer institutionalisierten und programmorientierten Gemeinde gehören. So beginnnt für sie ein neuer Weg abseits von der Scheinsicherheit unbeweglicher Strukturen und Hierarchien, hin in eine ungewisse Zukunft.
So war es auch bei uns Anfang 2000, als wir uns nach etwa 4 Jahren "0rientierung", oder "Transitionphase" einer bestehenden Hausgemeinde unserer Umgebung anschlossen. Diese Gemeinde erlebte durch uns "Transferwachstum".

Pioniergemeinden entstehen durch Pioniermission, sprich "Evangelisation in unerreichtem Gebiet". Anders als bei den Transfergemeinden wird die Kerngruppe der Gemeinde aus Neubekehrten Jüngern bestehen. Diese Gemeinde hat dadurch natürlich eine viel längere Anlaufzeit, bleibt aber abzuwarten, ob die Reife der Gemeinde doch eher erreicht werden kann. Denn während sich die Transfergemeinde längere Zeit mit der Heilung von Verletzungen aufhalten muss, kann die Pioniergemeinde schon zu Beginn in ein gezieltes Jüngerschaftstraining einsteigen. Der größte Teil der Gemeinde ist frei und nicht belastet von hartnäckigen Prägungen und Werten, die nicht in einfache Gemeinden passen. Der Vorteil ist, dass man mit den frischen Leuten viel mehr die Möglichkeit hat, ein gesundes Gemeindsystem zu prägen.

Manche Gemeindepraktiker meinen, dass nur Pioniergemeinden reproduzierbar sind, weil sie im Wachstum ursprünglich und gesund sind. Während Transfergemeinden defekte Anteile haben, die Unfruchtbarkeit verursachen und nicht selten sogar zum Auflösen der Gemeinde führen. Aus der Praxis könnte ich tatsächlich auf Anhieb einige Beispiele aufführen, wo diese Aussage zutreffend ist.
Trotzdem meine ich, dass beide einfachen Gemeindetypen berechtigt und notwendig sind, weil ...... was meinst du?

ric

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Mittwoch, 22. Oktober 2008
Eine Speerspitze ohne Schaft fliegt nicht weit
Die Metallspitze eines Speeres allein zu werfen macht nicht viel Sinn. Erstens fliegt sie beim Werfen nicht sehr weit und zweitens kann man damit ein Ziel nicht anvisieren. Es ist schon ein längerer Schaft notwendig, damit es ein Speer ist. Zusammen mit der Spitze wird der Speer zu einer gefährlichen Waffe, bzw. zu einem excellenten Sportgerät, das ein weitentferntes Ziel sicher treffen kann. Durch den Schaft erhält der Speer seine Flugsicherheit und die notwenige Wucht, um in das Ziel einzuschlagen. Ich war immer wieder fasziniert, in historischen Filmen zu sehen, wie geschickt die Athleten und Kämpfer der Antike den Speer eingesetzt haben.
Im strategieschem Jargon werden solche Leute, die an der Front arbeiten oftmals als "Speerspitze" der Arbeit oder des Auftrages bezeichnet. Sie stehen nicht als Spitze allein, sondern hinter ihnen ist ein längerer Speerschaft, zu dem der größere Teil der Mannschaft gehört. So ist es auch in klassischen Kriegssituationen - die Front ist ganz vorne und hat die Aufgabe in Feindesgebiet einzudringen, aber ohne die Nachhut hinter ihnen und ohne die Ressourcenabteitlung, die ganz hinten liegt, könnte sie nicht erfolgreich operieren.

Dieses Bild lässt sich gut auf den Leib Christi und auf einfache Gemeinden anwenden. Die Speerspitze der Gemeinde ist die evangelistische Intiative, sie will in unerreichte Gebiete des Unglaubens eindringen und deren Menschen für das Reich Gottes und für die Gemeinde gewinnen. Der notwendige Schaft für den sicheren Flug ist die Gemeinschaft der Gläubigen, die hinter der evangelistischen Spitze steht. Als Spitze sind sie Teil des gesamten Leibes und sind mit deren Gliedern verbunden. Es fängt damit an, dass die Härte und Schärfe der Stahlspitze in der Schmiede der Gemeinde geformt wird. Ihre Kraft und Treffsicherheit bekommt sie durch das Gebet der Gemeinde, die hinter ihrem Auftrag steht. Als Erntearbeiter wurden sie im Zentrum der Gemeinde zu Jüngerschaft trainiert und dann ausgesandt. So wie Jesus seine Jünger ausgebildet hat und sie dann aussandte, das Reich Gottes zu verkündigen.

Hier kommen drei Bereiche zusammen, die eng miteinander verbunden sind und eine starke Einheit bilden, wie bei einem Speer:
1. Die Spitze der Evangelisation
2. Der Mittelteil des Jüngerschaftstrainings
3. Das Speerende, die Ressourcen der Gemeinde


Ein Teil von dem anderen zu trennen macht keinen Sinn. In der Vergangenheit war das immer ein Problem gewesen. Mission löste sich von der Gemeinde ab und bekam eine Eigendynamik - es entstanden Bibelschulen, die selbständig Missionare ausbildeten und aussandten, ohne eine starke Beziehung zu ihrer Gemeinde zu haben. Auf dem Missionsfeld waren viele zum Scheitern verurteilt, weil hinter ihnen das beständige Ressourcecenter im geistlichen wie im materiellen fehlte. Weil sie ihr Training nicht innerhalb der Gemeinde hatten, fehlte ihnen die geistliche DNA zum Aufbau von neuen Gemeinden, also blieben sie meistens im Bereich der Evangelisation und Barmherzigkeit stecken und es entstanden keine Gemeinden. Im eigenen Land erlebten wir oft die Unfähigkeit der Gemeinden zu evangelisieren, kaum einer wurde innergemeindlich dazu ausgerüstet. Es entstanden viele Initiativen außerhalb der Gemeinnde, die zwar erfolreich evangelisierten, aber unfähig waren zu Jüngern zu machen und Gemeinde zu bauen. Nicht selten war deren Frucht zum Verderben verurteilt. Das, was zusammengehört entwickelte sich oftmals unabhängig voneinander und driftete auseinander, ohne wirklich zusammenzuarbeiten. Es enstanden selbständige Arbeiten als Gemeinde, als Mission als Evangelisation - ich behaupte, dass diese Zertrennung eine Ursache ist, dass es auf unserer Erde immer noch so wenig Christen gibt.

In Wirklichkeit gehören alle drei Bereiche untrennbar zusammen. Vergleichbar mit der Dreieinigkeit:
Die Speerspitze in dieser Welt ist der Heilige Geist, der in alle Bereiche unseres Lebens vordringt, der uns ständig ermutigt und vorantreibt, der dauernd Menschen für Jesus Christus gewinnen will. Apg.1,8: "Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde".
Jesus Christus, ist der Mittlere Teil des Speeres. Aus ihm kommt der Antrieb für unseren Dienst und die Jüngerschaft in seiner Nachfolge, durch sein Beipiel lernen wir, wie wir zu einem "angenehmen Wohlgeruch" in der Welt werden, wie wir ein "gut lesbarer Brief" für die Menschen sein können.
Hinter Jesus und dem Heiligen Geist steht als das Schaftende der Vater, von dem alle Ressouren, Kräfte und Gaben kommen, die wir brauchen um diese Welt zu erreichen, um eine Gemeinde zu seiner Ehre zu sein, ein Zeugnis für die sichtbare und für die unsichtbare Welt (Eph.3,10)

In der Gemeinde, dem Leib Jesu sind alle drei Bereiche vereint. Und die Gemeinde selbst ist von Gott so gedacht, dass sie Evangelistaion ist, dass sie Jüngerschaft ist und dass sie die Gemeinschaft der Kinder Gottes ist. Die Gemeinde soll "Stadt auf dem Berge" sein und das "Salz der Welt". "Evangelisation und Mission ist das helle Leuchten der Gemeinde"(Howard Foltz). Und durch die Menschen werden, wenn sie errettet sind der Gemeinde hinzugetan, da schließt sich dann der Gemeindekreislauf. Anders ausgedrückt: "Die Gemeinde ist die Frucht von Gebet, Evangelisation und Jüngerschaft". Nur der Gemeinde als ganzes gilt die Vereheißung. In Mt.16,18 sagt Jesus:
"...und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen."
Nur der Gemeinde gilt diese Verheißung, dass sie nicht überwunden wird und bestand haben wird. Evangelisaitonsbewegungen, Jüngerschaftstrainings vergehen, aber die Gemeinde bleibt. Sie haben nur Bestand als Gemeinde.

Ric

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Mittwoch, 22. Oktober 2008
Gott der große Netzwerker
Klar, Netzwerke sind nix Neues, gabs schon immer, ihre Bedeutung wird aber in der postmodernen Gesellschaft erst richtig klar.
Der Erfinder ist natürlich unser Schöpfer. In allem was er erschaffen hat existiert dieses Grundmuster des Lebens.
Z.B. ist der menschliche Körper ist ein Netzwerk - was da alles an Funktionen zusammen kommen und koordiniert werden, ist erstaunlich.
Das Skelett z.b. funktioniert wie ein Netzwerk - verschiedene Glieder sind miteindander verbunden und stehen in einem gemeinsam koordinierten Ablauf zueinander, verbunden und bewegt durch Muskeln und Sehnen. Das Skelett wiederrum ist verbunden mit dem gesamten Nervensystem, was vom Gehirn aus gesteurt wird und den ganzen Körper durchzieht - ein weiteres Netzwerk. Auch der Blutkreislauf mit seinen Verzweigungen ist wie ein Netzwerksystem im Körper.
Ein weiters Beispiel ist das ganze ökologische System unserer Erde, es ist ein Netzwerk, indem die gesamten Ressourcen so aufeinander abgestimmt sind, dass eine Ballance entsteht - eins greift in das andere.
Und natürlich der Leib Jesu, von Gott geplant und gedacht als Netzwerk, wie es in den 3 Gabenlisten der Bibel erklärt wird.

Gleiches Merkmal bei allen Netzwerken ist, dass ein Teil das andere braucht und nicht auf Alleinexistenz ausgelegt ist. Und, anders als beim hierarchischen Organisaitonsmodel hat ein Netzwerk eine andere flache Struktur und verfügt über andere Steuermechanismen, so wie es auch bei Organischen Lebenformen ist.
Grade fällt mir dabei der Sardinenschwarm ein, oder auch große Vogelschwärme in Afrika deren Gesamtbwegung total gleichmäßig koordiniert ist - ihre einheitlichen Bewegungen werden nicht durch ein hierarchisches System gesteuert, sondern durch einen Steuermechanismus, der aus der Vielzahl der miteinander in Beziehung stehenden Einzeltiere besteht. Es sieht fantstisch aus, wie sie sich gemeinsam, ohne dass da erkennbar ist, woher der Impuls kommt. Sie bewegen sich wie ein Wesen, wie ein Organismus.
So ist es auch mit dem Leib Jesu, der aus vielen Einzelmenschen (Leibern) besteht. In der Apg heißt es, sie waren wie ein Mann. Der geheime Steurmechanismus dieses Netzwerkes muss wohl durch den Heiligen Geist erfolgt sein.

Ric

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