Mittwoch, 22. Oktober 2008
Eine Speerspitze ohne Schaft fliegt nicht weit
Die Metallspitze eines Speeres allein zu werfen macht nicht viel Sinn. Erstens fliegt sie beim Werfen nicht sehr weit und zweitens kann man damit ein Ziel nicht anvisieren. Es ist schon ein längerer Schaft notwendig, damit es ein Speer ist. Zusammen mit der Spitze wird der Speer zu einer gefährlichen Waffe, bzw. zu einem excellenten Sportgerät, das ein weitentferntes Ziel sicher treffen kann. Durch den Schaft erhält der Speer seine Flugsicherheit und die notwenige Wucht, um in das Ziel einzuschlagen. Ich war immer wieder fasziniert, in historischen Filmen zu sehen, wie geschickt die Athleten und Kämpfer der Antike den Speer eingesetzt haben.
Im strategieschem Jargon werden solche Leute, die an der Front arbeiten oftmals als "Speerspitze" der Arbeit oder des Auftrages bezeichnet. Sie stehen nicht als Spitze allein, sondern hinter ihnen ist ein längerer Speerschaft, zu dem der größere Teil der Mannschaft gehört. So ist es auch in klassischen Kriegssituationen - die Front ist ganz vorne und hat die Aufgabe in Feindesgebiet einzudringen, aber ohne die Nachhut hinter ihnen und ohne die Ressourcenabteitlung, die ganz hinten liegt, könnte sie nicht erfolgreich operieren.

Dieses Bild lässt sich gut auf den Leib Christi und auf einfache Gemeinden anwenden. Die Speerspitze der Gemeinde ist die evangelistische Intiative, sie will in unerreichte Gebiete des Unglaubens eindringen und deren Menschen für das Reich Gottes und für die Gemeinde gewinnen. Der notwendige Schaft für den sicheren Flug ist die Gemeinschaft der Gläubigen, die hinter der evangelistischen Spitze steht. Als Spitze sind sie Teil des gesamten Leibes und sind mit deren Gliedern verbunden. Es fängt damit an, dass die Härte und Schärfe der Stahlspitze in der Schmiede der Gemeinde geformt wird. Ihre Kraft und Treffsicherheit bekommt sie durch das Gebet der Gemeinde, die hinter ihrem Auftrag steht. Als Erntearbeiter wurden sie im Zentrum der Gemeinde zu Jüngerschaft trainiert und dann ausgesandt. So wie Jesus seine Jünger ausgebildet hat und sie dann aussandte, das Reich Gottes zu verkündigen.

Hier kommen drei Bereiche zusammen, die eng miteinander verbunden sind und eine starke Einheit bilden, wie bei einem Speer:
1. Die Spitze der Evangelisation
2. Der Mittelteil des Jüngerschaftstrainings
3. Das Speerende, die Ressourcen der Gemeinde


Ein Teil von dem anderen zu trennen macht keinen Sinn. In der Vergangenheit war das immer ein Problem gewesen. Mission löste sich von der Gemeinde ab und bekam eine Eigendynamik - es entstanden Bibelschulen, die selbständig Missionare ausbildeten und aussandten, ohne eine starke Beziehung zu ihrer Gemeinde zu haben. Auf dem Missionsfeld waren viele zum Scheitern verurteilt, weil hinter ihnen das beständige Ressourcecenter im geistlichen wie im materiellen fehlte. Weil sie ihr Training nicht innerhalb der Gemeinde hatten, fehlte ihnen die geistliche DNA zum Aufbau von neuen Gemeinden, also blieben sie meistens im Bereich der Evangelisation und Barmherzigkeit stecken und es entstanden keine Gemeinden. Im eigenen Land erlebten wir oft die Unfähigkeit der Gemeinden zu evangelisieren, kaum einer wurde innergemeindlich dazu ausgerüstet. Es entstanden viele Initiativen außerhalb der Gemeinnde, die zwar erfolreich evangelisierten, aber unfähig waren zu Jüngern zu machen und Gemeinde zu bauen. Nicht selten war deren Frucht zum Verderben verurteilt. Das, was zusammengehört entwickelte sich oftmals unabhängig voneinander und driftete auseinander, ohne wirklich zusammenzuarbeiten. Es enstanden selbständige Arbeiten als Gemeinde, als Mission als Evangelisation - ich behaupte, dass diese Zertrennung eine Ursache ist, dass es auf unserer Erde immer noch so wenig Christen gibt.

In Wirklichkeit gehören alle drei Bereiche untrennbar zusammen. Vergleichbar mit der Dreieinigkeit:
Die Speerspitze in dieser Welt ist der Heilige Geist, der in alle Bereiche unseres Lebens vordringt, der uns ständig ermutigt und vorantreibt, der dauernd Menschen für Jesus Christus gewinnen will. Apg.1,8: "Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde".
Jesus Christus, ist der Mittlere Teil des Speeres. Aus ihm kommt der Antrieb für unseren Dienst und die Jüngerschaft in seiner Nachfolge, durch sein Beipiel lernen wir, wie wir zu einem "angenehmen Wohlgeruch" in der Welt werden, wie wir ein "gut lesbarer Brief" für die Menschen sein können.
Hinter Jesus und dem Heiligen Geist steht als das Schaftende der Vater, von dem alle Ressouren, Kräfte und Gaben kommen, die wir brauchen um diese Welt zu erreichen, um eine Gemeinde zu seiner Ehre zu sein, ein Zeugnis für die sichtbare und für die unsichtbare Welt (Eph.3,10)

In der Gemeinde, dem Leib Jesu sind alle drei Bereiche vereint. Und die Gemeinde selbst ist von Gott so gedacht, dass sie Evangelistaion ist, dass sie Jüngerschaft ist und dass sie die Gemeinschaft der Kinder Gottes ist. Die Gemeinde soll "Stadt auf dem Berge" sein und das "Salz der Welt". "Evangelisation und Mission ist das helle Leuchten der Gemeinde"(Howard Foltz). Und durch die Menschen werden, wenn sie errettet sind der Gemeinde hinzugetan, da schließt sich dann der Gemeindekreislauf. Anders ausgedrückt: "Die Gemeinde ist die Frucht von Gebet, Evangelisation und Jüngerschaft". Nur der Gemeinde als ganzes gilt die Vereheißung. In Mt.16,18 sagt Jesus:
"...und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen."
Nur der Gemeinde gilt diese Verheißung, dass sie nicht überwunden wird und bestand haben wird. Evangelisaitonsbewegungen, Jüngerschaftstrainings vergehen, aber die Gemeinde bleibt. Sie haben nur Bestand als Gemeinde.

Ric

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