Montag, 10. März 2008
Plädoyer für den Vater
Ein ganz anderer Mangel
Es wird immer wieder der Mangel an Vaterschaft (Mutterschaft) in Deutschland unter Christen beklagt. Ich möchte jetzt einmal den Spieß umdrehen. Als jemand, der Vaterschaft empfangen hat und seit Jahren selbst konkrete Schritte in Richtung Vaterschaft in seinem eigenen Leben geht, beklage ich, dem entgegen, dass es sehr wenige echte geistliche Kinder, Söhne und Töchter gibt, die wirklich Vaterschaft suchen, bzw. annehmen wollen. Ein großer Anteil der jungen Christen, mit denen ich im Laufe des letzten Jahrzehnts zu tun hatte, waren nicht bereit gutgemeinten väterlichen Rat anzunehmen und danach zu handeln. Zwar hörten sie sich das an, was ich zu sagen hatte, doch wenn es um die Umsetzung ging, folgten sie dann doch lieber ihrem eigenen Ratschluss. Häufig stand das Argument im Hintergrund: „Das ist seine Meinung“ zu der Sache, ich habe da eine andere Meinung und jemand anders hat dazu auch eine andere Meinung. Was mir in letzter Zeit auch häufig begegnete, war eine gutklingende „Pseudofrömmigkeit“ mit der Argumentation: „Ich will nur das tun, was mir der Heilige Geist, was mir Gott selbst zeigt.“ Völlig übersehen wird dabei, dass es ein bevorzugter Kanal des Heiligen Geistes ist, durch den Rat der Älteren zu jungen Christen zu reden. Im Petrusbrief heißt es: „Ebenso ihr jüngeren, ordnet euch den Älteren unter.“

Die Vaterschaft kommt von Gott selbst
Zurecht wird der Mangel an Vaterschaft genannt und die Forderung nach mehr Vaterschaft unter den Christen halte ich für berechtigt. Doch Gott ist letztlich nicht angewisen auf eine Menge an Vätern. Jede echte Vaterschaft kommt von Gott selbst steht in der Bibel (Eph.3,15) und jeder, der es mit seiner Nachfolge ernst nimmt, kommt in den Genuß dieser echten Vaterschaft durch Gott. Er ist der eigentliche Vater, der sich um seine Kinder kümmert, der Meister, der Oberhirte, die Autoriät, die wir brauchen. Menschen die uns mehr oder weniger mit ihrem Rat zur Seite stehen können, sind Assistenten Gottes, bzw. Werkzeuge in seiner Hand. Doch wir müssen anerkennen, dass der Vater im Himmel solche Werkzeuge braucht, um sein Werk an uns zu tun.
Durch das Studium der Schrift und durch meine eigenen Erfahrungen mit dem Herrn durfte ich erkennen, dass es offensichtlich auch ein Prinzip Gottes ist, selbst durch Menschen zu reden, die keine väterliche Art haben, sondern einfach nur eine Leitungsaufgabe in der Gemeinde haben. Gott gab auch durch Kaiphas, der eine fragwürdige Person war, weisen Rat, nur weil er Hohepriester in dieser Zeit war. (Joh.11,49-51). Gott stellte sich zu ihm, weil er diese Autoritätspostition innehatte. Gott will auch heute durch gesetzte Autoriäten in unser Leben hineinsprechen.
Natürlich, viel stärker kann der Rat eines Älteren sein, der es gut mit uns meint und der die Züge eines Vaters bzw. einer Mutter aufweist. Die jungen Schafe orientieren sich in der Herde nicht an dem Schäfer, sondern an die älteren Mutterschafe. Weil diese schon gelernt haben der Stimme des Schäfers zu folgen, folgen sie einfach ihnen und lernen auf diesem Wege selbst, die Stimme des Hirten von anderen Stimmen zu unterscheiden. Das gleiche funktioniert auch so unter den Christen, wenn jungen Christen sich an Älteren orientieren, weil diese bereits gelernt haben der Sitmme ihres Herrn zu folgen.
Leider sehen wir zu oft ein anderes Phänomen unter den Christen. Junge Gläubige meinen es besser zu wissen und handeln in wichtigen Dingen ihres Lebens nach eigenem Gutdünken, ohne den Rat Erfahrener zu suchen. In dem sie meinen, sie müssten ihre eigenen Erfahrungen machen, sind sie gezwungen, die gleichen schmerzhaften Prozesse durchzugehen, die sie sich ersparen könnten, wenn sie auf Ratschläge hören würden. Das widerspricht dem Charakter Gottes und dem was er in die soziale Struktur der Menschen hineingelegt hat. Gott spricht in unser Leben hinein, er möchte uns erziehen und zur Reife bringen durch andere Menschen. Durch Väter und Mütter durch Diener Gottes. Das was wir einer heilen christlichen Familie zusprechen, müssen wir auch von den Beziehungen einer intakten Gemeinde erwarten, nämlich dass es da eine Ordnung gibt, die Gott hineingelegt hat und die sieht so aus, dass die Kinder von ihren Eltern lernen, dass sie erzogen werden, dass es nicht nur um das verständnisvolle Zuhhören und Helfen geht, sondern dass es auch um Disziplin, um Korrektur, um Zurechtweisung und um Führung geht.

Es geht um Gehorsam, was niemand gerne hört
Wer Gott als Autorität und Vater erkannt hat, der versteht, dass der Gehorsam in erster Linie auf Gott ausgerichtet ist und nicht auf Menschen. Das Vorbild Jesu ist dabei wichtiger als das Vorbild des Menschen. Jesus lernte dem Vater total zu gehorchen, durch das, was Menschen in sein Leben brachten, deshalb konnte er uns auch erlösen. Menschen sind schwach, auch Väter, sie machen Fehler und können enttäuschen. Aber wir wissen, es geht in erster Linie um den Gehorsam Gott gegenüber und um das vollkommene Vorbild Jesu. Trotz der Erwartung Gottes auch Menschen zu gehorchen und ihrem Rat zu folgen, sind wir dadurch nicht davon frei gesprochen, selbst den Willen Gottes zu prüfen und das Gute zu behalten. Das muß parallel zueinander geschehen: Ratschläge von Menschen sollen wir annehmen und die Prüfung durch das Wort und durch den Heiligen Geist suchen und das Gute, das bestätigt wurde, behalten. Ich erinnere mich an die Redewendung eines älteren Bibellehrers, er sagte diesbezüglich: „Der Fisch wird gegessen, die Gräten werden wieder ausgespuckt.“
Mehrere Jahre meines Lebens lehnte ich mich als Jugendlicher gegen jede Art der Autorität auf, das ging sogar so weit, dass ich mich köperlich gegen meinen Vater zur Wehr setzte. Dafür schämte ich mich später sehr und bat um Vergebung - mein Vater konnte mir in dieser Zeit kein Vorbild sein und er verstand meine Probleme nicht, er war einfach überfodert, das habe ich erst später erkannt. Als 21-jähriger zog Gott mich zu sich und ich erkannte zum ersten Mal die uneingeschränkte Autorität Gottes. Das brachte eine entscheidende Wende in mein Leben, die sich stark auf menschliche Autoritäten auswirkte. Zum ersten Mal hatte ich ich das Gefühl, unter Autorität zu stehen, so fiel es mir nicht schwer, mich einem älteren Bruder unterzuordnen und seine Ratschläge zu befolgen, ja sogar gehorsam zu sein, wenn es mir „gegen den Strich ging“

Falsche Schuldzuweisungen
Statt Unterweisung in Jüngerschaft, wo der Glaubensgehorsam und die Disziplin wichtige Anteile sind, erlebe ich heute eine verstärkte Ausrichtung auf Innere Heilung und auf Aufarbeitung der Vergangenheit. Jesus hat uns aber nicht beauftragt die Christen zu therapieren, er hat uns beauftragt die Menschen zu Jünger zu machen. Schuldzuweisungen gegen Eltern, Lehrer und anderen Autoritäten, werden oft als Entschuldigung für den eigenen Ungehorsam genommen. Man kann nicht wachsen und vorwärtsgehen in der Nachfolge, weil die Belastungen aus der Vergangenheit zu stark sind. Die Verletzungen, die durch Eltern, Lehrer und durch Autoriäten aus der Welt und aus der Gemeinde geschehen sind, werden angeprangert und haben dann eine lähmende Wirkung. Dieses Denken blockiert das Zustandekommen echter Vaterschaft und Sohnschaft. Denn Anklagen und Schuldzuweisungen werden übertragen und das schwache menschliche Vorbild der vermeintlichen Väter bringt die alten Verletzungen wieder zum Vorschein und verführt erneut zum Urteil – ein Teufelskreislauf, ein Fluch, den Jesus aber getragen hat.
In Jeremia 31,29 heißt es:
„In jenen Tagen wird man nicht mehr sagen: Die Väter haben unreife Trauben gegessen, und die Zähne der Söhne sind stumpf geworden; sondern jeder wird wegen seiner Schuld sterben: Jeder Mensch, der unreife Trauben isst, dessen Zähne sollen stumpf werden.
Das ist Gottes Sicht heute, in diesen Tagen leben wir, denn Jesus hat unsere Schuld getragen, er hat den Fluch gebrochen und jeder ist für sich selbst verantwortlich und muß lernen, selbständig die Stimme Gottes zu hören und den Glaubensgehorsam zu lernen. Auf dieser Grundlage kann eine neue Beziehung zwischen Vater und Sohn entstehen, eine Beziehung wo auf der einen Seite väterliche Fürsorge, Erziehung und Beratung greift und auf der anderen Seite Geborgenheit, Gehorsam und Unterordnung folgt. Ich denke, dass an diese Stelle der prophetische Text aus Maleachi 3,23-24 gehört:
„Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage“.
Beide Seiten werden in diesem Text zur Umkehr aufgefordert.

ric

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Freitag, 29. Februar 2008
Professor Kruse über Kreativität - anwendbar auf Einfache Gemeinde

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Montag, 18. Februar 2008
Die Veränderung vom AT zum NT
1. Das Gebäude:

Jesus transformierte den heiligen Tempel von einem Steingebäude in das menschliche Herz (1.Kor.3,16). Etwa 300 Jahre lang traf sich die neutestamentliche Gemeinde zuhause bei den Leuten, ohne ein speziell dafür gebautes heiliges Gebäude zu haben - sie hatte ein exponentielles Wachstum, bis Konstantin die erste Kathedrale in Rom errichtete.
Unsere Reaktion: Es wurden noch mehr Kirchengebäude gebaut. Steine und Mörtel haben der Gemeinde und ihrem Wachstum mehr Schaden getan,als alles andere. Jeder Dollar, der für Kirchengebäude ausgegeben wird schickt jemanden in die Hölle. Alle 4 Sekunden stirbt ein Mensch in Indien, ohne dass er das Evangelium gehört hat und geht in die Hölle.
Bedenke: Gott lebt nicht in Häusern, die von Menschen gemacht sind. (Apg.1,48-49).

2. Die Priesterschaft:

Im AT dominierte eine Priesterschaft, aus der Erbfolge der Leviten. Jeder konnte ein Prophet werden, aber niemals ein Priester. Jesus brachte Veränderung, sodass in seiner Gemeinde die Priesterschaft aller Gläubigen besteht. Jeder Gläubige ist ein königlicher Priester. (Offb.5,9-10; 1.Pet. 2,9).

Unser Verhalten: Obwohl es in der Gemeinde keine Kleriker und Laien geben darf, existiert das sündhafte Kastensystem immer noch. Die professionelle Priesterschaft wurde durch Konstantin, 322 n. Chr. wieder eingeführt.

3. Der Sonntags- Gottesdienst:

Die Juden feierten den Sabbath am Samstag. Jesus verlagerte das System auf jeden Tag, zu jeder Zeit und an jeden Ort (Röm.14,5). Die Sonntagsgottesdienste starteten erst nach einem kaiserlichen Erlass durch Konstantin (321 n. Chr.) und haben keine biblische Grundlage.
Unsere Reaktion: Dem unbiblischen Konzept wurden biblische Muskeln gegeben. Tatsache ist, dass die Hauskirchen sich dauernd und an jedem Tag trafen.

4. Die Lehrmethoden:

Die Juden waren die einzigen Personen des Buches. Die jüdischen Schulen produzierten hervorragende Intellektuelle.
Jesus veränderte das System und lehrte fundierte Wahrheiten durch einfache Geschichten und Gleichnisse aus dem täglichen Leben. (Mt. 13,13.34.35).
Was haben wir getan: Die Schrift- Kommunikatoren wurden von den mündlichen Kommunikatoren getrennt und letztere als ungebildet bezeichnet. Die Ausbildung wurde in Schulräume verlagert, man produzierte Gehirn- Intellektuelle, die in Konzepten, Prinzipien und Analysen denken, die schwer zu behalten und nicht zu reproduzieren sind. Predigten wurden gehalten, nur um andere zu beeindrucken, ohne Gläubige hervorzubringen.
Tatsache ist, Geschichten werden leicht behalten, sind einfach reproduzierbar und berühren beides, den Kopf und das Herz. Sie multiplizieren noch mehr Geschichtenerzähler, die die Enden der Erde erreichen können. (1.Kor.1,26-31)

5. Die Juden und Heiden:

Die Juden behandelten die Heiden als “goshe” (unberührbar) und verachteten sie. Jesus änderte alles. In seiner Gemeinde sind Juden und Heiden, Männer und Frauen, Junge und Alte, Reiche und Arme, belesene Personen und Geschichtenerzähler, alle haben den gleichen Status.
Was haben wir daraus gemacht: Kastenorientierte Gemeinden, Kleriker - Laien- Kirchen und Geschlechtertrennung.

Artikel von Victor Choudhrie (Blog)
Übersetzung von Richard Schuty

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Freitag, 8. Februar 2008
Die "Gemeindeämter" in und am Ende der apostolischen Zeit
aus der pfingstlichen Zeitschrift Gärtner 6ff./ aus dem Jahre 1908

Wenn wir über dieses Thema an dieser Stelle einiges sagen sollen, wollen wir vorausschicken, dass wir die Bezeichnung „Amt“ nicht gerne gebrauchen, dass wir aber eine andere, ganz zutreffende Bezeichnung für das, was gemeint ist, auch nicht recht haben. Im griechischen Urtexte des Neuen Testamentes steht der Ausdruck „Diakonia“ das heißt „Dienst“; wenn wir aber Dienst sagen, so kommt es nicht ganz zum Ausdruck, dass der, der die „Diakonia“ hat, damit einen dauernden Beruf und eine besondere Stellung in der Gemeinde einnimmt. Man hat deshalb wohl beide Bezeichnungen verbunden und von „Dienstämtern“ gesprochen und vielleicht ist es in der Tat die zutreffendste Bezeichnung.

Gab es denn nun in der ersten Gemeinde besondere Dienstämter?

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Montag, 4. Februar 2008
Der Versammlungsort
vom Frank L. Preuss

Da gibt es keine Stelle in der Bibel wo uns berichtet wird, daß Christen ein Kirchengebäude erbauten. Neue Testament umfaßt eine Zeitspanne der Kirche Gottes von etwa 65 Jahren, vom Pfingsttag bis zu der Zeit, da Johannes die Offenbarung schrieb, und in all diesen Jahren finden wir keinen Bericht, daß Christen ein Kirchengebäude errichteten. Und sie hatten genügend Zeit und Gelegenheit viele Kirchengebäude zu bauen. Oft erleben wir, wie eine neue Konfession oder Sekte in unsere Stadt kommt, und nach nur wenigen Jahren haben sie ihr eigenes Kirchengebäude errichtet; aber so war es nicht im Neuen Testament. Da gab es kein Gesetz, daß den Bau von Gebäuden verbot, die dem Gottesdienst dienten, denn wir wissen, daß ein Römischer Beamter, der Hauptmann von Kapernaum, den Kindern Gottes ein Gebäude baute, worin sie sich versammeln konnten (Lukas 7,5). Christenverfolgung war nicht der Grund, warum keine Kirchengebäude zur Zeit der frühen Kirche gebaut wurden. Da gab es viele Kirchen die über recht lange Zeit überhaupt nicht verfolgt wurden, und doch bauten sie keine Kirchengebäude.

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Mittwoch, 30. Januar 2008
Die Versorgung der Diener Gottes im Netzwerk einfacher Gemeinden
1) Die Versorgung der Leviten im AT (4.Mose 18,10-31; 5.Mose 18,1-4; 1.Kor.9,13-14)

„Die Priester, die Leviten, der ganze Stamm Levi, sollen keinen Anteil noch ein Erbe mit Israel haben. Die Feueropfer des HERRN und sein Erbteil sollen sie essen. Aber ein Erbteil inmitten seiner Brüder soll er nicht haben. Der HERR ist sein Erbteil, so wie er zu ihm geredet hat. - Das aber ist der Rechtsanspruch der Priester an das Volk, an die, die ein Schlachtopfer opfern, es sei Rind oder Schaf: Man soll dem Priester die Vorderkeule geben und die Kinnbacken und den Magen. Die Erstlinge deines Getreides, deines Mostes und deines Öles und die Erstlinge von der Schur deiner Schafe sollst du ihm geben. Denn ihn hat der HERR, dein Gott, aus allen deinen Stämmen erwählt, damit er dastehe, um den Dienst im Namen des HERRN zu verrichten, er und seine Söhne, alle Tage.“

„Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel essen, dass die, welche am Altar tätig sind, Anteil am Altar haben? So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben.“

2) Der dreschende Ochse (5.Mose 25,4; 1.Kor.9,6-15; 1.Tim.5,18)

„Denn in dem Gesetz Moses steht geschrieben: "Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden". Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt? Oder spricht er nicht durchaus um unsertwillen?“

3) Die ausgesandten Jünger und ihr Lohn (Mt.10,9-10; Lukas10, 5-7)

„Verschafft euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel, keine Tasche auf den Weg, noch zwei Unterkleider noch Sandalen noch einen Stab! Denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.“

„Tragt weder Börse noch Tasche noch Sandalen, und grüßt niemand auf dem Weg! In welches Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. In diesem Haus aber bleibt, und esst und trinkt, was sie haben! Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

4) Der Landarbeiter, der Geistliches sät und Materielles erntet (1Kor.9,6.10.11; 2.Tim.2,6)

„Oder haben allein ich und Barnabas kein Recht, nicht zu arbeiten? ….Wer pflanzt einen Weinberg und isst dessen Frucht nicht? …“

„Denn es ist um unsertwillen geschrieben, dass der Pflüger auf Hoffnung pflügen und der Dreschende dreschen soll auf Hoffnung, am Ertrag teilzuhaben. Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Großes, wenn wir von euch das Irdische ernten?
„Der Ackerbauer, der sich müht, muss als Erster an den Früchten Anteil haben.“

5) Der Hirte, der vom Ertrag der Herde lebt (1.Kor.9,7a)

„Oder wer hütet eine Herde und isst nicht von der Milch der Herde?“

6) Der Soldat Christi und sein Sold (1.Kor.9,7; 2.Tim. 2,3-5)

„Wer tut jemals Kriegsdienste auf eigenen Sold?“

„Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu! Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft.“

7) Die Versorgung der Diener am Wort (Gal.6,6; 1.Tim.5,17; Phil.4,16)

„Wer im Wort unterwiesen wird, gebe aber dem Unterweisenden an allen Gütern Anteil!“

„Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre gewürdigt werden, besonders die in Wort und Lehre arbeiten ... "Der Arbeiter ist seines Lohnes wert."

Paulus: „Denn sogar schon, als ich in Thessalonich war, habt ihr mir nicht nur einmal, sondern zweimal für meinen Bedarf gesandt.“

Das Wortes Gottes zu diesem Thema spricht für sich und bedarf eigentlich keiner Auslegung mehr.

ric

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Dienstag, 29. Januar 2008
Motivationsgaben in der Hausgemeinde
Am Wochenende war ich mit meiner Frau in der Eifel - eingeladen in eine Hausgemeinde, um eine Motivationsgabentraining zu machen. Was das ist? Das ist ein Seminar zum Entdecken und Entfachen der natürlichen Gabenkombination. Ja, richtig, jeder Menschen hat von Gott gegebene Begabungen schon von Geburt an, die gilt es genau einzuschätzen und sie bewußt zu integrieren und gegebenenfalls freizusetzen. Das hängt auch mit unserer Identität zusammen, es ist wichtig, uns so anzunehmen, wie wir von Gott gedacht sind, dann erst können wir effektiv sein, im Privaten, im Beruf und auch in der Gemeinde.


Wenn Gott uns so geschaffen hat, dann ist es notwendig, dass wir das so annehmen und ein Ja zu uns finden. In Römer 12,3 heißt es:
"Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat." Die Gefahr ist eben, dass wir uns unterschätzen, also gering von uns denken, uns minderwertig fühlen, oder dass wir uns überschätzen, zu hoch von uns denken. Gott will uns helfen, das realistische, ausgewognee Maß zu finden.
Die Leute bei dem Seiniar gingen die Schritte zur richtigen Selbsteinschätzung. Für die Gemeinde ist das wichtig, denn, um gesund zu wachsen, ist es notwendig, dass wir Gottes Rahmen für uns und auch für die Gemeinde finden. Dann kann Gott durch seinen Geist unseren Rahmen erweitern, unsere Pflöcke weitersetzen und uns in das hineinführen, dass er durch den Heiligen Geist noch vorbereitet hat.
Auch in einer Hausgemeinde ist das besonders wichtig, da die Gefahr ist, dass man zu genügsam bleibt und auch das objektive Bild verliert.

Ric

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Sonntag, 13. Januar 2008
China: Regierung will Hausgemeinden beseitigen
Montag, 17. Dezember 2007

Peking (DEA) Shi Weihan (37), der Besitzer eines christlichen Buchladens in der Nähe des Olympischen Dorfes in Peking, der einer Hausgemeinde angehört, wurde verhaftet. Nachdem seine Frau wieder freigelassen ist, versteckt sie sich aus Angst mit ihren kleinen Töchtern.

Wahrscheinlich steht die Verhaftung in Verbindung mit einem politischen Programm, das die Hausgemeinden in China beseitigen soll. Es wird befürchtet, dass der Druck auf die Gemeinden bis zu den Olympischen Spielen noch zunehmen wird. Seit Mitte November gab es Verhaftungen: 40 Pastore eines großen Hausgemeindenetzwerkes wurden festgenommen. Noch nicht alle sind wieder frei. Die Polizei verlangt hohe Summen, um sie freizukaufen.

Quelle: ead.de

ric

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Mittwoch, 9. Januar 2008
Artikel über einfache Gemeinden in Deutschland
von Richard Schutty, erschienen am 4.11.07 im Forum von Türkische Christen Berlin

“Seit einigen Jahren gibt es eine neue „Strömung“ in der christlichen Gemeindelandschaft in Deutschland – die Hauskirchen, Hausgemeinden, oder wie sie jetzt auch oft genannt werden, die “Einfachen Gemeinden”. Was hat es eigentlich damit auf sich, ist das wieder nur eine neue Moderscheinung aus Amerika innerhalb der christlichen Welt, oder handelt es sich um eine ernst zu nehmende Bewegung, die auch uns jetzt erreicht hat?

Manch einer hat es vernommen, dass die Mehrzahl der Christen in China zu nichtregistrierten und verbotenen Hausgemeinden gehört und auch in Kuba gibt es eine solche Bewegung unter den verfolgten Christen im Kommunismus. Ebenso hören wir von Bangladesh und auch von Indien dass sich dort die Hausgemeinden rasch ausbreiten. Sogar in der westlichen Welt in Amerika und Europa gibt es immer häufiger diese Erscheinungen.

Dabei sind Hauskirchen/Hausgemeinden keine neue Sache und stellen auch kein neues Gemeindemodell einer postmodernen Gesellschaft dar. Im Gegenteil, die klassische Form, diese Art von Gemeinde im Alltag zu leben, geht bis auf die Zeit der ersten Christen im 1. und 2. Jahrhundert zurück. Mehr als dreißig Mal finden wir allein im Neuen Testament den Hinweis auf “die Gemeinde im Hause des/der…”. Auch in außerbiblischen Schriften dieser Zeit ist immer die Rede von der Gemeinde als eine Gemeinde im Privathaus. Damals war es gar nicht anders möglich seinen Glauben in der Gemeinschaft zu leben, als nur in der intimen Atmosphäre des eigenen Hauses, bzw. der eigenen Wohnung. Das änderte sich stark nach der konstantinschen Wende (313 n.Chr.) wo den Christen öffentliche Anerkennung zugesprochen wurde und der Kaiser selbst den Bau großer Kirchenhäuser förderte. Und mit der Aufwertung des Christentums als Staatsreligion wenig später geschah dann der umfassende Wandel der Gemeinde – aus einer starken Bewegung von Hausgemeinden, die sich epedimieartig über das ganze Römische Reich im Untergrund ausbreitete, wurde die uns bekannte Institutionelle Kirche, wie wir sie auch heute noch kennen.

Trotzdem gab es im Laufe der Jahrhunderte in erwecklichen Zeiten immer wieder solche Neuaufbrüche und es entstanden neue Haukirchenbewegungen, wie z.B. die Nestorianer, die Waldenser oder auch die Täufer. Immer war ein Kennzeichen, dass diese Bewegungen auch unter Verfolgung litten, was letztlich zu ihrer starken Ausbreitung über viele Länder führte.

Natürlich sollten wir uns auch die Frage stellen, welchen Stellenwert eine solche Bewegung in unserer Zeit bzw. im Westen haben kann, wo Religionsfreiheit und Wohlstand herrscht. Dazu meine ich erstens, dass wir als aufmerksame Christen die Zeichen der Zeit richtig deuten müssen um zu erkennen, dass auch in unserem Land der Druck auf bekennende Christen zugenommen hat. Die Medien und auch die Politik geht nicht mehr zimperlich mit den so genannten “christlichen Fundamentalisten” um, wie bekennende Christen of genannt werden. Also meine ich, ist es gut, durch eine passende Gemeindestruktur besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

Zweitens bietet uns die familiäre Atmosphäre der Hausgemeinde die Möglichkeit genau das auszuleben, auch im Alltag, was das Kennzeichen der ersten Christen war, die Liebe untereinander. In großen Gemeinden, selbst wenn sie mit vielen Zellen durchstrukturiert sind, kann das in dieser Intensität nicht geschehen – ich spreche aus langjähriger Erfahrung.

Eine dritte Sache, die für die Gründung von Hausgemeinden in unserer Zeit und in unserem Land spricht, ist die große Möglichkeit, dass in dem überschaubaren Rahmen der kleinen Gemeinde und der dazugehörenden Netzwerke jeder zum Dienst optimal zugerüstet werden kann. In großen Gemeinden geht der einzelne oft unter und in den Zellgruppen kann niemals diese Breite und Tiefe des Dienstes erreicht werden, wie in selbständigen Hausgemeinden.

Abschließend meine ich, dass die Hausgemeinden in unserer Zeit die besondere Chance haben, eine größere Tiefe und Stärke zu erreichen als viele andere Hauskirchenbewegungen vor ihr, da sie aus den vergangenen Jahrhunderten viel lernen konnte. Wir brauchen heute in den Hausgemeinden nicht mehr mit den Lehrmängeln und Reifedefiziten zu leben, wie es zum Beispiel bei den Täufern oder bei den Waldensern war.

Neben den vielen anderen Kirchen- und Gemeindestrukturen, die in unserer Zeit auch wichtig sind, sehe ich die besondere Berufung der einfachen Gemeinden zu einer der stärksten Kräfte innerhalb der Gemeindelandschaft zu werden.

Richard Schutty

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Donnerstag, 27. Dezember 2007
Die Wiedergeburt der congregation oder: wider den Struktur-Dogmatismus
Geschrieben von Reinhold Scharnowski

Es war eine meisterhafte Beobachtung, die Donald McGavran und nach ihm die "Fuller-Schule" machte: Gemeinde konstituiert sich immer in drei Grund-Strukturen, die man amerikanisch-griffig mit "CCC" bezeichnete: Cell - congregation - celebration. Dabei spielte die mittlere Struktur der "congregation" in klassischen Gemeinden noch eine Hauptrolle: entweder war die ganze Gemeinde nicht grösser als 50-70 Personen, dann war sie die congregation. Oder man hatte Strukturen wie die Bibelstunde, die Jugendgruppe oder den Seniorenkreis: alles mittelgrosse Gruppen von 30-60 Leuten, die sich alters- oder interessenmässig sammelten. Schon in den 70ern, aber vollends in den 80er und 90er Jahren fand hier eine Verschiebung statt: Hauskreise wurden eingerichtet, das Gewicht verlagerte sich auf die Zellen, die fortan zum A und O eines neuzeitlichen Gemeindebaus wurden. Mit dem Aufkommen der "Jüngerschaft" (ein Begriff, den man in den 70er Jahren in evangelikalen Kreisen noch gar nicht kannte) wurde die kleine Gruppe vollends zum A und O. Hier hatte alles geistlich Entscheidende zu geschehen. "Persönliche Beziehungen" war das Zauberwort. Sie wurden in den Zellen organisiert.

Hier der ganze Bericht auf Forum Gemeindeinnovation

Die Wiedergeburt der Congregation

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