Montag, 24. April 2006
Wer lässt sich senden?
Zum letzten Artikel von Biggy, "...geboren für eine Zeit wie jetzt"

Ja, es ist das Entscheidende, dass wir bereit sind, zu den Menschen hinzugehen. Dass wir uns nicht hinter den Mauern unserer Gemeinde, Kirche oder gar Hausgemeinde verstecken um dort mit den anderen Christen zu kuscheln.
1. Jesus sandte seine Jünger aus - zuerst die Zwölf (Mt.10,1-15) und dann die Siebzig (Luk.10,1-12). Der griechische Urtext benutzt hier das Wort "apostello", was an "Apostel" erinnert. Ein Apostel ist ein (Aus-)Gesandter, ein Botschafter, ein Beauftragter. Diese Sendung gilt auch uns und wer sich von Jesus senden lässt, steht in diesem apostolischen Auftrag.
2. Jesus schickte sie zu Zweien los und nicht alleine. Wir erinnern uns an Jesu Worte: "Wo zwei oder drei in meinem Namen ...". Besondere Vollmacht liegt auf der Zweier- oder Dreierschaft - eine Vollmacht, sogar Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen (...was sie binden in meinem Namen, wird gebunden sein, was sie lösen, wird gelöst sein ...). Jesus will Teamarbeit an der Basis und nicht einsame Stars auf der Bühne.
3. Die Ausgesandten sind Arbeiter in der Ernte, sie scheuen die Mühe nicht. Sie bearbeiten den Boden, säen aus, warten auf das Wachstum und warten wieder auf die Ernte, dann muss es ganz schnell gehen, damit die Frucht nicht verdirbt. Hingegebene Reich- Gottes Arbeiter dieser Art gibt es nicht viele, deshalb sagte Jesus eingangs: „Bittet den Herrn, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“. Es sollten solche sein, die ganz klar den Auftrag Gottes hören und folgen.
4. Jesus sandte sie wie Schafe, mitten unter die Wölfe. Er selbst ging für uns wie ein Schaf zur Schlachtbank. Wer dem Auftrag Gottes so folgt und der Sendung gerecht wird, wird Ablehnung erleben. Wie Paulus, der viele Schläge zu erdulden hatte.
5. Ohne große Sicherheiten und doppelten Boden sollten sie gehen, und sich nicht aufhalten lassen. Sie sollten sich nicht sorgen, was sie reden sollten, der Heilige Geist würde ihnen alles eingeben. Sie sollten sich auch nicht um existenzielle Dinge sorgen, da dies belastend wirkt.
6. Er beauftragte seine Jünger das Reich Gottes zu verkünden. Den Frieden Gottes sollten sie bringen, Kranke heilen und Dämonen austreiben. Auch für uns gilt es, denn die Not ist groß und die Weitergabe der frohen Botschaft soll verbunden sein mit der Hilfe an Geist, Seele und Leib.
7. Er sandte sie in die Städte, in die Dörfer, in die Häuser. Sie sollten an die Türen der Häuser klopfen – wo immer ihnen eine Person des Friedens das Haus öffnete, dort sollten sie hineingehen und bleiben, verweilen und das essen, was man ihnen geben würde. Wir haben oft die Tendenz, das Evangelium breit zu streuen und schnell von einem zum anderen zu gehen. Jesus sagte jedoch, dass wir bei denen verweilen sollen, die den Frieden Gottes annehmen. Das gemeinsame Essen ist ein Zeichen wirklicher Gemeinschaft und Liebe, wir nehmen uns dabei Zeit für den anderen. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, sagte Jesus, dort bin ich in ihrer Mitte, dort ist Gemeinde.
"Häuser des Friedens" sind Herbergen der Gemeinde.

Mancher wird sagen: Das passt nicht mehr in unsere Zeit. Jeder lebt für sich, hat sein Privatleben, grenzt sich ab und geht lieber nach draußen, um Menschen zu treffen.
Dazu nur soviel: "Häuser" (oikos) sind die Menschen, das soziale Gefüge der Menschen, zu denen sie sich zugehörig fühlen. Jeder Mensch braucht das und sucht das. Überall gibt es sie, die Familien, die Freundeskreise, die Interessensgruppen, die Kneipenszene, sogenannte soziologische Gruppen.
Zu ihnen sendet uns Jesus.
Lassen wir uns senden?

Richard

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