Montag, 30. Dezember 2013
Die unterschiedliche Berufung und Begabung der Heiligen
Der würdige Wandel in der Berufung

„Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid …“ (Eph.4,1)

Jeder Jünger soll in seiner eigenen Berufung so leben, dass es Recht ist vor Gott und den Menschen. Dazu gehört es, bestimmte Punkte zu beachten. In den nachfolgenden Versen sagt Paulus, dass wir die Einheit des Geistes festhalten sollen. Ich füge hinzu, dass es auch wichtig ist, die Berufung des anderen zu achten, in dem Bewusstsein, dass wir unterschiedlich sind. Dazu ist es notwendig, die eigene Berufung (Begabung) zu kennen und zu akzeptieren, genauso wie die Berufung des anderen zu erkennen und zu achten. Nur wenn wir da die Einheit, die Christus uns gegeben hat festhalten, können wir uns in der Unterschiedlichkeit achten und ehren. Die nachfolgenden Punkte gehen auf diese Sache näher ein.

Gott hat uns unterschiedliche Anteile an seiner Gnade gegeben
„Jedem einzelnen von uns aber ist die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi gegeben worden. (Eph.4,7) Nach der NGÜ lautet das so:
„Jedem Einzelnen von uns hat Christus einen Anteil an den Gaben gegeben, die er in seiner Gnade schenkt; jedem hat er seine Gnade in einem bestimmten Maß zugeteilt.“

Das volle Maß der Gabe Christi ist alles was Gott geschaffen hat und allen Menschen zur Verfügung stellt. Dazu gehört für die Nachfolger Jesu auch die Fülle der geistlichen Güter (Gaben, Kräfte und Wirkungen). Es ist die umfassende Gnade Gottes, die „charis“. Nur in Jesus Christus ist die Fülle der gesamten Gnade Gottes enthalten. („Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade.“ Joh. 1,16)
Aus der Fülle der Gnade Gottes gibt Jesus jedem von uns individuelle Anteile, über die wir verfügen dürfen. Jeder Gläubige bekommt ein bestimmtes Maß der Gnade. Es ist eine spezielle Maßeinheit, eine bestimmte Menge, eine spezielle Größe oder eine bestimmte Art. Das griechische Wort „metron“, das hier im Urtext steht, ist Grundlage für unser Längenmaß, das wir mit „Meter“ bezeichnen. Gott stellt dem Einzelnen zu Beginn nicht die ganze Fülle der Gnade Gottes zur Verfügung, sondern lediglich einen bestimmten Anteil an der ganzen Gnadenfülle. An verschiedenen Stellen in der Bibel begegnet uns dieses Maß wieder. Es macht die Sache deutlich. Hier einige Hinweise dazu aus der Bibel:

1. Die anvertrauten Talente
„Denn es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe übergab und einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit, und reiste außer Landes.“ (Mt.25,14,15)

Ist Gott gerecht, mögen manche da fragen, dem einen nur eins und dem anderen fünf zu geben? Wir Menschen sind auf Chancengleichheit ausgerichtet und die sehen wir in der gerechten Verteilung in gleichen Anteilen verwirklicht. Das ist kommunistisch denke ich, bei Gott ist es anders. Es scheint, dass Gott bewusst Unterschiede macht. Es geht ihm nicht um die Menge und nicht um die Bewertung der verschiedenen Dinge, die er austeilt. Es geht ihm mehr darum, zu sehen, wie jeder mit dem, was er hat treu ist. Er fordert uns dabei auf, nicht neidisch und eifersüchtig auf andere zu sehen, sondern mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Wie anders als Menschen ist doch Gott.
Okay, ich freue mich dann, dass ich meiner Meinung nach viel von Gott anvertraut bekommen habe und ich habe jede Menge zu tun, um es richtig einzusetzen, damit zu arbeiten und es zu vermehren. Wenn ich mich mit denen vergleiche, die weniger haben als ich, fühle ich mich reich und besonders gesegnet. Aber da gibt es sehr, sehr viele Menschen, die haben viel, viel mehr als ich von Gott anvertraut bekommen, da könnte ich dann doch neidisch werden. Aber es macht keinen Sinn sich zu vergleichen, weder mit denen die weniger haben, noch mit denen die mehr haben. Entscheidend ist nicht die Menge oder das, was es ist, entnehme ich dem Gleichnis. Entscheidend ist nur, ob ich das was ich habe anerkenne und einsetze zur Ehre des Herrn. Ob und wie ich das tue, das entscheidet über mein Lob, das ich einmal von Gott bekommen werde. Ich schaue also auf das Meine und versuche es treu zu verwalten und einzusetzen, das ist meine Aufgabe. Ich denke an das Bibelwort, „er steht oder fällt vor seinem Herrn“ (Röm.14,4), oder auch an das Wort von Paulus aus Gal 6,4:
„Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen.“

Einen zweiten Hinweis zu dem unterschiedlichen Maß finden wir im Römerbrief, wo es um den Leib geht:

2. Die Motivationsgaben

„Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. (Röm.12,3)

Ich verwende diesen Text immer, wenn ich über die Motivationsgaben lehre und versuche dabei herauszustellen, dass es hier um die richtige Selbsteinschätzung geht. Das setzt voraus, dass meine Augen geöffnet sind, zu erkennen, was und wie viel mir Gott anvertraut hat. Wir sollen erkennen, was in unserem natürlichen Erbe steckt. Und dann, im zweiten Schritt geht es darum, dieses individuelle Maß, das ich von Gott bekommen habe, anzunehmen und damit zu wirken. Die realistische Einschätzung der eigenen Begabungen und Fähigkeiten ist leider unter Gläubigen nicht selbstverständlich. Viel Schaden und Leid geschieht im Leib Christi, weil da noch zu viel Unreife ist. Mit Überschätzung oder Unterschätzung schadet man sich selbst und andere.

Eine dritte, unmissverständliche Stelle lesen wir in 1.Kor.12,11, da geht es um

3. Die Gaben des Heiligen Geistes

„Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.“
Nach der NGÜ:
„Das alles ist das Werk ein und desselben Geistes, und es ist seine freie Entscheidung, welche Gabe er jedem Einzelnen zuteilt“.

Was für die Motivationsgaben zutrifft, ist ähnlich auf die Geistesgaben anzuwenden. Hier finden wir die deutliche Aussage, dass der Heilige Geist willkürlich seine Gaben austeilt und das kann sehr unterschiedlich sein. In unterschiedlicher Menge und in unterschiedlicher Art. Niemand kann sich also willkürlich die Gaben nehmen, wie er es möchte, sondern muss akzeptieren, dass der Geist Gottes die Verteilung übernimmt. Er ist der Koordinator, der den ganzen Leib in ein harmonisches Miteinander bringen will, wie bei einem großen Orchester, bei dem es verschiedene Instrumente gibt. Jeder Spieler kennt und akzeptiert seine Zuteilung in dem Ganzen, er versucht darin gut zu sein.

Und schließlich ein weiterer Hinweis in Eph. 4,8.11.16, er betrifft die Zusammenarbeit von

4. Gaben und Dienste für die Gemeinde

„Darum … Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer …. Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung dienende Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils.“
Nach der NGÜ der Vers 16b:
„Mit Hilfe all der verschiedenen Gelenke ist er (der Leib) zusammengefügt, durch sie wird er (der Leib) zusammengehalten und gestützt, und jeder einzelne Körperteil leistet seinen Beitrag entsprechend der ihm zugewiesenen Aufgabe.“

Da ist die Rede von einer Aufgabenteilung im Leib. Die einen Teile sind dafür da, den ganzen Leib zu verbinden, in dem sie die einzelnen Teile zusammenhalten, zurüsten und stärken. Damit sind die fünf Dienste gemeint, von denen einige Verse vorher Paulus in diesem Kapitel spricht. Die verschiedenen Körperteile werden durch die Dienste verbunden und gestärkt. Sie üben andere Handlungen aus, entsprechend der ihnen zugewiesenen Aufgabe. Das bringt den ganzen Körper in seine Bestimmung. Jeder Körperteil hat hier von Gott ein bestimmtes (Wirkungs-)Maß zugewiesen bekommen und soll in diesem Maß und der eigenen Art funktionieren und mit den anderen zusammenarbeiten.

Nicht Hierarchie und Position, sondern Ordnung und Reihenfolge

Der Leib kann seine Bestimmung nur dann erfüllen, wenn er in einen koordinierten Bewegungsablauf kommt, bei dem jedes einzelne Teil seine zugewiesene Aufgabe übernimmt. Wer einen menschlichen Körper beim Gehen beobachtet (Skelett, Muskulatur, Sehen etc.), der wird feststellen, dass dieser in der Lage ist, sehr harmonische Bewegungsabläufe zu erzeugen. Das ist nur möglich, weil der gesamte Körperbau mit seinen einzelnen Teilen genau aufeinander abgestimmt ist und einer durchdachten Ordnung folgt. Der Körper wird vom Gehirn (Haupt) in seinen Bewegungsabläufen gesteuert. Die gesetzten Impulse folgen der Reihe nach einer koordinierten Abfolge, bis sie das Ende der „Kette“, das einzelne Glied erreichen, von dem dann eine spezielle Aufgabe getan werden kann. Wie von unsichtbarer Hand ausgeführt, erfolgt die Koordination der gesamten Abläufe der einzelnen Teile entsprechend der innewohnenden Ordnung. Der gesamte Bewegungsablauf des Körpers zeigt sich in einer göttlichen Harmonie.
Wenn Jesus und Paulus die Gemeinde mit einem funktionierenden Leib verglichen haben, dann muss es doch möglich sein, dass auch wir als Nachfolger Jesu zusammen in diese Harmonie kommen. - Doch da ist eine Sache, die bei uns anders ist, als in dem Bild der Anatomie: Die einzelnen Glieder des Leibes haben einen freien Willen. Sie können sich frei entscheiden, ob sie sich in die von Gott gegebene Ordnung einfügen wollen, oder nicht. Viel Leid, Not und Streitigkeiten ensteht, weil einzelne Glieder am Leib sich da nicht einfügen wollen, oder können. Viele können das auch nicht so erkennen, sie brauchen zunächst vom Heiligen Geist geöffnete Augen, um zu sehen, welchen Anteil (welche Berufung) sie an und in dem Leib Jesu haben, darum heißt es in Eph. 1,18:

„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen.“

(Alle Bibeltexte, wenn nicht anders vermerkt, wurden der Revidierten Elberfelder Übersetzung entnommen.)

Ric

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Samstag, 28. Dezember 2013
Hebräisches vs. Griechisches Denken
Wie wir heute christliche Kirche und Gemeinde erleben ist das Ergebnis einer Entwicklung, die vor fast zweitausend Jahren begann. Immer hat das Denken der Zeit auch die Praxis des Gemeinde-lebens und vor allem das Denken der Christen beeinflusst . Die christliche Urgemeinde wurde in das damalige Judentum hineingeboren und war in den ersten Jahrzehnten noch von diesem beeinflusst. Wie wir im Neuen Testament lesen können, sorgte der Heilige Geist dafür, daß die Gemeinde nach und nach den engen und gesetzlichen Rahmen des Judentums verlassen konnte. Auf der einen Seite war das notwendig und gut, auf der anderen Seite kamen damit aber auch neue und gefährliche Einflüsse aus dem Heidentum dazu. Es begann ein unerbitterlicher Kampf um die Ausrichtung der jungen Gemeinde, der schon im dritten Jahrhundert vom damaligen Zeitgeist gewonnen wurde. Die künftige Richtung der frühen Kirche wurde nun maßgeblich von der griechischen Philosophie und von der römischen Staatstheorie bestimmt.

Hier ganzen Artikel lesen...

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Montag, 25. November 2013
Der christliche Gottesdienst, jeden Sonntag überall
Kennt die Bibel, bzw. die Urgemeinde den Gottesdienst, so wie wir ihn in unserer Zeit als eine wichtige christliche Veranstaltung kennen? Gab es damals eine Zusammenkunft der Christen, die als Gottesdienst bezeichnet wurde, die immer zu einer bestimmten Zeit, mit einem bestimmten Ablauf, bzw. mit den selben Kernelementen stattfand?

Regelmäßige Zusammenkünfte der Christen mit Festcharakter gab es schon in der Urgemeinde. In den Paulusbriefen und in der Apostelgeschichte werden verschiedene Formen erwähnt. In 1.Kor. 14,26 heißt es: „Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprachenrede, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung.“ An dieser Stelle und an anderen Stellen finden wir NICHT den Begriff „Gottesdienst“ (griechisch λειτουργία leitourgia). Wenn wir im NT das Wort Gottesdienst lesen, dann ist entweder der Tempelgottesdienst des Alten Testaments gemeint, oder es geht dabei um die Aufforderung, unser ganzes Leben als Gottesdienst zu verstehen (siehe Röm.12,1-2).

Das griechische Wort für Gottesdienst ist „latreia“ und bedeutet, religiöser Dienst, Dienst für Gott in Verbindung mit einer Opferhandlung, ein Dienst im Tempel oder im Heiligtum. Laut Wikipedia ist ein Gottesdienst eine „religiös motivierte Zusammenkunft von Menschen mit dem Zweck, mit ihrem Gott in Verbindung zu treten, mit ihm Gemeinschaft zu haben, Opfer zu bringen bzw. eine auferlegte religiöse Pflicht zu erfüllen. Er kann in einer eigens vorgesehenen Räumlichkeit (Gotteshaus, Kirche, Synagoge, Moschee, Pagode, Tempel, Königreichssaal etc.) stattfinden, wie auch im häuslichen Bereich oder in der Natur.“
Unser bekanntes Wort „Liturgie“ (leitourgeo) ist direkt davon abgeleitet, es bezeichnet "die Ordnung und Gesamtheit der religiösen Zeremonien und Riten eines Gottesdienstes". Schon im 2. Jahrhundert kam es zur liturgischen Aussbildung der gottesdienstlichen Zusammenkünfte der Christen. Die Liturgie regelte die Leseordnung, Predigt, Fürbittegebet, Eucharistiefeier und anderes. Daraus entwickelten sich bald besondere priesterliche Ämter, denn für die Opferhandlungen und zur Durchführung der Liturgie ware diese notwendig. Das führte bis zum 3. Jahrhundert endgültig zu einer Trennung der Gemeinde in „Geistliche“ (Priester), die allein berechtigt waren die kultischen Handlungen des Gottesdienstes auszuführen und in Laien, die als gewöhnliche Christen nur eine passive Rolle spielten. Die Aufteilung der Kirchen, die ab dem 3. Jahrhundert für die Gottesdienste gebaut wurden spiegelten diese Trennung wieder. Zutritt zum Altarraum hatten nur die Geistlichen, die normalen Gemeindemitglieder wurden nun zu Zuschauern und Zuhörern des gottesdienstlichen Geschehens.

Hier fällt mir eine Begebenheit ein, die sich in einer Reisegruppe ereignete, die aus überweigend Pastoren bestand. Wir waren in Izmir in einer evangelischen Gemeinde eingeladen zu dienen. Nach der Predigt unseres Reiseleiters gab es einen sogenanten „Altarruf“. Wir wurden eingeladen, nach vorne zu kommen und für Einzelne zu beten. Geschlossen kamen wir in den vorderen Gottesdienstraum (Altarraum), doch ich wurde vom Leiter abgewiesen und durfte nicht beten, weil ich kein ordinierter Pastor war.

Ich meine, wir müssen unser Gottesdienstverständnis kritisch hinterfragen. Das, was sich in vielen Kirchen und Gemeinden, egal ob volkskirchlich, evangelikal oder charismatisch, Sonntag für Sonntag abspielt, ist das Abbild eines alttestamentlichen, bzw. heidnischen Gottesdienstes. Die Urgemeinde der apostolischen Zeit zelebrierte keine rituellen Gottesdienste und Kulte dieser Art, vielmehr waren ihre Versammlungen offen, flexibel und bestimmt durch den Heiligen Geist und durch die verschiedenen Gaben des kooperativen Leibes Jesu.


Ric

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Mittwoch, 6. November 2013
Der Auszug der Gemeinde Jesu aus der Familie in die Basilika.
Ein letztes Mal tobte um 300 n.Chr. eine große Christenverfolgung im Römischen Reich. Es war die die achte und die letzte große. Immer wieder versuchten die Christen in ruhigeren Zeiten sich in größeren Häusern zu versammeln. Zeitweise nutzten sie die komfotablen Häuser, die von reichen Christen geschenkt wurden, und bauten sie zu Kirchen um, mit einem großen Versammlungsraum, einem kleineren Raum und manchmal sogar mit einem Baptisterium, wie bei der Hauskirche von Dura Europos (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hauskirche_von_Dura_Europos) aus dem zweiten Jahrhundert.


Modell der Hausgemeinde in D. E. , einer Darstellung unbekannter Herkunft nachgezeichnet


Ganz selten war es ihnen auch gewährt ein neues Kirchenhaus zu bauen. In jeder neuen Verfolgungswelle, und davon gab es acht große, wurden diese Häuser immer wieder enteignet oder zerstört. Die Gemeinden hatten somit auf längere Sicht keine Gelegenheiten sich in größeren Kirchenräumen niederzulassen. Immer wieder wurden sie zurückgeworfen in die eigenen vier Wände der Familie oder in die Abgeschiedenheit der freien Natur, wo sie niemand finden konnte. Es war oft so gefährlich, daß Neue bzw. Neubekehrte in diesen Zeiten nur durch eine Empfehlung und durch Losungsworte Einlass in die verborgenen Hausgemeinden bekommen konnten.

Trotz Verfolgung und Einengung auf den privaten Bereich, oder sagen wir besser gerade deshalb, wuchs die Gemeinde ständig weiter. Das alles schreckte Interessierte und Suchende nicht ab, da sie die Hoffnung, die Liebe und die Freiheit der Jesus- Nachfolger immer wieder als etwas Wunderbares erleben durften.

Und jetzt sollten die Verfolgungen tatsächlich aufhören und die Gemeinden endlich zur Ruhe kommen. Aber es war keine Sabbathruhe, die folgte, sondern eine Friedhofsruhe. Denn das was sich entwickelte, war alles anderes als eine glorreiche Gemeinde. Nein, die Gemeinde dieser neuen verfolgungsfreien Zeit vollzog nach und nach die Verbindung mit dem römischen Staat. Konstantin war ihr erster und einer ihrer größten Gönner. Er sah in dem sich ausbreitenden Christentum eine neue Chance das Reich zusammenzuhalten und seine Macht auszubauen, als der erste christliche Kaiser von Rom. Es war geschickte Politik, die ihn dazu bewog, das Christentum als künftige Staatreligion zu fovorisieren. Damit hatte er den Zusammenhalt des Reiches durch eine neue starke Verbindung gesichert und die Entstehung einer neuen Epoche angestoßen. Er stellte den Gemeinden Finanzen und Bauland zur Verfügung, damit sie Basiliken und Kirchengebäude errichten konnten.
Er tat sich auch selbst hervor als Bauherr der ersten großen Kathedrale in Rom über dem vermuteten Grab des Apostels Petrus.
Die kleinen Hausgemeinden beendetetn nun ihr Familiendasein und wagten sich nach und nach in die Öffentlichkeit und in die neue Umgebung der kirchlichen Prachtbauten, die auch von vielen Nichtchristen bewundert wurden.


Das Christentum wurde attraktiv, die Zugehörigkeit zum Christsein brachte hinfort keine Nachteile mehr, sondern viele Vorteile für das öffentliche Leben. Es folgten Zeiten, in denen die Zugehörigkeit zum Christentum sogar Türen zu höhreren Staatämtern öffneten.
Das Gemeindeleben änderte sich dementsprechend, an die Stelle der intimen Gemeinschaft in den familiären Hausgemeinden trat jetzt die öffentliche Feier aufwendiger Gottesdienste in den großen anonymen Versammlungen der Kirchen. Die Gemeinden wurden nicht mehr durch die Charismen ihrer Mitglieder und durch Laienälteste geleitet, sondern durch einen neuen Klerus, der die Kirchen- sakramente für eine Masse von passiven Laien verwaltete.

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Samstag, 14. September 2013
Apostolische Tradition, Teil 3
Wenn es nun eine ursprüngliche Tradition der Apostel gab, die auch heute noch für uns eine wichtige Rolle zu spielen hat, dann ist sie in in der Apostelgeschichte 2,41.42.46 zusammengefaßt:

"Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten....
Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens.


Was Jesus selbst in der Gemeinschaft gelebt hatte, setzten die Jünger nach seiner Himmelfahrt fort: Sie ließen sich taufen und tauften die zum Glauben gekommenen und trafen sie täglich im Tempelgelände und in den Häusern. Bei ihren Treffen widmeten sie sich der Lehre Jesu, die durch die Apostel weitergeben wurde. Und natürlich pflegten sie intensiv die Gemeinschaft untereinander beim Brotbrechen und beim gemeinsamen Mahl. Sie dachten dabei an den stellvertretenden Tod Jesu, der sie errettet hatte aus der Sünde. Weiterhin pflegten sie immerfort das gemeinsame Gebet, das sie bei Jesus gelernt hatten.

Man könnte diese 5 apostolischen "Traditionen" mit den vier Wänden und dem Dach eines geistlichen Hauses vergleichen. Immer wenn die Jünger zusammkamen in dem Namen Jesu waren sie von allen Seiten geschützt als Sein Leib.

Ich glaube, dass wir als Gemeinde das heute genauso machen sollen. Wir müssen zurückkehren zu den Wurzeln, zu der ursprünglichen Tradition, wie sie die Apostel und die Jünger damals gelebt haben. Zu beachten ist dabei auch die Struktur, in der sie das gelebt hatten - in den Häusern (Privatleben) und im Tempelgelände (Öffentlichkeit). Wie häufig, in welchem Rhythmus, abwechselnd oder immer in den selben Häusern und an welchen öffentlichen Plätzen, sie sich getroffen haben, das war dabei zweitrangig, so sollte es bei uns auch sein. Wichtig ist, dass diese 5 Traditionen innerhalb der "Zweitaktstruktur" gelebt werden.

Ric

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Samstag, 7. September 2013
Apostolische Tradition, Teil 2
Wenn wir Jesus nachfolgen, dann richten wir unser persönliches Leben an dem Vorbild Jesu aus. Er ist der neue Mensch, der Adam abgelöst hat, er ist der lebendigmachende Geist in uns, der uns es ermöglicht komplett neu zu beginnen und ein Leben entsprechend des Willens Gottes zu führen. Was wir aus dem Gesetz niemals hätten schaffen können, den alten Adam zu verändern, daß schafft Jesus in uns, eine neue Schöpfung, einen erneuerten Menschen, dem es möglich ist, wie Jesus zu leben. Diese Basis unseres Glaubenslebens dürfen wir nicht verlassen, sie ist das Fundament für den Bau unseres Lebens.

In seiner kurzen Wirksamkeit auf Erden hat uns Jesus dieses Fundament gegeben, wir brauchen es nicht selbst kreieren und bauen, wir können es einfach als Geschenk annehmen. Das ist großartig. Die ersten Jünger Jesu erwarteten Seine Wiederkunft noch in ihrem Leben und sahen keine Veranlassung etwas aufzubauen, was wir heute Gemeinde nennen. Sie waren einfach der Leib Jesu und jeder der zum lebendigen Glauben kam wurde in übernatürlicher Weise zu dieser, in Organisationsstrukturen nicht sichtbaren Gemeinde hinzugetan, so lesen wir es im 2. Kapitel der Apostelgeschichte. Niemand kam auf die Idee eine spezielle Organisation zu gründen oder spezielle Räume für eine große Mega- Gemeinde anzuschaffen. Sie gaben ihren Besitz füreinander und lebten in Frieden, Liebe und Eintracht zusammen.
In der Apostelgeschichte lesen wir, daß sie sich hin und her in den Häusern der Gläubigen trafen und auch im „Tempel“. Genauer gesagt, war es das offene Gelände der Säulenhalle Salomons, vor dem eigentlichen Tempelgebäude, der Vorhof der Heiden, zu dem jeder freien Zugang hatte, auch die Heiden. Im Prinzip führten die Jünger die Gewohnheiten Jesu fort, der sich einerseits immer wieder im privaten Bereich hier und da in den Häusern mit Menschen und Nachfolgern traf, um zu essen und sich zu untererden und andererseits auch unter freiem Himmel die Menge zu seinen Predigten versammelte oder im Tempelgelände zu den Menschen sprach. Man könnte sagen, daß das eine ursprüngliche „Tradition“ war, die von den Jüngern übernommen wurde und zur einer ersten „Basis - Gemeindestruktur“ wurde. Was den Inhalt ihrer Treffen und der gemeinschaftlichen Handlungen betrifft, lehnten sie sich traditionell an das an, was Jesus ihnen gesagt hatte: Das Brechen des Brotes als ständige Erinnerung, die sie in den Häusern fortführten und die Taufe, auf den Namen Jesu, die sie als weitere Tradition einführten, angelehnt an dem Beispiel der Johannestaufe.

Tatsache ist, daß das Neue Testament nur zwei Beispiele zeigt, wo Jesus über die Gemeinde als solche redete. Demgegenüber sprach er aber mehr als hundert Mal über das Reich Gottes und auch viele Male über Jüngerschaft. Es war ihm wichtiger, diese beiden Dinge intensiv zu lehren, weil es hier mehr um die Grundhaltung der Jünger für die Zukunft ging.
Nichtsdestotrotz waren diese beiden Erwähnungen wegweisend für die Apostelgeschichte. So heißt es in Mt. 16, 18: „Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.“
Jeder fundierte Bibellehrer und Linguist weiß, daß mit „auf dieseM Felsen“ nicht Petrus gemeint ist, sondern Jesus selbst, den wir als Fels aus dem AT (5.Mose 32,15) und als Fels aus dem NT (Mt.7,24-25) kennen. Der Fels ist das Fundament, von dem ich Eingangs sprach. Dieses Fundament kann nur dann in einem Menschen gelegt werden, wenn dieser eine Offenbarung Gottes darüber hat, daß Jesus der Christus ist. Damit endet die Geschichte nicht, denn Jesus sagt, daß er auf diesem Fundament der Jesusoffenbarung seine Gemeinde bauen will. Damit weist er auf die Zukunft hin, wo er sich als Baumeister und Handelnder ausgibt, was die Gemeinde und deren Strukturen betrifft. Nicht der Mensch baut diese Gemeinde, sondern Jesus selbst: „und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“.
Damit gibt Jesus klar den Hinweis, daß er nach seinem Fortgehen etwas bauen will, was er Gemeinde nennt. Und weil es von ihm gebaut wird, hat keine Macht der Finsternis die Möglichkeit das zu zerstören. Für mich bedeutet das, daß es ein zweites Entwicklungskapitel geben muss, was die Existenz der Gemeinde betrifft.

In der zweiten Bibelstelle erwähnt Jesus den Charakter dieser seiner Gemeinde. Es wird eine Gemeinschaft von Gläubigen sein, die die Autorität Gottes in dieser Welt repräsentieren werden: Was sie binden und lösen auf Erden, daß wird auch im Himmel gebunden und gelöst sein und um was sie in Einheit bitten, das wird ihnen vom Vater im Himmel gegeben werden. (Mt.18,18-20)

Ich fasse zusammen. Jesus hat seinen Jüngern für die Zukunft drei Traditionen hinterlassen:
1. Eine grobe äußere Struktur von Versammlungen in den Häusern und in der Öffentlichkeit.
2. Das Brechen des Brotes zu Seinem Gedächtnis.
3. Die Taufe im Wasser als Bekenntnis des persönlichen Glaubens.

Dann hat Jesus an zwei Stellen einen Hinweis auf den Charakter der zukünftigen Gemeinde gegeben:
1. Sie ist auf dem Felsen echter Jesus Christus- Offenbarung aufgebaut und wird so stark sein, daß niemand sie überwältigen kann.
2. Sie repräsentiert in ihrer Versammlung die Autorität Gottes auf Erden und im Reich Gottes

Ich für meinen Teil fühle mich verpflichtet, diesen drei Traditionen die Jesus uns hinterlassen hat zu folgen und habe Respekt vor dem zweifachen Charakter der Gemeinde.

Ric

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Apostolische Tradition, Teil 1
Nachdem ich jetzt mit vielen von euch mehr als 10 Jahre „hausgemeindemäßig“ unterwegs bin, habe ich in letzter Zeit mehrfach zurückgeblickt, um zu verstehen, was da abgelaufen war. Es gab Zeiten, die mehr ein Experiment waren, Zeiten, in denen man Dinge aus der Vergangenheit aufgearbeitet hat, Zeiten in denen viel passiert ist und solche, in denen wenig passiert ist. Jetzt denke ich, sind wir in einer Zeit wo Gott eine neue Wegstrecke öffnet und ich hoffe, daß ich nicht der einzige bin, der das so sehen kann.
Ich verstehe heute viel klarer und deutlicher, dass es drei verschiedene Arten gibt, Gemeinde zu leben oder zu sein. Erstens gibt es da die uns allen bekannte institutionelle Gemeinde, die neben dem Glauben an Jesus Christus auch noch ihre deominationellen Traditionen lebt. Zweitens gibt es viele Hauskirchen oder einfache Gemeinden, die sich entschieden haben, so weit wie möglich ohne jede Tradition zu leben. Und dann gibt es noch einen dritten Weg, in dem wir die apostolischen Traditionen aus dem ersten Jahrhundert in unser Gemeindeleben integrieren. Ich habe mich für den dritten Weg entschieden, weil ich glaube, daß er der richtige Weg ist, der uns zu einer Reformation der Gemeinde führen kann.
Apostolische Traditionen sind z.B. das Brotbrechen, integriert in ein volles Mahl, die apostolische Lehre, die Gemeinschaft im Haus und Treffen im "Tempel", die Ältesten, die Dienste aus Eph.4,11 und die Glaubenstaufe.
Noch längst nicht haben wir diese Punkte herausgearbeitet, um sie in unser Gemeindeleben zu inte- grieren. Da bleibt noch einiges zu tun. Ich möchte in nächster Zeit mit dazu beitragen, daß wir in diesem Sinne weiter kommen.

Ric

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Montag, 29. Juli 2013
Apostolische Emigration und apostolische Migration
Artikel vom 29.6.2013

Auswanderung - Einwanderung

Seit einigen Tagen spüre ich innerlich etwas, was ich als Ansprache Gottes bewerte. Verschiedene Zeichen und Begebenheit deuten diese Richtung an:

Ich meine, und ich glaube, wir stehen vor einer neuen Sache. Gott will ein neues Kapitel in seinem Buch über die Gemeinde schreiben. Es ist eine innere Ahnung, die ich habe, ob es stimmt, werden wir spätestens im nächsten Jahr sehen und feststellen können. Es muss natürlich geprüft werden.

Der Auszug der Christen aus den institutionellen Gemeinden ist voll im Gange. Durch meine breite Internetrpäsenz und durch viele Reisen durch Deutschland, meine ich einen Überblick bekommen zu haben. Kontinuierlich erreichen mich Christen, persönlich, per e-mail, in der Community und in Facebook, die "unterwegs sind", sie sind im Auszug begriffen. Ja, der Strom der Auswanderer reißt nicht ab und das beobachte ich schon etwa seit dem Jahr 2002.

Mittlerweile ist viel geschehen - nicht wenige einzelne Personen und Gruppen von Christen sind damals auf die "Hauskirchenwelle", die ins Land schwappte aufgesprungen und sind nach einigen Jahren entäuscht wieder auf dem harten Boden gemeindlicher Realität gelandet, sie haben sich abgewandt. Doch neue sind stetig dazu gekommen, auch sind etliche Hardliner von damals übrigegeblieben, die weitergemacht haben. Es waren solche, die von Gott ganz klar gehört hatten, dass sie weiter den Weg außerhalb der Institution als Gemeinde gehen sollen. Für sie gab und gibt es kein Zurück.

Mittlerweile gibt es zwei große Gruppen im Land. Solche, die schon mehr als 7 Jahre dabei sind und in ihrer Haltung und Ausrichtung eine beachtliche Festigkeit erlangt haben. Sie wollen nicht wieder zurück, sondern den unbekannten Weg mit Jesus weiter gehen und sie wissen noch nicht, was kommen wird. Einzelne sind, wie Elia in der Wüste, in einem Tal der Entleerung zu neuen Kräften und zu neuen Visionen gekommen und wagen sich an den steilen Aufstieg. Sie gehen nicht wieder zurück, auf den "Berg Sinai", von dem sie gekommen sind, sondern peilen den neuen Berg an, den "Berg Zion".

Und da ist eine andere Gruppe derer, die neu dazugekommen sind. Sie sind noch damit beschäftigt, ihre Gemeindevergangenheit aufzuarbeiten. Sie ruhen sich aus und versuchen sich zu entspannen.
Damit aus beiden eine geschlossene große Gruppe werden kann, mussten und müssen die, die den Vorsprung haben auf die anderen Neuankömmlinge warten. Das geht mittlerweile schon so seit mehreren Jahren so. Bei Netzwerktreffen, Foren und anderen Gelgenheiten wurde für alle immer wieder neu zurückgeblickt und neu Aufarbeitung betrieben. Eine neue Formierung und Konzentration war nicht möglich.
Diese Wartezeit geht jetzt allmählich zu Ende. Die Auswanderer der ersten Gruppe setzen sich wieder in Bewegung und wagen sich langsam an den beschwerlichen Aufstieg ins Neue, Unbekannte, was doch schon dagewesen war. Gott blättert die Seiten des Buches um und es erscheint ein neues Kapitel, machen wir uns gemeinsam auf den Weg!?

Ric

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Mittwoch, 29. Mai 2013
Ekklesia Oikos, was ist das?
EKKLESIA ist das griechische Wort für Gemeinde. Wörtlich "Herausgerufene" (Versammlung der freien Bürger einer Stadt). Es sind diejenigen gläubigen Christen, die Gott aus der Welt herausgerufen hat, um sein Volk, seine Familie zu sein.
OIKOS ist das griechische Wort für Haus. Gemeint ist der Ort, der Raum, oder das soziale Umfeld in dem eine (erweiterte) Familie zusammen kommt und das Leben miteinander teilt.
EKKLESIA OIKOS als Wortzusammensetzung im erweiterten Sinn finden wir mehr als 30 mal im NT. Konkret genannt wird es in folgenden Bibelstellen:
1. "Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus .... und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos)." (Rev. Elberf. Ü., Römer 16, 3.5)
2. "Grüßt die Brüder in Laodizea und Nympha und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos). (Rev. Elberf. Ü., Kol 4,15)
3. "Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter .... und der Gemeinde, die in deinem Haus ist." (Rev. Elberf. Ü., Philemon 1 u. 2)

In diesem Sinne ist die "EKKLESIA OIKOS" die herausgerufene Versammlung der gläubigen Jünger in einem (mehreren) sozialen Umfeld (Raum), egal ob Haus, Wohnung, Cafe, freier Platz oder Internet.

[Definition frei nach Richard Schutty]

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Dienstag, 7. Mai 2013
Das Lernen in der Hausgemeinde I
"Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht." (Apg. 20,7, Luther 1984)

Da könnte man denken, kein Wunder dass der junge Eutychus vom Fenster gefallen ist, wenn er bis Mitternacht der Predigt des Paulus zuhören musste. Soll das ein Vorbild für uns Christen sein, wie einer die anderen vollpredigt bis zum geht nicht mehr?
Die Frage für mich ist, ob Paulus wirklich solange gepredigt, bzw. gelehrt hat. Das passt doch gar nicht in unser Konzept von einfache Gemeinde, oder? Hat Paulus etwa so lange geredet, um die Gelegenheit zu nutzen, alles zu sagen, was er den jungen Christen noch sagen wollte. Oder hat sich etwa keiner getraut zu sagen, dass es nun reicht. Vielleicht war auch der Hunger nach Gottes Wort so groß, was heute eher selten ist. Wir sollten immer an die Situation denken. Einfache Gemeinden sollten eigentlich kein Konzept haben, also könnte es doch passen.
Wir wissen auch nicht worüber Paulus da im einzelnen gelehrt hatte, vielleicht brauchte es dieses Wunder des Paulus als Ergänzung für die lange Predigt, damit Leben in die Bude kam.
Vielleicht war es aber doch eher ein angeregter Lehrdialog und keine Mammutpredigt. Was war wohl das Thema, das wäre doch interessant herauszufinden. Jedenfalls waren die Leute glücklich, dass dieser Mann wieder am Leben war!

Bei genauer Sicht des Textes fällt einiges auf. Paulus und seine 7 Begleiter hatten viel erlebt, sie waren sozusagen ein erweitertes apostolisches Team - unterwegs für den Herrn. Sie hatten also bestimmt einen ausfühlichen Reisebericht mitgebracht. Und anhand der Erfahrungen die sie gemacht hatten gab es immer wieder Fragen und Erklärungen. Die Begleiter war zum größten Teil Jünger von Paulus, also waren sie in einem ganz praktischen Lehrnprozess und die Gemeinde durfte davon profitieren.
Ich denke, dass sie sich über die Totenauferweckung nicht lange unterhalten haben. Es gab bestimmt eine Menge anderer Themen und Fragen. Paulus kam mit 7 Begleitern und 6 waren schon vorher angereist und sie verweilten dann noch 6 Tage, bis dann, am letzen Tag vor seiner Abreise dieses Treffen mit Brotbrechen einbraumt wurde. Vielleicht war es ein regelmäßges Treffen an diesem Tage, und jetzt waren alle aus der Gemeinde anwesend. Ich kann mir vorstellen, dass alles, was es noch zu besprechen gab, an diesem Abend noch zu erfolgen hatte.
Paulus wollte am nächsten Tage früh morgens aufbrechen, es war ihm scheinbar egal, die ganze Nacht vorher noch mit der Gemeinde zusammen zu sein.

Guido Erlinger sagte in der Community Folgendes zu dem Text:
"Das griechische Wort, das hier verwendet wird, ist "διαλέγομαι" (dialegomai).
Siehe auch: http://www.bibletools.org/index.cfm/fuseaction/Lexicon.show/ID/G125... und http://studybible.info/strongs/G1256
Das griechische Wort wird im NT 13x verwendet:
Mark 9:34, Acts 17:2, Acts 17:17, Acts 18:4, Acts 18:19, Acts 19:8, Acts 19:9, Acts 20:7, Acts 20:9, Acts 24:12, Acts 24:25,Hebrews 12:5, Jude 1:9
Übersetzungsmöglichkeiten laut Strongs sind so:
1) sich unterreden
2) sich mit jmdm. unterhalten; sich mit jmdm. auseinandersetzen über ... ; etw. besprechen, diskutieren; argumentieren, ein Streitgespräch führen.
3) auch allg.: reden, predigen, sprechen (mit Zwischenfragen?);
eine Ansprache halten.
Meiner Ansicht nach ging es keinesfalls um ein schulmäßiges lehren oder anpredigen, sondern um einen aktiven Dialog zwischen Paulus und den Anwesenden!
Zur Länge des Treffens:
Wenn ich an so manche Zeiten denke, wo ich mit Freunden bis in die Nacht hinein saß und wo miteinander diskutiert und ausgetauschtwurde, dann kann ich mir das gut vorstellen. Aber das ist ja nicht als Prinzip oder allgemeiner Zustand zu verstehen, dass das Zusammenkommen von Geschwistern so lange dauert. Auch hier im Chat wird es ja ab und zu etwas später ;-) ... aber das ist ja nicht die Regel.
Dass es an jenem Abend zusammen mit Paulus so lange wurde, sollten wir nicht überbewerten! Einen Widerspruch zu gelebter Gemeinde sehe ich nicht.
Wenn ein Freund zu Besuch käme, den ich lange nicht gesehen habe oder lange nicht mehr sehen würde, dann kann (nicht muss) es schon sein, dass wir bis in den frühen Morgen sitzen und miteinander sprechen."

Das möchte ich unterstreichen.

Lektion 1: Eine Art des Lehrens/ Lernens in der einfachen Gemeinde geschieht durch Gespräch, Diskussion - siehe das griechische Wort "dialegomai".
Wobei es sinnvoll erscheint, dass jemand da ist, der den Überblick hat und die Fäden zusammenhalten kann. (Siehe Jakobus beim ersten Konzil in Antiochien)

Ric

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Sonntag, 17. März 2013
Einfache Gemeinde, in 2 min. erklärt auf einer Serviette


Gott lieben - den anderen lieben - Jünger machen

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